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Category Archives: Bauwesen und Immobilien

Auf dem falschen Weg zur Grundsteuerreform

Geschrieben am 11. April 2019



Wie kann man von einer Reform sprechen, wenn 500 Millionen Euro an zusätzlichen Personalkosten und Zusatzarbeit für die Bürger entstehen?

Mit Unverständnis nimmt der BDB-HESSENFRANKFURT zur Kenntnis, dass Finanzminister Scholz sein Grundsteuer-Modell nun zügig durchdrücken will. „Es ist ein wunderbares Beispiel für eine sinnfreie Reform, die unserer Forderung nach Vereinfachung vollumfänglich widerspricht. Wir haben schon zu Beginn der Diskussion erklärt, dass mit dem Flächenmodell eine einfache und unkomplizierte Umsetzung der Forderungen möglich ist. Wir alle sprechen von bezahlbarem Wohnraum und dem Abbau von Verordnungen und Normen. Wir leisten einen Ideenbeitrag als Verband, um zeitnah neuen Wohnraum in Metropolregionen herzustellen und erleben durch das Handeln des Finanzministers, dass es abermals schwieriger werden wird. Da muss man sich doch die Frage stellen, ob es politisch gewollt ist, dringend benötigten Wohnraum zügig schaffen zu wollen, das ist doch ein völlig falsches Signal“, so Vorstandsmitglied Thomas M. Reimann.

Der BDB-HESSENFRANKFURT warnt ausdrücklich vor einer Bürokratielawine, denn es gilt 36 Millionen Grundstücke und Gebäude neu zu bewerten. „Es entstehen nach den Ausführungen des Finanzministers zusätzliche Gesamtpersonalkosten von 462 Millionen Euro bei den Finanzämtern und 76 Millionen Euro für Postverteilung oder eine IT-Stelle. Es ist für den Verband der falsche Weg, auch weil dieses Geld sicher sinnvoller im Wohnungsbau angelegt wäre. „Diese 500 Millionen wären im Mietwohnungsbau mehr als nur der Tropfen auf den heißen Stein“, so Reimann.



BDB-HESSENFRANKFURT

Einen Rekord als falsches Signal interpretiert?

Geschrieben am 12. März 2019


Bauaufsicht Frankfurt vermeldet Rekord an genehmigten Wohnungen


Zahl zeigt, wie hoch der Bedarf ist: Bauland fehlt. Politik läuft Entwicklung hinterher.

Für den BDB-HESSENFRANKFURT ist der Rekord bei genehmigten Wohnungen in Frankfurt kein Grund zur Freude. „Wir laufen der Entwicklung hinterher und werden das wohl leider auch in den nächsten Jahren so feststellen müssen“, sagt Thomas M. Reimann, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit. Nahezu alle Prognosen gehen von einem Mindestbedarf bis zum Jahr 2030 von zusätzlichen 100.000 Wohnungen aus, das sind 10.000 Wohnungen pro Jahr, die fertiggestellt sein müssen, 2018 waren es 3.519! Genehmigt und noch gar nicht fertiggestellt wurden 2018 7.326 Wohnungen, eine Steigerung gegenüber 2017 von rund 25%. Um das zwingend erforderliche Ziel für Frankfurt zu erreichen, müsste es eine nochmalige Steigerung von weiteren 35% geben, was nach Auffassung des Verbandes schlichtweg nicht möglich ist. „Die handwerklichen Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht und ziehen sich bis in die Gegenwart wie ein roter Faden durch die Wohnungspolitik“ sagt Reimann. „Wir fordern seit langer Zeit mehr Bauland, haben die Landesregierung aufgefordert, im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs Folgenkosten für notwendige Infrastruktur bei Baulandausweisung zu übernehmen. Die Gemeinden in den Außenbereichen werden nur Wohnraum schaffen, sofern sie Unterstützung erfahren.“ Ob und bis zu welchem Zeitpunkt sich diese Forderung des BDB-HESSENFRANKFURT umsetzen lässt, ist offen und folglich wird es kaum neues Bauland in den Außenbereichen geben.



BDB-HESSENFRANKFURT

Vorschriften als Kostentreiber im Bauwesen – BAUFORUM HESSEN 2019

Geschrieben am 10. März 2019
Tobias Rösinger

Großen Zuspruch hatte das BAUFORUM HESSEN 2019 der VHV in diesem Jahr. In der Deutschen Nationalbibliothek waren die Reihen gefüllt, als Tobias Rösinger, Vorstandsmitglied im BDB-HESSENFRANKFURT zum Thema ‘Vorschriften als Kostentreiber im Bauwesen‘ referierte.









