Ministerpräsident Volker Bouffier: 1,2 Milliarden Euro für den Wohnungsbau in Hessen bis 2019

 

Jahresauftaktveranstaltung der hessisch-thüringischen Bauwirtschaft

v.l.n.r.: Rainer von Borstel (Hauptgeschäftsführer Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.), Andreas Ostermann (Vorsitzender Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Frankfurt Rhein Main e.V.), György Varga (Vorsitzender Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.), Ministerpräsident Volker Bouffier, Frank Dittmar (Präsident Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.), Dr. Burkhard Siebert (Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.)

 

 

Zum dritten Mal luden der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V., der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Frankfurt Rhein Mai e.V. und der Verband Beratender Ingenieure zu einer gemeinsamen Jahresauftaktveranstaltung ein.

 

 

Frank Dittmar, Präsident des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., begrüßte rund 300 Gäste aus Wirtschaft und Politik im Plenarsaal der Industrie- und Handelskammer Frankfurt und verwies auf die großen Erwartungen, mit der die Bauwirtschaft in das Jahr 2017 geht. „Wir rechnen mit einem Umsatzwachstum von 5 Prozent. Damit werden die baugewerblichen Umsätze mit 112 Mrd. Euro den höchsten Wert der vergangenen zwanzig Jahre erreichen. Wir gehen von einem Wachstum in allen Bausparten aus, wenn auch auf unterschiedlich hohem Niveau. Auch die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe wird um 10.000 wachsen. Allerdings habe der Beschäftigungsaufbau seine Grenzen, da sich die Gewinnung von Fachkräften schwierig gestalte.

 

György Varga, Vorsitzender des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V., betonte die enorme Bedeutung des Bauens für die Gesellschaft und die Kultur. Keine gesellschaftliche Herausforderung lasse sich ohne Bauwirtschaft lösen. Varga begrüßte den vom Bund initiierten Investitionshochlauf. „Und nun wird es Zeit, dass auch Länder und Kommunen dem Beispiel des Bundes folgen und investieren, denn die finanzpolitischen Voraussetzungen sind vorhanden. Und um die Aufgaben lösen zu können, bedarf es nicht nur der finanziellen Mittel: die Bauwirtschaft erwartet von der Verwaltung vernünftige und ausgereifte Planung und die Einstellung des dafür nötigen Fachpersonals.“ Das Gesetz der öffentlichen Auftragsvergabe müsse zudem überdacht werden: „Der niedrigste Anbieter erhält den Auftrag! – das kostet den Steuerzahler, der sehr häufig für Zeitverzögerungen und Pfusch aufkommen muss, im Endeffekt weit mehr, als wenn man von Anfang an den Besten und nicht den Billigsten genommen hätte“, erläuterte Varga. Die wichtigste Aufgabe allerdings sei: „Die Bauwirtschaft muss die Nachwuchsgewinnung vorantreiben. Bauen ist ein interessanter, aufregender und kreativer Job, der Bau bietet abwechslungsreiche und zukunftsträchtige Berufe, und beste Aufstiegs-, Karriereund Verdienstmöglichkeiten sowieso.“

 

„Die Menschen in unserem Land brauchen Wohnraum, Arbeit und eine funktionierende Infrastruktur. Zu all dem leistet die Bauwirtschaft einen entscheidenden Beitrag“, sagte der Hessische Ministerpräsident, Volker Bouffier, und führte aus: „Die größten Wachstumsimpulse gehen derzeit vom Wohnungsbaumarkt aus. Wohnraum wird weiter stark nachgefragt, insbesondere in den Ballungsräumen. Grund hierfür ist der Trend zur Urbanisierung, aber auch die gestiegene Bevölkerungszahl durch die Zuwanderung. In Hessen haben wir bereits wichtige Weichen gestellt. Dank einer Aufstockung der Fördermittel stehen von 2015 bis 2019 insgesamt 1,2 Milliarden Euro bereit, um bezahlbare Wohnungen zu bauen. Hiervon profitieren nicht nur Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen, sondern auch Studierende, Familien, Menschen mit Beeinträchtigungen oder Senioren.“

