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Autor Archiv: Andreas Ostermann

neuer Flyer BDB-HESSENFRANKFURT

Geschrieben am 26. Oktober 2024

 

Neuer Flyer des BDB-HESSENFRANKFURT erschienen

Seit mittlerweile fast zwanzig Jahren gibt der BDB-HESSENFRANKFURT einen eigenen Flyer heraus, der eine Übersicht über das Programm des BDB in Hessen gibt und die Ansprechpartner vorstellt. Dieser wird im Rahmen unserer Veranstaltungen verteilt und von uns auch zur Mitgliederwerbung in Frankfurt eingesetzt.

 

 

 

 

Flyer ‚wir stellen uns vor’_BDB-HESSENFRANKFURT

 

BDB-HESSENFRANKFURT

Bauwissen leicht gemacht – Seminare für Praktiker

Geschrieben am 26. Oktober 2024



Als starke Marke für Fort- und Weiterbildung im Baubereich für den BDB in Hessen initiiert, ist das Veranstaltungsprogramm der BAUMEISTER AKADEMIE heute fester Bestandteil des Angebots des BDB-HESSENFRANKFURT an seine Mitglieder.


Wissen ist mittlerweile per Internet jederzeit und an jedem Ort der Welt quasi kostenfrei abrufbar. Das gilt auch für das Fachwissen für Architekten und Ingenieure und Unternehmer für das Bauen.


Was beim individuellen Wissensabruf im Internet fehlt, ist die Einordnung in relevant und neben­sächlich, in wissenswert und unwichtig – schlicht in die Erfahrung eines Berufsalltags, aus dem sich entsprechende Bewertungen ergeben. Der Referent präsentiert Fachwissen entsprechend, aber wichtig für den Erkenntnisgewinn ist auch der Dialog mit den Seminarteilnehmern sowie der Austausch der Seminarteilnehmer untereinander.


Die BAUMEISTER AKADEMIE setzt deshalb seit Jahren auf Präsenzveranstaltungen, bei denen Kontakte zwischen den Teilnehmern der Seminarveranstaltungen neben der reinen Wissens­vermittlung wichtiger Bestandteil des Konzeptes sind. Diesen Schwerpunkt wollen wir auch zukünftig beibehalten, auch wenn es dem allgemeinen Trend entgegenläuft.


10 Jahre BAUMEISTER AKADEMIE ist neben dem Rückblick auf die Erfolgsgeschichte der Etablierung einer Akademie für den BDB in Hessen auch Anlaß, Danke zu sagen. Ein Danke intern an alle, die als Mitarbeiter und Mitwirkende die BAUMEISTER AKADEMIE möglich gemacht haben. Danke aber auch allen Dozenten, die mit ihrem Fachwissen und ihrer Expertise für die hohe Qualität der Seminar und Vorträge stehen. Und nicht zuletzt gilt unser Dank allen Teilnehmern unserer Veranstaltungen, die bestätigen, daß Wissensvermittlung und fachlicher Austausch im Präsenztermin gefragt sind und die somit über die vielen Jahre wesentlicher Teil der Erfolgs­geschichte BAUMEISTER AKADEMIE sind.


Als kleines Dankeschön für Ihre Treue erhalten die ersten 10 Seminaranmeldungen nach dieser Veröffentlichung einen Jubiläumsrabatt von 10% bei Benennung des Jubiläums-Code 10JBA im Feld ‘Mitteilung‘ bei der Anmeldung auf www.baumeister-akademie.de/veranstaltungen. Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns auch zukünftig gewogen bleiben und das Angebot, das wir bestmöglich an ihrem Bedarf ausrichten wollen, zahlreich annehmen. Es ist unsere Überzeugung, daß jeder Berufsverband auch eine Plattform für den fachlichen Dialog und die fachthemen­spezifische Kommunikation braucht. Das will die BAUMEISTER AKADEMIE bieten – auch die nächsten 10 Jahre.


BAUMEISTER AKADEMIE

auf ein WORT: Elke Rühl

Geschrieben am 23. Oktober 2024

Ihre Zustimmung hat uns Mut gemacht
DIE RICHTIGEN FRAGEN STELLEN


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sie kennen mich vielleicht von meinem letzten Beitrag an dieser Stelle.
Im Sommer 2023 hatte ich mir im BAUMEISTER DIALOG, in einem spontanen Impuls, meinen „Frust von der Seele geschrieben“.


Nach knapp 5 Jahren in der Vertreterversammlung der AKH, hatte ich den Eindruck, dass die Kammer unsere eigentlichen Interessen und unsere Bedürfnisse als Architekten und Architektinnen nicht wahrnimmt. Vielmehr werden universelle Themen behandelt, die wir eher in der „großen“ Politik beheimatet sehen.
Aufgrund der Pandemie tat sich auch in den Ausschüssen/Expertenpools erst einmal wenig und die AKH war sehr mit der Sanierung des Kammergebäudes beschäftigt…das alles war für mich der Anlass, dies einmal öffentlich auszudrücken.
Auch hatte ich das Gefühl, dass wir als relativ kleine Abordnung unseres Verbands (mit nur 3 Mitgliedern in der Vertreterversammlung) wenig bewegen konnten.