Tagesprogramm

Abdichtung – neue Normen und neue Gefahren
Annette Tadäus, Dipl.-Ing. (FH), Bausachverständige,  TÜV Rheinland, Koblenz

Vorschriften als Kostentreiber im Bauwesen
Tobias Rösinger, Projektentwickler und Architekt, Mitglied im Vorstand BDB-HESSENFRANKFURT

Der Bauschadensbericht 2019 – steigende Kosten für die Beseitigung von Baumängeln –
Hat der Klimawandel bereits Auswirkungen auf unsere Bauqualität?
Dipl.-Ing. Heike Böhmer, Leiterin Institut für Bauforschung e. V., Hannover

Update Baurecht 2019
Die neueste Rechtsprechung zum Baurecht – Auswirkungen auf die Baupraxis
RA Markus Cosler, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Rechtsanwaltskanzlei Delheid Soiron Hammer, Aachen, Lehrbeauftragter für Bauvertragsrecht  an der FH Hannover



BDB-HESSENFRANKFURT

HOAI Klageverfahren – Schlussantrag des Generalanwalts: HOAI verstößt gegen EU-Recht

Geschrieben am 28. Februar 2019


Qualität des Planens und Bauens in Deutschland bedroht


Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure ist eine Verordnung des Bundes zur Regelung der Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen in Deutschland. Die HOAI gilt für alle Planer, die im Inland für inländische Projekte Architekten- oder Ingenieurbauleistungen erbringen. Die seit 1977 bestehende Ordnung gewährleistet die Qualität des Bauens und den fairen Wettbewerb in Deutschland.

Die EU-Kommission leitete 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein, weil sie der Auffassung war, dass die HOAI mit ihren Sätzen zur Höchst- und Mindestvergütung gegen die Dienstleistungsrichtlinie verstoße und die Niederlassungsfreiheit behindere.

Der Generalanwalt legte heute seine Schlussanträge dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vor. Er gab damit dem Gericht seine Urteilsempfehlung: Die HOAI der Bundesrepublik Deutschland verstoße gegen das EU-Recht und müsse dem europäischen Recht angepasst werden. Diese Verkündung lässt nichts Gutes ahnen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der EuGH der Empfehlung des Generalanwalts häufig folgt und die finale Entscheidung dementsprechend ausfallen könnte.

Eine solche Entscheidung des EuGH wäre eine Ohrfeige für den Verbraucherschutz! Der BDB warnt eindringlich vor den drohenden Gefahren, welche diese Entscheidung mit sich bringen würde. Billiganbietern wäre es zunehmend möglich, sich auf dem deutschen Markt zu etablieren. Somit müssten die Verbraucher sehr wahrscheinlich schlechtere Planungsleistungen in Kauf nehmen. Die gewohnt gute Bauqualität, die nicht zuletzt durch die deutschen Vergütungsregelungen der Honorarordnung sichergestellt ist, wird es dann nicht mehr geben. Wenn keine auskömmlichen Preise mehr erzielt werden können, droht ein massiver Qualitätseinbruch.

Es muss nun alles dafür getan werden, dass die HOAI so weit wie irgend möglich weiter angewendet werden kann. „Deutschland muss verteidigen, was erhalten werden kann“,  so der BDB-Präsident Hans Georg Wagner. Die HOAI soll den Architekten und Ingenieuren weiterhin ein auskömmliches Honorar gewährleisten und den Bauherren die Qualität ihrer Bauprojekte sichern!



BDB-Bund

Unsere Spitzenkandidaten Tobias Rösinger, Elke Rühl und Carsten R. Kulbe stehen zur Wahl.

Geschrieben am 18. Februar 2019

Der BDB-HESSENFRANKFURT wird sich in der Kammer für weniger Regeln, geringere Haftung und bessere Honorare einsetzen

20.000 teils widersprüchliche Vorschriften und Normen verhindern mangelfreies Planen. Der Wildwuchs privater Normungsinstitute muss ein Ende haben. Planungsfehler dürfen nicht erst nach bis zu 30 Jahren verjähren. Wir wollen nicht gesamtschuldnerisch haften und dem Werksvertragsrecht unterliegen. Architekten verdienen oft deutlich weniger als andere freie Berufe. Deshalb streiten wir für bessere Honorare. Auch für eine solide Haushaltsführung, qualifizierte Berufsausbildung und Weiterbildung wird sich der BDB-HESSENFRANKFURT in der Kammer einsetzen.
Wir zählen auf Ihre Stimme!