 

Andreas Ostermann vom Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Frankfurt Rhein Main warnt davor, in der aktuellen Situation die Baustandards weiter zu erhöhen: „Bei der EnEV plädieren wir für eine Aussetzung. Der Schallschutz entwickelt sich zu einem neuen Kostentreiber und auch das Thema Barrierefreiheit muß pragmatischer angegangen werden.“ Vielmehr muß Qualität auf Basis der vorhandenen Baustandards eingefordert werden. Das geht nur mit fachlich qualifizierten Arbeitskräften. „Wir brauchen eine gesellschaftliche Wertschätzung der handwerklich Bauschaffenden. Diese Anerkennung zu erreichen ist unsere gemeinsame Aufgabe“.

 

 

Die gemeinsame Jahresauftaktveranstaltung soll den stetigen Austausch zwischen Bauwirtschaft und Politik fördern.

 

 

 

 

Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.

Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V.

Verband baugewerblicher Unternehmer Thüringen e.V.

Bund Deutscher Baumeister,
Architekten und Ingenieure

Frankfurt Rhein Main e.V.

Verband beratender Ingenieure e.V.




Grußwort – Jahresauftaktveranstaltung der hessisch-thüringischen Bauwirtschaft 2017

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Zimmermann,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

ja – es ist schon eine kleine Tradition, wenn sich zum dritten Mal in Folge die hessisch-thüringische Bauwirtschaft in Frankfurt zum Jahresauftakt trifft.

 

Wir sind alle gemeinsam überzeugt, daß wir die Bedeutung, die die Branche in der Wirtschaft hat, zusammen deutlicher vermitteln können – und das auch müssen.

 

Die Branche ist in den Fokus der Politik gerückt, weil sie wesentlich dazu beitragen kann, die Herausforderungen der Zeit zu lösen.

 

Die Aufgaben im Wohnungsbau zu meistern geht nur zusammen mit der Bauwirtschaft.
Die Infrastruktur erhalten – sie zu erneuern – ist notwendig und es geht nur zusammen mit der Bauwirtschaft.

 

Um die aktuellen Herausforderungen bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum meistern zu können, müssen viele Vorgaben für das Bauen auf den Prüfstand. Wir müssen aktiv Wohnungsbau attraktiver machen und ein investorenfreundliches Klima fördern.

 

Die Baustandards sind zu hoch.

 

Bei der EnEV plädieren wir für eine Aussetzung. Wir wollen weniger EnEV wagen.

 

Der Schallschutz entwickelt sich zu einem neuen Kostentreiber.
Wettstreitende VDI-Normung und DIN-Normung schaffen ein undurchsichtiges Regulierungsdickicht.

 

Und auch das Thema Barrierefreiheit macht das Bauen teuer. Hier brauchen wir sinnvollere, einfachere, allgemeingültigere Vorgaben. An das Thema traut sich aber niemand so richtig ran.

 

Die Novellierung der HBO steht bevor.

 

Wir müssen schauen, wie wir das Baurecht vereinfachen, Planungs- und Rechtssicherheit schaffen und die Kosten reduzieren können, um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen.

Die Baustandards dürfen deshalb nicht weiter erhöht werden.

 

Vielmehr müssen wir Qualität auf Basis der vorhanden Baustandards einfordern.

 

Bei so manchem öffentlichen Auftrag, wo eben der Billigste den Zuschlag erhalten hat, ist die Abwesenheit von Qualität erlebbar.

 

Davon betroffen sind auch der Architekt und der die Baumaßnahme betreuende Ingenieur. Und nicht selten bleibt der Bauherr auf dem Schaden sitzen.

 

Wir wollen ein positives Image für die Branche.

 

Im August letzten Jahres noch war in der WELT zu lesen:

Flüchtlinge sollen die Personalnot auf dem Bau lindern helfen.