Doch nach der Veröffentlichung meines Beitrags, erlebten wir viel Zustimmung und es erreichten uns Erfahrungsberichte aus anderen Büros, die meine Wahrnehmung bestätigten.
So erreichte der Beitrag auch Architekten und Architektinnen aus anderen Verbänden, die ähnliche Erfahrungen teilen, wie die, die ich mit meinem Büro erlebt und erlitten hatte.
Ihre Zustimmung, Ihre Erfahrungsberichte, teilweise in spontanen Kontaktaufnahmen nach der Veröffentlichung meines Beitrags, hat mich und uns alle sehr beeindruckt und gestärkt.
Darunter war eine große Vielfalt von Büros, von inhabergeführten kleineren Büros bis hin zu großen Architekturbüros (>10 MA).


Alleine können wir wenig bewegen, aber gemeinsam (mit unseren Verbänden) sind wir eine große Gruppe von Menschen, die das Bauen und Wohnen und damit auch das Leben der Menschen in unserem Land möglich und auch besser machen wollen.


Das alles hat mir, hat uns allen Mut gemacht, weiterzugehen und den „Finger in die Wunde zu legen“.
Mit unserem Verband, dem BDB-HESSENFRANKFURT konnten wir mit Ihrem Rückhalt bereits einiges „anschieben“. Mittlerweile gehöre ich dem Vorstand als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit an.
Auf Initiative unseres Vorsitzenden, Andreas Ostermann, gingen wir in den Dialog mit den Amtsleitungen von Bauämtern (erst einmal in Wiesbaden und Frankfurt) um über das leidige Thema: Bürokratie und Digitaler Bauantrag zu sprechen.
Am „Runden Tisch“ in Wiesbaden konnten diese konstruktiven Vorgespräche, gemeinsam mit dem BDA vertieft und konkretisiert werden.
Hier gehen Behörden, Planerinnen und Planer gerade aufeinander zu und nähern sich an.


Ihre Rückmeldungen zu unseren Beiträgen, Ihre Unterstützung, haben unsere Verbandsarbeit gestärkt, nicht zuletzt mit dem guten Wahlergebnis für den BDB-HESSENFRANKFURT, sodass wir in der neu gewählten Vertreterversammlung, jetzt mit 6 aktiven und engagierten Menschen vertreten sind.


Voller Enthusiasmus und gestärkt sind wir vollzählig in die neue Legislatur gestartet. Wir konnten die richtigen Fragen an den neuen Kammer­präsidenten stellen und gute Gespräche mit anderen Verbänden führen.


Wir sind voller Zuversicht, dass wir in dieser Stärke und gemeinsam mit anderen Verbänden, doch etwas bewegen können.


Es gibt noch genug zu tun, die alten Themen stehen immer noch auf der Agenda:

  • zu viele unübersichtliche Gesetze und Verordnungen 
  • eine Honorarordnung, die unseren tatsächlichen Aufwand weiterhin nicht abbildet

und nicht zuletzt

  • die mangelnde Anerkennung und auch Wertschätzung unserer Leistungen (nicht nur im Finanziellen)


Wir Architektinnen und Architekten sind Universalisten und Netzwerker:

  • verhandeln gekonnt und immer im Sinne der Bauherrschaften
    mit Behörden, mit Firmen und Fachplanern.
  • begleiten die Menschen die ihr „großes Lebensprojekt Bauen“ starten
    kompetent und mit psychologischem Feingefühl.
  • stellen Teams (aus Statikern/Energieberatern/Brandschützern und weiteren Fachplanern) zusammen, die gut und reibungslos im Projekt zusammenarbeiten können.
  • halten die ständig steigenden Baukosten im Blick
    und suchen Lösungen im Sinne der Bauherrschaften.
  • überwachen die Firmen bei den Bauarbeiten mit vielen Unwägbarkeiten und unzähligen DINs und Vorschriften.
  • und ganz nebenbei müssen wir uns noch mit („preiswerteren“) Firmen auseinandersetzen, die die Bauherren selbst rekrutieren (aus dem Internet) und Baumarkt(halb)wissen verarbeiten…
  • Diese ganze Mühe und die Haftungsfrage dazu bildet sich nicht in der HOAI ab.
    Stundensätze von nur €40-60 können bei der Bauleitung von einem kleinen aber sehr komplexen Bauprojekt herauskommen, wenn man seinen Job ernst nimmt und die Bauleitung nicht nur wöchentlich wahrnimmt.
  • Gerade das Bauen im Bestand (ein großer Teil unserer Herausforderungen) bedingt eine sorgfältige Planung und lückenlose Bauüberwachung mit guter und durchgängiger Dokumentation – auch zur eigenen Absicherung!