Die Spitzenkandidaten des BDB-HESSENFRANKFURT – Ihr Team für die Kammer!


Elke Rühl, freischaffende Architektin aus Wiesbaden, seit 1998 Mitglied der AKH, hat sich zum Ziel gesetzt, die ausufernde Haftung freier Architekten einzudämmen. Sie ist engagiert im Denkmalschutz, Gründungsmitglied des Netzwerks „Frauen bauen Zukunft“ und wurde 2006 im Rahmen der Wiesbadener Gründerinnen Aktion ausgezeichnet.
Kontakt zur Kandidatin: er@architektur-ruehl.de

Bessere Honorare für Architekten und eine solide Haushaltsführung – dafür steht der Architekt Carsten R. Kulbe aus Schlüchtern schon seit vielen Jahren in der AKH. Zusammen mit den anderen Kandidaten des BDB-HESSENFRANKFURT will er dies auch künftig tun. Er ist seit 2011 Mitglied im Haushaltsausschuss und war bis 2017 Vorsitzender der AG Energie der AKH. Seit 2008 ist Kulbe im Vorstand des BDB tätig.
Kontakt zum Kandidaten: carsten.kulbe@online.de

Der Frankfurter Architekt Tobias Rösinger ist Mitglied im Eintragungsausschuss der AKH und will sich vor allem dafür einsetzen, das Regelungsdickicht im Baugewerbe zu lichten. Rösinger ist Geschäftsführender Gesellschafter der Wentz & Co. GmbH und im Vorstand des BDB-HESSENFRANKFURT tätig. Vor seinem Studium machte er eine Ausbildung als Maurer.
Kontakt zum Kandidaten: t.roesinger@wentz-co.de

Auf unserer Liste kandidieren außerdem:

Antje Riedl Dipl. Ing. Architektin, Bad Homburg. Setzt sich im Zukunftshafen Frankfurt für ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen ein.
Stefan Weinel, Dipl. Ing. Architekt, Büdingen. Engagiert sich besonders für Berufsausbildung und Fortbildung.
Dietmar Kletti, Dipl. Ing. Architekt, Frankfurt am Main. Seine Themen sind vor allem Haftung, Normung, und Digitalisierung.
Volker Fuchs, Dipl. Ing. Architekt, Karben. Kümmert sich engagiert um berufliche Fortbildung und ist Mitglied im Denkmalbeirat des Wetteraukreises.
Martin Pletz, Dipl. Ing. Architekt, Bischofsheim. Wirkt als Mitglied im Eintragungsausschuss der AKH mit.
Bernhard Köppler, Dipl. Ing. Architekt, Hofheim/Taunus. Mitglied in der AG Stadtplanung der AKH. Engagiert sich für integrierte Stadtentwicklung.
Wolfgang Koberg, Dipl. Ing. Architekt, Heusenstamm. Sein Thema ist die Wohnungswirtschaft.

Weniger Regeln!
20.000 Vorschriften und Normen verhindern mangelfreies Planen. Warum? Weil Lobbygruppen ihre Einzelinteressen durchsetzen. Damit wird Bauen kompliziert, teurer und unser Planungsrisiko steigt. Deshalb:
• Den Wildwuchs privater Normungsinstitute eindämmen.
• Die Anzahl der Vorschriften verringern.
• Der Gesetzgeber muss maßgebliche Standards selbst bestimmen.


Haftungsrisiken eindämmen!
Planungsfehler verjähren erst nach bis zu 30 Jahren. Wir haften gesamtschuldnerisch mit anderen am Bau Beteiligten und unterliegen dem Werksvertragsrecht. Dies ist untragbar. Deshalb:
• Planungsfehler müssen nach fünf Jahren verjähren.
• Die gesamtschuldnerische Haftung abschaffen.
• Architekten nicht länger dem Werkvertragsrecht unterwerfen.