 

Und letztes Wochenende titelte Focus:

Ausbildung Baufirma: Einer von rund 100 Flüchtlingen noch in Qualifizierung.

Und meint die Bauunternehmensgruppe Günter Papenburg in Halle an der Saale, die vor einem Jahr den Schritt in die berufliche Qualifizierung von Flüchtlingen wagte und damit wenig Erfolg hatte.

 

Wer will den Schritt in eine Ausbildung am Bau wagen, wenn die öffentliche Meinung transportiert, daß das, was man am Bau braucht, in schnellen Qualifizierungskursen erreicht werden kann.

 

Wer will seine berufliche Existenz auf einen Bauberuf ausrichten, wenn scheinbar jeder das Handwerk im Schnellverfahren lernen kann?

 

Wir brauchen eine gesellschaftliche Wertschätzung der handwerklich Bauschaffenden. Diese Anerkennung zu erreichen ist unsere gemeinsame Aufgabe. Auch wir wollen mit Baugewerbe und Bauindustrie daran arbeiten.

 

Das ist unser gemeinsames Interesse.

 

 

Zum Schluß bleibt mir, Dank zu Sagen.

 

Vielen Dank, Herr Ministerpräsident, für Ihr Kommen und ihre Ausführungen zur hessischen Landespolitik.

 

Vielen Dank, Herr Bürgermeister Zimmermann, für Ihren Einblick in die Geheimnisse der Haushaltssanierung der Stadt Monheim am Rhein.

 

Ich bedanke mich auch sehr bei den mitveranstaltenden Verbänden, dem Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen und dem Bauindustrieverband Hessen Thüringen, hier namentlich bei Herrn Dr. Siebert, der dieses Jahr federführend die Organisation übernommen hat.

 

Und nicht zuletzt Ihnen allen vielen Dank für die Teilnahme an diesem 3. Jahresauftakt der hessisch-thüringischen Bauwirtschaft.

 

Ihnen allen eine gute Zeit

und uns zusammen ein gutes Baujahr 2017.

 

 

 

Dipl-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann

1.Vorsitzender BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.

 




MITGLIED WERDEN

 

Mitglied können werden:

Alle Architekten und im Bauwesen tätigen Ingenieure, die ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder einer vergleichbaren, staatlich anerkannten Hochschule abgeschlossen haben. Außerdem Studenten der Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen.

 

Der jährliche Beitrag beträgt:

  • für Einzelmitglieder 190,- €
  • für Studenten 34,- €
  • für Jungabsolventen 95,- €

Der Bezug der db deutsche bauzeitung (db) sowie der md Interior Design Architecture ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

 

Aufnahmeantrag BDB (pdf, 201404)

 

 

Ich bin Mitglied im BDB, weil…

„…dieser bundesweit aufgestellte Verein der Bauschaffenden unsere Interessen medial und auf allen Ebenen der Politik vertritt. Der Verein treibt gesellschaftspolitisch wichtige Aufgaben wie Schaffung von Wohnraum und Entwicklungmöglichkeiten für die Gesamtwirtschaft voran. Darüberhinaus ist der BDB ein sehr effektives Weiterbildungs- und Kontaktnetzwerk. Die Mitgliedschaft im BDB hat mir persönlich schon sehr viel weitergeholfen, sei es durch neue Wissensimpulse wie auch durch Aufträge. Außerdem steigert die Mitgliedschaft in einem solchen Berufsständischem Verein die persönliche Reputation der Mitglieder werbewirksam. Gern werde ich auch weiter die Mitgliedschaft im BDB empfehlen, sie ist meines Erachtens sehr nutzbringend.“ : Dipl.-Ing. (TU) Wolfgang A. Hrycak, INGENIEUR BDB