Für mich als Büroinhaberin stellt sich hier auch die Frage der Wirtschaftlichkeit (oder ich betreibe mein Büro als „Liebhaberei“).
Aber auch meine Kollegin im BDB-HESSENFRANKFURT, Melissa von der Sitt, (angestellte Architektin) und Mitglied in der neuen Vertreterversammlung, sieht diese Problematik und hat das Thema, ebenfalls in ihrem Beitrag im BAUMEISTER DIALOG auf den Punkt gebracht:

„… Generell möchte ich, dass die Kammer die „bubble“ verlässt und wir als Architekten mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Die Kammer muss in die Pflicht genommen werden, deutlich mehr dafür zu tun. Aufzuzeigen, welche Vorteile es für private Bauherrn bedeutet, einen Architekten zu beauftragen. …“



Es ist unsere Chance uns einzumischen – etwas zu bewegen. Ihre Meinung hat uns nicht nur angespornt, sondern hat uns bei unseren Gesprächen und unserem Handeln unterstützt, da wir nicht nur aus der eigenen Erfahrung berichten konnten.


Gerne weiter so – geben Sie uns Ihr Feedback, denn Ihr Wort, Ihre Meinung zählt und bewegt, das haben wir im letzten Jahr erlebt!


Wir bleiben dran, für Sie, für uns alle!

DANKE für Ihre Unterstützung!



Ihre Elke Rühl

ARCHITEKTIN BDB
Vorstandsmitglied im BDB-HESSENFRANKFURT
gewähltes Mitglied in der Vertreterversammlung der AKH

BDB-Baustellenbesichtigung Kohleersatzprojekt HKW-West

Geschrieben am 23. Oktober 2024

Es war eine schöne Besichtigung des Kohleersatzprojektes HKW-West bei der MAINOVA AG mit interessanten Eindrücken.
Wir bekamen Informationen vom Projektbeginn des Baues durch die Präsentation von Hr. Peters und im Anschluß konnten wir live miterleben, wie der Bau und Umstieg auf moderne Energieversogung erfolgen kann.

Während der Baustellenbesichtigung waren leider keine Fotos erlaubt. Im Anschluß hat ein kleiner Teil der Gruppe noch das Angebot angenommen, die Bestandsanlage HKW-West zu besichtigen. Belohnt wurde das mit einem wunderbaren Blick über Frankfurt am Main.

Ein spannendes und interessantes Erlebnis. Danke an Frau Günther für die tolle Organisation und die Möglichkeit der Besichtigung.

Brigitte de Jager
BDB-HESSENFRANKFURT

Bücher

Geschrieben am 15. Oktober 2024

„Kulturbolschewismus“ oder „Ewige Ordnung“

von Norbert Bormann.

198 Seiten, Format 24,5 x 22,5 cm,
gebunden,
28,00 EUR

Ares Verlag, Graz

ISBN: 978-3-902475-65-7


Die Architektur ist seit der Jahrhundertwende um 1900 zum Schauplatz erbittert ausgetragener ideologischer Kämpfe geworden: Klassizismus gegen Gründerzeit, Bauhaus versus Heimatstil, Moderne gegen Postmoderne, Flachdach gegen Steildach usw. Der Streit um die architektonischen Formen wurde seit der Russischen Revolution 1917 auch ein eminent politischer. Die Erbitterung, mit der bis zum heutigen Tag um Aussagen und Begriffe „Diktatoren-Klassizismus“, „Ornament ist ein Verbrechen“ oder „Verlust der Mitte“, diskutiert wird, belegen dies.

So unterschiedliche Exponenten wie Peter Behrens, Adolf Loos, Le Corbusier, Frank Lloyd Wright, Heinrich Tessenow, Albert Speer oder Paul Schulze-Naumburg stehen für verschiedene Lebensgefühle, aber auch für verschiedene politische Weltentwürfe des 20. Jahrhunderts. Ihre Auseinandersetzungen sind für die Architektur und damit für das Aussehen der uns umgebenden Landschaft bis heute von großer Bedeutung.it dem »Atlas des Möbeldesigns« veröffentlicht das Vitra Design Museum das neue Grundlagenwerk zur Geschichte des modernen Möbeldesigns. Der inhaltliche Bogen der Publikation reicht von den Anfängen der Industrialisierung bis zum digitalen Zeitalter, das heute auch im Möbeldesign eine zunehmend größere Rolle spielt.

Mit Inhalten aus über 20 Jahren Forschung und mehr als 1.000 Seiten ist der »Atlas« das umfassendste Buch, das je zu diesem Thema publiziert wurde. Er dokumentiert 1.740 Objekte von über 540 Designern und enthält mehr als 2.800 Abbildungen. Über 550 Texte liefern detailgenaue Objektanalysen, Essays zu vier großen historischen Epochen beschreiben den soziokulturellen und designhistorischen Kontext der gezeigten Objekte. Hinzu kommt ein umfangreicher Anhang mit Designerbiografien, Informationsgrafiken, Bibliografien sowie Hersteller- und Materialglossar.

All dies macht das Werk zu einer unverzichtbaren Quelle für Sammler, Wissenschaftler und Experten – und nicht zuletzt zu einem bestechend gestalteten Buch für Designliebhaber auf der ganzen Welt.


Ares Verlag, Graz




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Hoch das Beet

von Folko Kullmann.