Faire Honorare!
Andere freie Berufe verdienen oft mehr als wir. Das ist nicht fair. Deshalb:
• Die Honorierung von Architekten muss dringend steigen.
• Die Mindesthonorarsätze der HOAI anheben und nicht deckeln.
Wir müssen Politik und Gesellschaft von unseren guten Rechten überzeugen.
Unterstützen Sie uns dabei und damit sich!

Kostenschraube dreht sich weiter: Die neue Ersatzbaustoffverordnung (EBV)

Geschrieben am 11. Februar 2019

Der BDB-HESSENFRANKFURT setzt sich seit Jahren kritisch mit dem Thema des Bauen und Wohnens in der Metropolregion auseinander. Dabei weißt der Verband immer wieder darauf hin, dass Gemeinden, Kreise und Städte oft sinnfreie Gesetze und Verordnungen erlassen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ein aktuelles Beispiel ist für Frankfurt am Main das Umwandlungsgesetz.

Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass an anderer Stelle erneut an der Kostenschraube gedreht wird. Die neue Ersatzbaustoffverordnung (EBV) würde unnötig die Kosten erhöhen. Diese Zusatzkosten entstehen durch die Pflicht zur Deponierung des Recyclingmaterials. Durch die neuen Anforderungen der EBV würde es zu einer großen Verschiebung der Stoffströme in Richtung Deponierung kommen. Reimann kommentiert die EBV mit Unverständnis: „In den letzten Jahren sind die Entsorgungskosten bereits rapide gestiegen, da benötigen wir gerade jetzt die EBV in der vorliegenden Form nicht. Das wirkt gegen alle Bemühungen, Wohnraum zu vernünftigen Bedingungen schaffen zu können.“ Die EBV ist ein wunderbares Beispiel, wie man es mit Normen und Vorschriften schafft, seinen eigenen Forderungen als Politik im Wege zu stehen. Der Bund hebelt seine Forderung nach bezahlbarem Wohnraum aus. Machen wir so weiter, wird Wohnraum nur noch im hochpreisigen Segment mit einfacher bis durchschnittlicher Ausstattung entstehen. Von dem sogenannten bezahlbaren Wohnraum werden wir meilenweit entfernt sein, es wird uns nicht mehr möglich sein, ebendiesen bezahlbaren Wohnraum für insbesondere die Mittelschicht, den Facharbeiter, die Krankenschwester, die Erzieherin zu schaffen. Es wird schon jetzt deutlich zu wenig sozialer Wohnungsbau geschaffen. Die notwendige Zahl von Wohnungen für einfache Einkommen wird man nicht mehr herstellen können. Öffentliche Wohnungsbaugesellschaften sind schon jetzt nicht mehr in der Lage, die Märkte mit ausreichend Mietwohnungsbau im einfachen und mittleren Segment zu versorgen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Wir laufen Gefahr, dass sich private Investoren aufgrund immer weiterer Auflagen und Gesetze zurück ziehen werden, es droht eine Verschärfung der Situation. Die Politik schafft wieder einmal Regeln, die das Recht auf Wohnraum in Frage stellt und Bauen noch einmal mit einem unnötigen Kostenschub verteuert. Das Wohnen zur Miete gelangt in einen unbezahlbaren Grenzbereich und die Diskussion über bezahlbaren Wohnraum wird ad absurdum geführt.


BDB-HESSENFRANKFURT

Überzogene EnEV-Verschärfungen zurücknehmen

Geschrieben am 8. Februar 2019


Von den stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion Michael Theurer und Frank Sitta wurde der Vorsitzende des VhU-Bau- und Immobilienausschusses und Vorstand des BDB-HESSENFRANKFURT Thomas M. Reimann am 31.01.2019 in Berlin empfangen. Man führte ein intensives Gespräch zu bau- und immobilienpolitischen Themen. Im Kern der Gespräche ging es um das Schaffen von Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung. Reimann machte deutlich, dass die Überregulierung, wie etwa bei der EnEV, das Herstellen von bezahlbarem Wohnraum immer schwieriger macht. „Wir haben inzwischen ein grundsätzliches Problem in der Bauwirtschaft. Wir müssen Regularien und Verordnungen reduzieren und Investitionen stimulieren und wir brauchen mehr Bauland, denn Angebot und Nachfrage bestimmen bekanntlich den Preis und der ist für Bauland zu hoch. Das macht das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum nahezu unmöglich.“ Man war sich einig, einen gemeinsamen Weg finden zu wollen, um die Bauintensität zu erhöhen und will zeitnah erneut zusammentreffen.