Thomas M. Reimann
„…die Bauwirtschaft in unserem Land eine weiterhin tragende Säule der deutschen Volkswirtschaft ist. Mir wird diese Tatsache auf verschiedenen Ebenen oft ungenügend wahrgenommen; Abläufe aufgrund bürokratischer Hemmnisse werden unnötig verzögert. Daher engagiere ich mich in einer starken Organisation wie dem BDB, um die Interessen unserer Mitglieder und der mittelständischen Bauwirtschaft wahrnehmbar zu unterstützen.“ : Dipl.-Betriebswirt Thomas M. Reimann, Vorstandsvorsitzender der ALEA Hoch- und Industriebau AG, UNTERNEHMER BDB

„…hier Sachverstand auf Pragmatismus trifft. So läßt sich Kooperation gestalten.“ : Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann, INGENIEUR BDB

Jürgensen, Katharina
„…mir eine gute Interessenvertretung für meinen Beruf wichtig ist. Dazu stellt der BDB seinen Mitgliedern ein umfangreiches Netzwerk rund um die Baufamilie zur Verfügung, das vom Job bis zur Fortbildung keine Wünsche offen lässt.“ : BoA Katharina Jürgensen, ARCHITEKTIN BDB

16 Kletti, Dietmar (bearbeitet quadrat, web 150x150)_Kletti
„…die Mitglieder nicht nur aus Architekten bestehen, sondern auch Bauingenieure, Handwerksmeister und sogar Makler dem Netzwerk angehören.“ : Dipl.-Ing. Dietmar Kletti, ARCHITEKT BDB

„…nur ein starker Berufsverband mir garantiert, dass ich auch morgen noch unter adäquaten Rahmenbedingungen als Architekt arbeiten kann.“ : Dipl.-Ing. Carsten R. Kulbe, ARCHITEKT BDB

14_07 Erich Mehrl (web 150x150)
„…ich als vorwiegend mit Architekturaufnahmen beschäftigter Fotograf über die Veranstaltungen des BDB viele fachliche Informationen und aktuelle praktische Bezüge erhalte, die ich für meine Arbeit benötige.“ : Erich Mehrl, MITGLIED BDB

10_11_18 Flörchinger, Robert (bearbeitet quadrat, graustufe, web 150x150)
„…durch die interessanten Vorträge man immer auf dem neusten Stand im Berufsleben steht. Ich kann jedem der im Berufsleben steht nur raten, Mitglied zu werden. Hier erfährt man immer die neusten Informationen.“ : Robert Flörchinger, MITGLIED BDB

„…wir als Hersteller von Produkten für hochwertige und nachhaltige Freiflächen die fachliche Kompetenz der BDB-Mitglieder immer wieder gerne als Herausforderung für gemeinsame Projekte und unsere Produktentwicklung sehen. Eine fachgerechte Planung und Bauüberwachung durch Spezialisten, die sich durch das breite Spektrum hochkarätiger BDB-Seminare fortbilden, ist eine gute Basis für eine Partnerschaft und führt zu Referenzprojekten im Sinne unserer Qualitätsansprüche sowie der Baukultur.“ : Günter Laubinger, Prokorist der Fa. Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co. KG, MITGLIED BDB

13_03 Krohn, Sandra (bearbeitet quadrat, grautufe, web 150x150)_Krohn
„…der Berufsverband seine jungen Mitglieder bereits im Studium unterstützt und fördert. Der BDB hat meinen Werdegang stetig begleitet. Von dem guten Miteinander, den Fachgesprächen mit den Verbandskollegen und dem generellen Erfahrungsaustausch profitiere ich heute noch.“ : Dipl.-Ing. (FH) Sandra Krohn, ARCHITEKTIN BDB

Hellwich, Christiane
„…ich als Studentin durch Vorträge, Gespräche und Exkursionen Fachliches gelernt und erlebt habe, das für mich heute noch von Nutzen ist. Ich finde, daß junge Kollegen die Möglichkeiten des BDB nutzen sollten.“ : Ing. (grad.) Christiane Hellwich, INGENIEURIN BDB