128 Seiten, Format 18,5 x 24,2 cm,
gebunden,
14,99 EUR

Gräfe und Unzer Verlag, München

ISBN: 978-3-8338-5579-5

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten – frischer geht’s nicht! Und ob das Basilikum, die Erdbeeren oder der Salat auch wirklich bio sind, weiß man bei Selbstangebautem eben ganz genau. Doch das wirklich zentrale Argument für die Selbstversorgung ist der Spaß, den das Garteln bringt sowie das unglaublich befriedigende Gefühl, einen Teil der Lebensmittel, die auf den Tisch kommen, mit eigener Hände Arbeit gepflanzt, gepflegt und geerntet zu haben. Wäre da bloß nicht das mühevolle Bücken. Dem kann jedoch ganz einfach Abhilfe geschaffen werden: Hoch das Beet!heißt die Lösung und der neue GU-Ratgeber von Folko Kullmann. Ganz nach der Devise „Gewusst wann!“ erklärt der Autor, wie man erfolgreich nach dem phänologischen Kalender gärtnert. Ob rustikal aus Holz, formal aus Metall, oder edel aus Ziegeln oder Naturstein, Hochbeete sind nicht nur gut für den Rücken, sie machen auch optisch eine Menge her. Das Pflanzsubstrat, mit dem sie gefüllt werden, wirkt auf die Pflanzen wie ein Wachstumsbooster. Auch lässt sich Unkraut dort leichter im Zaum halten und es gibt weniger Probleme mit ungebetenen tierischen Gästen. Folko Kullmann stellt nicht nur die Vorteile des Gemüseanbaus im Hochbeet vor, sondern gibt detaillierte Anleitungen zum Bau verschiedener Hochbeet-Varianten einschließlich einer Spezialkonstruktion für Kartoffeln sowie einem Aufsatz zur Nutzung als Frühbeet. Im großen Mittelteil des Buches erklärt der Autor, welches Gemüse sich für die Selbstversorgung mit dem Hochbeet eignen und wie man die benötigten Mengen berechnet. Drei verschiedene Anbaupläne mit unterschiedlichen Schwerpunkten – ein Salatbeet, ein Beet mit Wurzelgemüsen und ein Beet mit südländischen Genüssen wie Tomaten & Co. lassen keine Wünsche offen. Der Jahresplaner begleitet die drei Anbaupläne durch die phänologischen Jahreszeiten: Wann wird welches Gemüse ausgesät oder gepflanzt? Wann sind auf welchem Beet welche Pflegemaß-nahmen nötig und wann ist welches Gemüse erntereif? Locker ins Buch eingestreute Extras widmen sich Spezialthemen wie „vertikales Gärtnern mit Euro-Paletten“ oder „Was tun wenn: Die häufigsten Schädlinge, Krankheiten und Pflegefehler erkennen und Abhilfe schaffen“.


Gräfe und Unzer Verlag, München

Bauen in der Krise: WIR MÜSSEN MUTIG SEIN

Geschrieben am 4. Oktober 2024
v.l.n.r.: Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann (1. Vorsitzender BDB-HESSENFRANKFURT), Architekt BDB Till Marwede (Vorstand BDB-HESSENFRANKFURT), Architekt BDB Carsten R. Kulbe (2. Vorsitzender BDB-HESSENFRANKFURT) und Elke Barth (wirtschafts- und wohnungsbaupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im hessischen Landtag), Tobias Eckert (Fraktionsvorsitzender SPD-Fraktion im hessischen Landtag)



Die politische Großwetterlage läßt erkennen, daß im politischen Betrieb zusehens das gefällige Wort und das schöne Bild zu wenig sind um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Im Gespräch mit Tobias Eckert, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, und Elke Barth, wirtschafts- und wohnungsbaupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, sind Interesse am Thema und fachliches Wissen selbstverständliche Grundlage im Dialog – und das ist wohltuend gut:



„Mit großer Ernsthaftigkeit arbeiten wir an einer Novellierung der HBO.“ sagt Tobias Eckert und verweist auf die Kommission ‘Innovation am Bau‘, die viele Akteure der Branche einbezieht und seit geraumer Zeit in steter Regelmäßigkeit daran arbeitet, Vorschläge zur Vereinfachung und Verbesserung der HBO zusammen zu tragen. „Wir können auf unsere Anträge aus der letzten Legislatur zurückgreifen und sind so relativ schnell in die fachlichen Abstimmungen mit den Beteiligten in der Kommission gekommen.“
Das bestätigt auch Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann: „Wie immer bleibt abzuwarten, was hinten rauskommt – aber wir haben den Eindruck, daß der ernsthafte Ansatz besteht, die verschiedenen Vorschläge zusammenzutragen und das Machbare schnell umzusetzen.“
Ostermann mahnt aber nach dem Wegfall von Prof. Messari-Becker einen fachlichen Ansprechpartner im Ministerium an.



In der HBO wird auch auf die VVTB (Verwaltungsvorschriften Technische Baubestimmungen) verwiesen, die so Baurecht werden. Hessen hat hier sich in den letzten Jahren selbst das dickste Päckchen geschnürt und jetzt so viele Seiten Vorschrift, wie sonst kein anderes Bundesland in der Republik. Der BDB-HESSENFRANKFURT setzt sich für den Wegfall des landeseigen aufgeblähten Vorschriftenwerkes ein und verweist auf die sehr einfachen Regelungen in Mecklenburg Vorpommern. Aber das braucht politischen Willen und Mut.