Für Reimann kann bezahlbarer Wohnraum auch in Zeiten steigender Preise in Metropolregionen entstehen. „Wir brauchen keine neuen Gesetze und Verordnungen. Maßgebliche Kostentreiber sind der Mangel an Bauflächen, denn immer noch regeln Angebot und Nachfrage den Preis, die überzogenen EnEV-Verschärfungen, die Fülle an sinnfreien Normen und Verordnungen und die Entsorgungsproblematik. Ich mache es gerne an zwei Beispielen fest: 1. Vorschriften wie die Zwangsbelüftung in Bauwerken kosten viel Geld und bringen an vielen Stellen keinerlei ökologischen Mehrwert. 2. Wer nach bezahlbarem Wohnraum ruft, muss die Voraussetzungen beim Loch in der Erde schaffen. Für die Verwertung von Erdaushub müssen ausreichende Kapazitäten von Bund, Land und Kommunen sichergestellt werden. Durch den Aufbau neuer Verwertungswege und die Reduzierung der Transportwege können Kosten und transportbedingte Emissionen gesenkt werden.“ FDP-Mann Reimann ist Mitglied im Präsidium der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände und kandidiert in der Wahlgruppe 10 zur Wahl der IHK-Vollversammlung in Frankfurt am Main. Er ist Vorstandsvorsitzender des mittelständischen Bauunternehmens ALEA Hoch- und Industriebau AG.


BDB-HESSENFRANKFURT

Vertragsverletzungsverfahren gefährdet die Existenz kleiner und junger Architektur- und Ingenieurbüros

Geschrieben am 8. Februar 2019

Sollte es tatsächlich zu einer Addition aller Werte der für die Umsetzung eines Bauvorhabens erforderlichen Planungsleistungen kommen, würde dies zur Folge haben, dass selbst für kleine Vorhaben komplexe und bürokratisch aufwändige EU-weite Vergabeverfahren durchgeführt werden müssten. Der BDB sieht dadurch den Bestand der kleinen und jungen Büros in Deutschland in ihrer Existenz gefährdet, denn sie erfüllen häufig nicht die Voraussetzungen für solche Verfahren. Neben der mittelständischen Wirtschaft bereitet die Reform auch den öffentlichen Auftraggebern, vor allem kleineren Gemeinden, Sorgen. Für diese würde die Umsetzung ein größerer Aufwand, höhere Kosten und Verzögerungen bei Ausschreibungen bedeuten.

„Der BDB sieht in diesem Verfahren erneut den Versuch der EU-Kommission, den deutschen Mittelstand entscheidend zu schwächen. Dies folgt einer langen Linie eines offenbaren Vernichtungsfeldzuges, der mit dem Angriff auf die HOAI angefangen hat“, so der BDB-Präsident Hans Georg Wagner.

In Deutschland greift bislang die Regelung des § 3 Abs. 7 Satz 2 Vergabeverordnung (VgV), nach der mehrere Lose bei Planungsleistungen nur dann zusammenzurechnen sind, wenn es sich um gleichartige Leistungen handelt. Die EU-Kommission vertritt jedoch die Ansicht, dass alle Lose der Planungsleistungen eines Projektes generell zusammengerechnet werden müssen. Somit wird der vorgegebene Schwellenwert häufiger überschritten als bei der bisherigen deutschen Auslegung und eine EU-Weite Ausschreibung müsste erfolgen.
Wird der EU-Kommission Recht zugesprochen ist die Befürchtung groß, dass dies die Planerkultur Deutschlands auf den Kopf stellen könnte. Bei EU-weiten Ausschreibungen von Projekten in Deutschland müssen Planungsbüros höhere und kostenintensive Vorgaben erfüllen: Kleine und junge Planungsbüros, die noch nicht die in EU-weiten Wettbewerbskriterien vorgegebenen Referenzprojekte vorweisen können, wären bei solchen Ausschreibungen benachteiligt und hätten keine Chance mehr auf einen Zuschlag.



BDB-Bund

Bauen? Normen! Irrsinn!