16_03 Klein, Dorothee (bearbeitet quadrat, graustufe, web 150x150)_Klein
„…leidenschaftliche und kompetente Gespräche mit Bauschaffenden der unterschiedlichsten Fachrichtungen Raum geben für neue Netzwerke und Synergien und weil die angebotenen Seminare und Vorträge eine gute Grundlage zur beruflichen Wertschöpfung darstellen.“ : Dipl.-Ing. Dorothee Klein, ARCHITEKTIN BDB

16_05 LOGO WVB (bearbeitet quadrat, graustufe, web 150x150)_WVB
„…für mich als Geschäftsführer sowohl der Gütegemeinschaft Brandschutz im Ausbau e.V. GBA wie auch des Wirtschaftsverbandes Brandschutz e.V. WVB ist der Kontakt zu den Architekten besonders wichtig. Deshalb sind wir gern Mitglied im BDB und speziell im BDB-Frankfurt Rhein Main, da ich ja miterleben konnte, was vor Ort geleistet wird. Wir brauchen in der Hauptstadt Berlin die Bodenhaftung, den ständigen Kontakt zu unseren wichtigsten Partnern vor Ort. Und dazu zählen die Architekten. Zu dem beeindruckt mich die Leistung des BDB insbesondere in seinen Landesverbänden, wo praxisorientiert alle relevanten Probleme aufgegriffen und einer Lösung zugeführt werden.“ : WVB – Wirtschaftsverband Brandschutz e.V., Dr. Dr. h.c. Peter Spary, MITGLIED BDB

„…wir in diesem, als Hersteller bauchemischer Produkte die Möglichkeit haben, Fachthemen auf technisch hohem Niveau mit dessen Mitgliedern diskutieren zu können.“ : Mapei, MITGLIED BDB




Novellierung HBO – Es darf keine Verschärfungen geben

Simone Zapke, Leiterin der Bauaufsicht Frankfurt (BAF), Leitende Magistratsdirektorin (zweite v.l.), Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann, 1.Vorsitzender BDB Frankfurt Rhein Main e.V. (erster v.r.), Architekt BDB Tobias Rösinger, Referat Baumeister (Projektentw./gewerbl. Arch.) BDB Frankfurt Rhein Main e.V. (zweiter v. r.), Dipl.-Ing. Architekt BDB Dietmar Kletti, Referat Architekten BDB Frankfurt Rhein Main e.V. (erster v.l.)

 

„Alles, was das Bauen teurer macht, muß außen vor bleiben bei der Novellierung der HBO. In der derzeitigen Situation weisen wir bei allen Stellungnahmen, die bei uns angefragt werden, stets auf eines hin: Es darf keine Verschärfungen geben.“ sagt Simone Zapke, Leiterin der Bauaufsicht Frankfurt im Gespräch mit dem BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.

 

Das Vereinfachen des Baurechts ist auch das Ziel der Expertengruppe, die sich im BDB zusammengefunden hat, um mit Impulsen die Diskussion um die Novellierung der HBO anzuregen.

 

Den Fokus haben die Architekten der Arbeitsgruppe auf die bauaufsichtlich eingeführten Technischen Baubestimmungen gelegt:

Derzeit werden auch ohne neue Bauordnung immer wieder neue, zusätzliche Normen zu öffentlichem Baurecht. „Es ist überhaupt nicht erforderlich, in dem Maße das Baurecht auf Baubestimmungen auszuweiten, die nicht im regulären Gesetzgebungsverfahren legitimiert werden. Wir fordern, im Rahmen der Novellierung der HBO diesen Automatismus aus der HBO herauszunehmen.“ so Tobias Rösinger, Dipl.-Ing. Architekt BDB (Referat Baumeister, Projektentwickler/gewerbl. Architekten im BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.). „Das macht das Bauen übersichtlicher, stetiger und kalkulierbarer – sowohl für den Planer als auch für den Bauherrn – und wäre ein echter Beitrag zur dringend notwendigen Kostensenkung beim Bauen.“

 

Weiterer Ansatzpunkt der Diskussion sind die Regelungen zu Sonderbauten. Hier ist vieles heute Standard, was aufgrund der Regelungen der HBO noch umfangreichen Prüfungen mit aufwendigen Gutachten unterzogen werden muß. Die Expertengruppe will hier in Kürze konkrete Vereinfachungsvorschläge benennen.