Carsten Kulbe, Architekt BDB und 2. Vorsitzender des BDB-HESSENFRANKFURT, spricht das Thema Bebauungsplan an: „Die Verfahren sind zu kompliziert und dauern zu lang. Wenn ich ein solches Projekt anstoße, weiß ich nicht, ob ich selbst dort noch bauen werde.“
„Ja, wir müssen da ran und die Verfahren straffen, Bürgerbeteiligung ja, aber eine, anstelle z.T. mehrerer öffentlicher Auslegungen sollte zum Beispiel langen. Irgendwann muss man auch Vertrauen zu seinen gewählten Volksvertretern haben,“ so Elke Barth im Gespräch mit dem BDB-HESSENFRANKFURT.
Da scheint die Tür für mutige Änderungen aufzugehen.



Und noch eine mutige Forderung positioniert sie: Wir müssen darüber nachdenken, ob Stellplatzsatzungen in der aktuellen Form noch zeitgemäß sind. In Bereichen um gut ausgebaute Knotenpunkte des ÖPNV braucht es die eigentlich nicht. „Bürger suchen sich diese Wohnstandorte bewußt aus, weil sie kein Auto nutzen wollen und auch keines mehr habe. Gerade junge Menschen denken hier ganz anders“
Till Marwede, Vorstandsmitglied BDB-HESSENFRANKFURT, bestätigt das: „Berlin hat keine Stellplatzsatzung. Der Bedarf wird über ein Gutachten ermittelt und entspricht den tatsächlichen Anforderungen des jeweiligen Bauvorhabens und nicht den Vorgaben einer Satzung, die einen veralteten Stellplatzbedarf fordert.“



Auch die vielen Vorgaben für barrierefreies Bauen müssen überprüft werden: „Ein grundsätzlich vereinfachter barrierefreier Standard, beispielsweise mit breiteren Türen und weniger Stufen für alle. Wenn ich nebeneinander drei Mehrfamilienhäuser baue, kann auch eines ohne Aufzug sein. Das senkt die Kosten. Wir müssen mutig sein“, sagt Barth, erkennt jedoch die Herausforderungen angesichts der vielen unterschiedlichen Interessen.
Aber ohne Mut, kommen wir beim Bau und beim Wohnen nicht aus der Krise.



Zum Thema Bauland und neue Wohnstandorte will Ostermann wissen: Was wird aus dem Großen Frankfurter Bogen? Bisher ist aus der Idee kein großer Impuls geworden. Ist das Projekt tot? Hier bleibt Elke Barth vage: „Wir werden da sicher auf den Erkenntnissen aufbauen. Aber unser Ansatz ist allgemeiner und nicht so eng beschränkt auf ÖPNV-Anbindungen.“ Das klingt, als gäbe es da noch viel zu tun.



Was bleibt, ist der Eindruck, daß viel in Bewegung ist . Es bleibt abzuwarten, was umgesetzt wird.
Mut scheint da zu sein – und das ist gut so.


BDB-HESSENFRANKFURT

Vertreterversammlung AKH am 24.09.2024- Kurzinfo

Geschrieben am 24. September 2024

Alle gewählten Mitglieder des BDB-HESSENFRANKFURT bei der Vertreterversammlung in der ersten Reihe!



Wir konnten uns gut einbringen, auch mit Kommentaren zur Rede des neuen Präsidenten, zum Ausblick auf die nächsten 5 Jahre. (Herr Gerhard Greiner hat Frau Brigitte Holz abgelöst)


Auf unseren Hinweis, dass wir die „Sorgen und Nöte“, die Probleme auch der kleineren und mittleren Architekturbüros, in seinem Ausblick vermissen, schlägt er uns bilaterale Gespräche vor. Dieses Angebot sollten wir wahrnehmen, auch um über die zukünftige CO2 „Bepreisung“ von Häusern bereits in der Bauantragsphase zu sprechen. Der Justitiar und Geschäftsführer der AKH, Herr Dr. Kraushaar, referierte dazu.


Im Anschluss an die Veranstaltung konnten wir gut „Netzwerken“ und uns mit anderen Verbänden austauschen. Das ist in unserer neuen Besetzung von 5+1 deutlich wirkungsvoller!


Für die nächste Vertreterversammlung, planen wir einen verbandsübergreifenden Antrag, zur Lage der Architekten und Architektinnen und ihren Büros.


Sie werden dazu noch von uns informiert,

Wir bleiben dran!


BDB-HESSENFRANKFURT

unter Eigenlast zusammengebrochen – BRÜCKEN-KRISE – ohne Schaden kein Geld!

Geschrieben am 13. September 2024
Carolabrücke Dresden – Bild © Landeshauptstadt Dresden



Die Carolabrücke in Dresden ist zusammengeklappt und liegt jetzt in der Elbe. Die Bilder davon laufen durch die Medien und sind Mahnmal für den Zustand der Brücken in Deutschland.