Geschrieben am 5. Februar 2019


Klaus Kada: „Wir Architekten sind Hartz 4-Typen.“

Die Baukonjunktur brummt. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll. Nur eine Branche profitiert davon nicht, obwohl sie der Kern jedes Baugeschehens sein sollte: Die Architekten befinden sich im Würgegriff von industriegesteuerten Normen und Sicherheitsvorschriften, und sie gehen in Bürokratie unter. Konzerne und Manager haben den Bauherren ersetzt, und wo kein Anspruchspartner mit Willen zur Qualität regiert, wo sich die Verantwortung für ein Projekt in der Masse von Controllern, Projekt- und Facilitymanagern verliert, bleibt die Architektur auf der Strecke.


Der Architekt als Generalist, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, der ein Projekt von A bis Z durchdenkt und optimiert, ist, auch aufgrund der zunehmenden Komplexität von Gebäuden, Geschichte. Ein paar Wenige reiten zwar noch auf diesem Dinosaurier in Richtung Sonnenuntergang, doch alle wissen, dass sich die Branche in einem massiven Wandel befindet. Der betrifft letztlich nicht nur die Planer, sondern uns alle, die wir in dieser neu gebauten Umwelt unter dem Joch der Kleinkariertheit werden leben müssen.


Christoph Chorherr von den Grünen führt ein Beispiel an: „Gnade uns Gott, würden wir heute die Ringstraße bauen!“ Laut der gängigen Vorschriften bräuchte sie eine Lärmschutzwand. Dafür gäbe es die Baumalleen nicht, weil sie der Feuerwehr im Weg stünden, und die Fassaden, so Chorherr, wolle man sich lieber gar nicht erst vorstellen. Auch an innovative, von der Freude an der Herstellung von bestmöglichem Wohnraum getragene Projekte, wie etwa der Maßstäbe setzende, 1993 fertiggestellte Wohnbau der Architekten Henke & Schreieck in der Wiener Frauenfelderstraße, wäre dieser Tage nicht einmal mehr zu denken. Marta Schreieck: „Kein Mensch würde sich da drübertrauen. Heute geht es vielmehr um Raumminimierung, um unendlich viele Zwei-Zimmer-Wohnungen mit Abstellraum und um Gewinnoptimierung, die Architekturqualität ist anscheinend egal.“ Für zukunftsweisende Entwicklung bleibe kein Raum.


Eine Flut an Normen, die das Bauen enorm verteuern, Auftraggeber, die jegliche Haftungen dafür an die Architekten abschieben, das Damoklesschwert der Juristerei stets über dem Haupt. Architekt Klaus Kada meint, über Architektur zu sprechen sei mittlerweile ein „philosophisches Privatvergnügen“ geworden. „Juristen, Banker, Manager, Versicherer sitzen überall, quatschen überall drein und haben von nichts Ahnung.“ Und sie schaffen einen Wust an unnötiger Bürokratie. Allein im Zuge eines einzigen Wohnbauprojekts in Wien habe er über 6500 E-Mails bekommen: „Die Bearbeitung jedes einzelnen kostet ein Büro gut 40 Euro, doch wenn du auch nur eines liegen lässt, dann haben sie dich schon irgendwo in der Haftung, weil du es widerspruchslos genehmigt hast. Mit Schriftverkehr und Herumtelefonieren verbrätst du fast das ganze Honorar.“


Überhaupt sei die gängige Meinung, Architekten würden sich goldene Armaturen verdienen, lachhaft. Kada: „Eine Architektenstunde kostet so viel wie die eines Automechanikers, doch dort regt sich keiner auf. Wir Architekten sind Hartz 4-Typen.“ Andere verdienen bei deutlich weniger Aufwand erstaunlich viel mehr an dem Geschäft mit Gebäuden. Jakob Dunkl von Querkraft Architekten: „Wenn wir feststellen, dass ein von uns geplantes Haus zum Verkauf steht und allein der Makler mehr für die Vermittlung bekommt als wir für die gesamte Planung, ist das schon verwunderlich.“



Wir sind eine „Hosenscheissergesellschaft“, sagt Johannes Kaufmann.



Das Bezahlungssystem befinde sich in Schieflage, hochqualifizierte Mitarbeiter würden unangemessen entlohnt, Direktaufträge seien inexistent. Dunkl: „Wir machen für zwei, drei Projekte 30 Wettbewerbe, das ist der helle Wahnsinn. Wenn ich hingegen einen Rechtsanwalt anrufe, verlangt der allein für den Erstkontakt 400 Euro, das kann ja nicht sein.“  Die Juristerei, darüber sind sich alle einig, nehme aufs Unangenehmste überhand. Schuld daran, so der Vorarlberger Architekt Johannes Kaufmann, seien letztlich wir alle, die wir zu einer „Hosenscheissergesellschaft“ verkommen wären, keinerlei Eigenverantwortung mehr zeigten und stets einen Schuldigen brauchten.


„Der Kampf um qualitätsvolle Architektur“, so Kaufmann, der sich als Vorarlberger im Gegensatz zu der im Osten der Nation tätigen Architekturwelt zumindest noch kulturbewusster Bauherren erfreuen kann, müsse über die absurd ausufernden Normen geführt werden. Für Christoph Chorherr ist der Untergang der verantwortungsbewussten Bauherrschaft zwar immer noch das größere Problem, doch auch er empfindet den Normenwahn als Irrsinn. Vor allem, weil „ein jahrzehntelang politisch überhaupt nicht gesteuertes Normungsinstitut als privater Verein“ dafür zuständig ist: „In dieser Ausgeburt des Kapitalismus sitzen vor allem Lobbyisten verschiedener Unternehmen, die unter der Flagge der Sicherheit auf allen Ebenen eine Norm nach der anderen durchboxen. Und alles, was das Bauen teurer macht, ist für irgendjemanden ein Geschäft.“


Kaufmann meint, es werde im vermeintlichen Dienst an der Sicherheit „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“, und zwar in jedem Gewerke, von der Brandsicherheit bis hin zum Schallschutz: „Es ist alles so dermaßen hochgeschraubt worden in den vergangenen 20 Jahren, das ist unvorstellbar, und es beeinflusst die Baukosten natürlich enorm.“ Decken werden aufgrund verschärfter Schallschutzvorschriften dicker, Fundamente wegen der Normen in Sachen Bodenmechanik unendlich viel aufwendiger als früher, von Wärmedämmung ganz zu schweigen.


Kollegin Elke Delugan-Meissl sieht nur noch Sicherheits-, doch keine Wohlfühl- und Qualitätsnormen und schon gar keine Passion für letztere: „Wer als Architekt keinen Namen hat, wird wie der letzte Dillo behandelt, du fühlst dich wie ein Zulieferer, du bist nur noch einer von vielen am Tisch.“ Dabei müsse Architektur fraglos wirtschaftlich sein, doch „jeder will mitschneiden, und am Ende des Tages bleibt für uns bei voller Verantwortung vom Kuchen wenig für die Planung über.“


Der Eisenstädter Architekt Klaus-Jürgen Bauer wirft ein weiteres Argument in den Ring: „Der normale Handwerker – eine aussterbende Spezies übrigens – hat gegen den Pfuscher, der in der Regel zumindest um die Differenz Mehrwertsteuer billiger ist, keine Chance am Markt.“ Diese Klage führen viele. Vor allem für Wiener Baustellen müssen Architekten nicht selten früher Selbstverständliches detailliert in Pläne einzeichnen, weil oftmals ungelerntes Personal zugange ist, das keine Texte lesen kann.


Bauer sieht, wie alle anderen auch, das Problem als eines unserer Gesellschaft: „Sorgfalt und Behutsamkeit brauchen Zeit, und die wird nicht bezahlt.“ Ob der Stellenwert des Architekten abgenommen habe? „Wenn die Zukunft unseres Bauens bedeutet, großmaßstäbliche Industrieanwendungsobjekte herzustellen, dann braucht man dafür keinen Architekten in unserem Ausbildungssinn, sondern eine Planungsmaschine, die geölt im Hintergrund läuft.“

Ute Woltron
www.utewoltron.at

Bauwirtschaft in Hessen und Thüringen fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen

Geschrieben am 25. Januar 2019
Jahresauftaktveranstaltung 2019



200 Gäste bei gemeinsamer Jahresauftaktveranstaltung empfangen

Bei ihrer gemeinsamen Jahresauftaktveranstaltung haben der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V., der Verband beratender Ingenieure sowie der Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure (BDB) Hessen Frankfurt e.V. am Donnerstag mehr als 200 Gäste in Frankfurt begrüßt. Stefan Roth, Präsident des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e. V., und Ottmar W. Schütz, Vize-Präsident des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., unterstrichen die Bedeutung der Bauwirtschaft, verwiesen aber gleichzeitig auf die zahlreichen Herausforderungen, die auf die Branche zukommen. Einen konkreten Ausblick auf die anstehenden Themenfelder gab Thomas Reimann, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit im BDB-Hessen Frankfurt e. V. Festredner Tarek Al-Wazir, hessischer Wirtschaftsminister, sprach über die Notwendigkeit des Bauens in der Mitte der Gesellschaft.