Nicht übergroße Verkehrslast, keine hohe Schneelast und auch keine andere außergewöhnliche Lasteinwirkung haben die Brücke zum Einsturz gebracht. Sie ist einfach unter ihrer Eigenlast zusammengebrochen – nachts um kurz vor drei.

Für jeden liegt jetzt bildhaft vor, wie marode Brücken in Deutschland sind.

Dabei gibt es wenig, was so gut und transparent dokumentiert ist, wie der Zustand der Brücken in Deutschland – zumindest die Bundesfernstraßen betreffend. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Brückenstatistiken und Zustandsnoten der Brücken der Bundesfernstraßen (siehe hier).

220 (!) Brücken haben in der BASt-Übersicht Zustandsnoten schlechter (!) als die Carolabrücke in Dresden. 2322 Brücken sind bewertet worden als in nicht ausreichendem Zustand befindlich. (Beide Werte beziehen sich auf die Veröffentlichung BASt: ‘Zustandsnoten der Brücken‘, Stand 03/2024). Hinzu kommen die Brücken mit entsprechend schlechten Zustandsnoten, die nicht den Bundesfernstraßen zuzuordnen sind und bei denen die Baulast bei den Ländern oder den Gemeinden liegt.

Der Streit der Ampel zum Bundeshaushalt ist noch nicht komplett beigelegt, da zwingt die mit so eindrucksvoller Wucht sich in die allgemeine Nachrichtenlage hineingesenkte Elbbrücke Bundesverkehrsminister Wissing zu finanziellen Zusagen für die Infrastruktur.

Die politischen Handlungsfelder führen in diesen Zeiten vielfach in die Niederungen der Notwendigkeiten.

Glücklich, daß der Weckruf aus Dresden keine Toten und Verletzten gekostet hat. Es hätte auch eine ganz andere Dramatik geben können.


Was Hessen jetzt tun muß?

Für eine vergleichbare Transparenz der Zustandsnoten wie bei der BASt sorgen und den Zustand hessischer Brücken öffentlich machen. Sich für den Erhalt der Infrastruktur einsetzen.

Und vor allem – ohne erst einen weiteren Schaden abzuwarten:

Jetzt Handeln!

BDB-HESSENFRANKFURT

Bauen heute – komplizierter und teurer denn je

Geschrieben am 10. September 2024
Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann (1. Vorsitzender BDB-HESSENFRANKFURT), Dr. Stefan Naas (Fraktionsvorsitzender FDP-Fraktion im hessischen Landtag), Architekt BDB Carsten R. Kulbe (2. Vorsitzender BDB-HESSENFRANKFURT)



Die Vorsitzenden des BDB-HESSENFRANKFURT Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann und Architekt BDB Dipl.-Ing. Carsten R. Kulbe setzten ihre Gesprächsreihe mit der hessischen Politik mit dem  Fraktionsvorsitzenden der FDP im hessischen Landtag, Hrn. Dr. Stefan Naas, fort.


Herr Dr. Naas, der gleichzeitig auch Sprecher für Wirtschaft, Verkehr und Wohnungsbau seiner Fraktion ist, eröffnet den Dialog indem er sich klar von allen marktbeeinflussenden und teuren politischen Ideen und Vorschlägen anderer Parteien distanziert.


Klar zeigt er auf, welche die liberalen Positionen sind:

  • Zeitnahe Reform der Bauvorschriften, insbesondere Vereinfachung der Hessischen Bauordnung
  • Runter mit den überbordenden Vorschriften und unsinnigen Auflagen für Brand- und Lärmschutz
  • Änderung des Deponiegesetztes, das das Bauen unnötig verteuert

Wobei auch ein sinnvolles Überdenken der Barrierefreiheit bei Neubauten nicht außen vor bleiben kann.


„In Summe muss das Bauen wieder einfacher und damit bezahlbar werden“ fordert Dr. Naas.


Ostermann und Kulbe geben der Hoffnung Ausdruck, dass die Gesetzesinitiative von Bundesjustizminister Marco Buschmann für den Gebäudetyp E zum Tragen kommt. Dies würde einen entscheidenden Impuls geben.


Ostermann bringt das Gespräch auf die VVTB, die in Hessen mittlerweile auf Sage und schreibe 580 Seiten mehr Unsicherheit denn je in die Materie bringen.  Dr. Naas kann den Bedarf alles auf die bauordnungsrechtliche Schiene zu bringen so ebenfalls nicht erkennen.


Kulbe betont, dass die wirtschaftliche Prosperität, bzw. Rentabilität einer Baumaßnahme letztendlich durch die vorabaufgezeigten Parameter derzeit entscheidend negativ beeinflusst wird.


„Nicht nur mehr und preiswerter Wohnraum, sondern auch Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen am Bau muss eines der Kernziele für alle bleiben.“ Formuliert Dr. Naas.


Man ist sich einig. Die derzeitigen Förderprogramme sind unzureichend und vermeintlichen steuerlichen Vorteile bieten nicht genügend Anreize und sollten dringend überdacht werden.

BDB-HESSENFRANKFURT

Bürokratie bremst Wohnungsneubau und Sanierung – HBO-Novelle längst überfällig

Geschrieben am 4. September 2024



Verbändebündnis Impulse für den Wohnungsbau seit zehn Jahren aktiv


Seit zehn Jahren setzt sich die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau – HESSEN“ für mehr Wohnungen und bessere Rahmenbedingungen für die Bau- und Immobilienwirtschaft in Hessen ein. Das Jubiläumsjahr der Initiative falle in eine herausfordernde Zeit für die Branche, so Impulse-Sprecher Gerald Lipka:


„Die Menschen in Hessen benötigen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Die Zahlen der Baugenehmigungen gehen in besorgniserregendem Maße zurück. Damit eine Trendumkehr gelingt, muss die Landesregierung ihrer Rolle gerecht werden und sowohl bei Bestandsgebäuden als auch im Neubau deutlich mehr Engagement zeigen. Wir müssen endlich die Kosten senken und das Bauen insgesamt einfacher und schneller machen.“ Diese Ziele könne das Land Hessen nicht allein bewältigen – hierbei sei ein gutes Zusammenwirken von Bund, Land und Kommunen nötig, fordern die in der Initiative zusammengeschlossenen Verbände.



Land Hessen sollte Buschmann-Initiative zu Gebäudetyp E unterstützen

Die Landesregierung um Ministerpräsident Boris Rhein stehe in der Pflicht, sich im Bundesrat stärker zu positionieren, fordert Impulse-Sprecher Gerald Lipka, zugleich Geschäftsführer des BFW Landesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland. Die Gesetzesinitiative von Bundesjustizminister Marco Buschmann zum Gebäudetyp E gehe in die richtige Richtung, so Lipka. „Wir können uns in der aktuellen Krise keine Komfort-Bauvorschriften mehr leisten. Kern der geplanten Reform des BGB ist, eine Abweichung von den anerkannten Regeln der Technik einfacher zu ermöglichen, ohne dass hierdurch sicherheitsrelevante Bereiche des Bauens betroffen wären. Mit der Reform ließe sich der Vorschriftendschungel auf einen Schlag um tausende von Normen lichten und wir könnten schneller und kostengünstiger bauen. Dies ist auch im Interesse von Verbrauchern in Hessen, die nicht die höchsten technischen Standards wünschen, sondern bezahlbaren Wohnraum suchen!“



HBO-Novelle zügig umsetzen, damit mehr Wohnungen gebaut werden können

Neben dem Einsatz auf Bundesebene könne das Land Hessen auch selbst viel tun, um das Bauen zu vereinfachen und zu beschleunigen, erklärt Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) und stellvertretender Sprecher der Initiative: „Der Weg von der Planung bis zur fertigen Wohnung ist oft zermürbend: zu lang, zu mühsam und zu teuer. Eine Reform der Hessischen Bauordnung (HBO) kann zwar nicht alle Probleme lösen, ist aber ein wichtiger Baustein. Ein großer Hebel liegt vor allem bei den Vorschriften zur Aufstockung von Gebäuden und zum Dachgeschossausbau. Es könnten viele neue Wohnungen entstehen, wenn die aktuellen Anforderungen an den Lärm- und Brandschutz sowie an die Barrierearmut nicht für das Bestandsgebäude gelten. Denn wenn dort umgebaut werden muss, ist das oft so teuer, dass von den Vorhaben Abstand genommen wird. Für den neuen Gebäudeteil sollten darüber hinaus nur die aktuellen Anforderungen an Brandschutz und Statik gelten. So kann mit einigen Änderungen beides vereinbart werden: gute und sichere Gebäude und die schnelle und unbürokratische Schaffung von bezahlbaren Wohnungen.



Hohe Stellplatznachweise der Kommunen nicht mehr zeitgemäß

Tobias Rösinger, Vorstandsmitglied der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, plädiert ebenfalls für einen zügigen Abschluss der begonnenen HBO-Novelle. Die in der Kommission „Innovation im Bau“ gesammelten Vorschläge der Praxis müssten zügig geltendes Recht werden. Bei nachträglichen Ertüchtigungen oder geringfügigen Erweiterungen von Bestandsgebäuden müssten Anforderungen an Schall- und Brandschutz auf Neubaustandard hinterfragt werden. Handlungsbedarf sieht er auch bei kommunalen Satzungen, vor allem bei den Anforderungen an Stellplatznachweise. „Moderne Mobilitäts- und Parkraumbewirtschaftungskonzepte, die im Maßstab des Quartiers von den Kommunen erlassen werden, sollten das starre Festhalten an Stellplätzen je Wohneinheiten überwinden. Wohnen ist wichtiger als Parken am Haus oder gar in der Tiefgarage. Die Landesbauordnung muss deshalb Ermächtigungen zum Erlass von kommunalem Satzungsrecht künftig deutlich restriktiver gestalten und Kommunen auferlegen, eine detaillierte Folgekostenbetrachtung vor Erlass von Baukosten treibendem Satzungsrecht anzustellen.“