Dipl.-Kfm. Dipl.-Ing. Ottmar W. Schütz, Vizepräsident Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.


Der Vize-Präsident des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., Ottmar W. Schütz, unterstrich in seiner Begrüßung: „Hessen ist ein wirtschaftlich starkes Land. Das soll auch so bleiben. An wichtigen Stellen im Land aber sind Verbesserungen notwendig: Vor allem beim Wohnungsbau, aber auch in der Verkehrspolitik. In beiden Bereichen geschah in den vergangenen fünf Jahren nicht genug.“ In Richtung der Politik machte Schütz deutlich: „Enttäuschend ist aus unserer Sicht die Absage an die Senkung der Grunderwerbssteuer in Ihrem Koalitionsvertrag. Menschen, die Wohneigentum erwerben, entlasten den Mietmarkt und sorgen gleichzeitig für ihre Rente vor. Anstatt komplizierte und teure Förderprogramme aufzulegen, wäre dies eine recht einfache Möglichkeit zur Kostensenkung beim Kauf einer Wohnimmobilie.“

Dipl.-Ing. Stefan Roth, Präsident Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.


„Wir müssen uns mit Themen wie Kapazitätsengpässen, Digitalisierung, Fachkräftemangel, Planungsbeschleunigung, gesetzlichen Vorgaben oder auch den international angespannten Handelsbeziehungen auseinandersetzen“, sagte Stefan Roth, Präsident des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V., eingangs. Dafür benötige die Baubranche aber verlässliche Rahmenbedingungen aus der Politik, um weiterhin leistungsfähig zu bleiben. „Das stetige Wachstum der Branche beweist, dass wir leistungsfähig sind und damit als wichtiger Baustein der Konjunktur für wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand sorgen“, stellte er die Relevanz der Branche heraus.

Tarek Al-Wazir, stellvertretender Ministerpräsident Hessen


Wirtschaftsminister Al-Wazir kündigte an, dass die neue Landesregierung einen noch stärkeren Akzent auf den Wohnungsbau legen werde: „Wir haben das Ziel, dass alle Menschen in Hessen eine gute Wohnung zu einem bezahlbaren Preis finden können. Das heißt, wir wollen den starken Anstieg der Mieten bremsen. Dazu sind viele Akteure notwendig. Die Landesregierung wird ihren Teil mit dem umfassendsten Maßnahmenpaket beitragen, das es in Hessen je gegeben hat. Auch künftig soll kein Förderantrag für sozialen Wohnungsbau aus finanziellen Gründen abgelehnt werden. Deshalb werden wir die Mittel nochmals erhöhen. Auch den Straßenbauetat werden wir weiter steigern. Für die Umsetzung brauchen wir eine starke Bauwirtschaft.“

Dr. h.c. Thomas M. Reimann, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit BDB-HESSENFRANKFURT


Das konnte Thomas Reimann,  Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit im BDB-Hessen Frankfurt e. V., dem hessischen Wirtschaftsminister direkt zusichern: „Ich bin mir sicher, dass wir in der deutschen Bauwirtschaft verlässliche Partner sind, die mit Zuversicht die Aufgaben der nächsten Jahre angehen und einen wichtigen Beitrag leisten werden. Lassen Sie uns gemeinsam die Rahmenbedingungen dafür schaffen, um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam zu meistern.“


Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.
Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.
Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure Hessen Frankfurt e.V.
Verband beratender Ingenieure e.V.

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VERANSTALTUNGEN

  • ABGnova-BDB-Seminar Aufstockung von Geschosswohnungsbauten in Holzbauweise
    • 02.06.2026
  • Seminar Bauzeit, Verzug, Behinderung
    • 24.06.2026
  • Feier 100 Jahre BDB-HESSENFRANKFURT
    • 20.08.2026
  • Weitere Veranstaltungen
  • EIN FEST FÜR MARTIN WENTZ
    Verleihung der Ehrenbaumeisterwürde
    BAUMEISTER BDB h.c.
    im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main

    KOOPERATIONEN

    Kooperation mit der Bau-Akademie Dr. Koch   mehr ….

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    Kooperation mit dem Bauschäden-Forum   mehr ….

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