Hessen muss abspecken: VVTB so umfangreich wie in keinem anderen Bundesland

Andreas Ostermann, Koordinator der Impulse und Vorsitzender des BDB-Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure Hessen Frankfurt, kritisiert einen weiteren Aspekt im Rahmen der Bauordnung: „Mit über 580 Seiten hat Hessen die umfangreichste Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VVTB) in der Republik. Insbesondere die 14 hessischen Anhänge blähen das Regelwerk unnötig auf. Zudem führen die vielen statischen Verweise auf speziell hessische Richtlinien und Verordnungen dazu, dass bei jeder Änderung auch die VVTB in Hessen wieder als Ganzes geändert werden muss. Andere Bundesländer lösen das besser. Brandenburg kommt beispielsweise in einer zweiseitigen ministeriellen Bekanntmachung mit dem Verweis auf die Muster-VVTB und nur fünf (!) landesspezifischen Anpassungen aus. Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise verweist dynamisch auf die Muster-VVTB des Deutschen Instituts für Bautechnik und erspart sich somit grundsätzlich immer wieder neue Erlasse. Diese Praxis empfehlen wir auch für Hessen.“




Mittelständische Bauunternehmen für mehr Augenmaß statt sinnloser Bürokratie

Auch aus Sicht des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen legten die Vorschriften Bauwilligen in Hessen überflüssige Fesseln an, so Hauptgeschäftsführer Dr. Burkhardt Siebert. „Deutschland baut die dicksten Geschossdecken in ganz Europa, das löst unnötige Kosten aus und ist im Übrigen auch nicht nachhaltig.“ Doch nicht nur der Wohnungsbau leide unter Bürokratie: „Wenn ein Baugerät wie ein Bagger von Fulda nach Frankfurt oder von Offenbach nach Wiesbaden befördert werden soll, bedarf es dazu einer Transportgenehmigung. Seit mehreren Jahren werden die diesbezüglichen Vorschriften zum Nachteil der hessischen Wirtschaft verändert. Das Genehmigungssystem ist hierdurch immer komplizierter, umfangreicher und auch teurer geworden. Nicht selten umfassen solche Transportgenehmigungen mehr als 70 Seiten mit Angaben zur Route und zu Auflagen. Das alles treibt die Baukosten unnötig in die Höhe. Wir müssen schnellstens Augenmaß und Vernunft walten lassen, wollen wir die dringend erforderliche Kehrtwende für unsere Wirtschaft schaffen.“



Vorbildfunktion der öffentlichen Hand: Einsatz von Recyclingbaustoffen vereinfachen

Thomas Reimann, Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., fordert von der öffentlichen Hand eine Gleichstellung von Recycling- und Primär-Baustoffen in öffentlichen Ausschreibungen. „Die Bauwirtschaft ist ein ressourcenintensiver Wirtschaftsbereich, dies lässt sich mittelfristig kaum ändern. Es gibt bereits zahlreiche Recyclingprodukte auf dem Markt, die den Materialien aus Primärrohstoffen in bau- und umwelt-technischen Qualitäten gleich sind.“ Die Verwendung von Recyclingmaterial werde jedoch oftmals durch die Formulierung der ausschreibenden Stelle schon direkt ausgeschlossen. Sein Vorschlag lautet daher: „Die Zulassung von recycelten Materialien bei öffentlichen Ausschreibungen hat die Regel zu sein. Die öffentliche Hand kann mit ihrer Marktmacht einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten und damit ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und Vorreiter für nachhaltiges Bauen werden“.



Weniger regulieren, mehr bauen: Das Wohnen darf nicht zum Luxusgut werden

Für den Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie fordert Michael Strauch eine Abkehr von der bisherigen Regulierungswut. „Allein die Planungs- und Gutachterkosten für einen Rückbau haben sich durch die Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Auch die Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung von Bodenaushub haben sich seit 2014 mehr als verdoppelt.“ Die Niederschlags-Entwässerung von Neubauvorhaben in Frankfurt sei mittlerweile ebenfalls zu einer Wissenschaft geworden. „Allein die Planungskosten für ein Entwässerungsgesuch haben sich innerhalb der letzten Jahre vervielfacht – von den Kosten der Ausführung ganz zu schweigen. So darf es nicht weitergehen. Sonst wird Bauen zum Luxusgut, das nur noch sehr wenigen Menschen in unserer Gesellschaft vorbehalten bleibt.“



Hintergrund: 10 Jahre Impulse für den Wohnungsbau – HESSEN

Seit zehn Jahren bildet das Verbändebündnis „Impulse für den Wohnungsbau – HESSEN“ eine starke Stimme für die Interessen der Bau- und Immobilienwirtschaft in Hessen. Der Zusammenschluss der 15 hessischen Verbände wird von der Bundesinitiative unterstützt. Ähnliche Initiativen gibt es noch in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Gegründet wurde die hessische Länderinitiative im Jahr 2014, als der Wohnungsbau in den Fokus des politischen Interesses gerückt ist. Die Ziele der Impulse für den Wohnungsbau sind unverändert aktuell. Die breite Verbändezusammenarbeit bündelt die politischen Interessen über die Verbandsgrenzen hinweg. Gemeinsame Forderungen wichtiger wohnungswirtschaftlicher Akteure sind für die Politik in Hessen daher eine wichtige Orientierung.

Impulse für den Wohnungsbau – HESSEN

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