 

Der BDB wünscht sich auch eine offene, positive Debatte zur Dichte von Stadträumen. Die gründerzeitlichen Stadtviertel in Frankfurt sind lebenswert und stark nachgefragt. Bornheim, das Nordend oder Bockenheim sind zum Teil sehr dicht bebaut und gehören in Frankfurt zu den beliebtesten Wohnstandorten.

Zapke sieht hier interessante Ansatzpunkte für eine Diskussion: „Mit Regelungen zu urbanen Quartieren können entsprechende Strukturen auch in anderen Stadtteilen neu geschaffen werden.“

 

Einen konkreten Vorschlag zur Vereinfachung trägt Dipl.-Ing. Dietmar Kletti, Referat Architekten im BDB-Frankfurt Rhein Main e.V., vor: Die Unterschiedlichen Höhen für Umwehrungen, Fensterbrüstungen und Geländer ist nicht erforderlich: Hier könnte generell ein Meter als Höhe für Umwehrungen gelten.

 

Auch das Thema Barrierefreiheit soll neu diskutiert werden. Der Begriff Barrierefreiheit wird mittlerweile fast schon inflationär angewendet. Häufig kommt es bei den derzeitigen Vorgaben gerade im Wohnungsbau zu Zielkonflikten mit anderen Anforderungen, die das Bauen zumindest stark verteuern, oft aber gar nicht lösbar sind oder zu unsinnigen Situationen führen. Derzeit gibt die HBO bei Mehrfamilienhäusern vor, sämtliche Wohnungen eines Geschosses mit sehr hohen Anforderungen bezüglich Barrierefreiheit zu errichten. Daher ist es besser, in der Regel alle Wohnungen barrierefrei auszubilden, aber die diesbezüglichen Anforderungen auf ein vernünftiges Maß abzusenken. „Wir wollen diese Diskussion anregen und führen“, sagt Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann (1.Vorsitzender des BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.). „Es gilt dabei, den Ausgleich der Interessen mit Augenmaß zu suchen.

 

„Als Bauaufsicht sind wir sehr an einem engen Austausch mit den Verbänden interessiert.“ sagt Zapke und will diesen fortsetzen: „Wir überlegen daher – unabhängig von der Novellierung der HBO – einen festen Gesprächsrahmen für den Meinungsaustausch mit den Verbänden zu installieren. Der BDB ist schon jetzt herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.“

 

 

BDB-HessenFrankfurt




auf ein WORT: Andreas Ostermann

 

Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,

 

der BDB-Frankfurt Rhein Main macht  seinen Mitgliedern ein umfangreiches berufspolitisches Angebot zu einem preiswerten Beitragssatz zugänglich. Wir schaffen das mit engagierter ehrenamtlicher Arbeit und einem Blick für das Wesentliche.

 

Seitens des BDB-Bundesverbandes wird immer wieder der Wunsch an uns herangetragen, den Mitgliedsbeitrag für Einzelmitglieder auf 320 EUR zu erhöhen. Das wäre der Mitgliedsbeitrag für Sie als Einzelmitglied im BDB-Bundesverband.

 

Wir wollen aber unseren Mitgliedern auch weiter mit bezahlbarem Beitrag aktiver Partner für die Interessen der Bauschaffenden sein. Dem mit großer Mehrheit auf unserer Mitgliederversammlung 2016 angenommenen Antrag folgend haben wir daher den bestehenden Kooperationsvertrag mit dem BDB-Bundesverband gekündigt und wollen so einer baumeisterlichen Zusammenarbeit ein neues Fundament geben. Wir sind zuversichtlich, daß wir damit in eine positive Zukunft des BDB in Frankfurt und in Hessen gehen können.

 

Damit verbunden ist der Wechel des Mitgliedermagazins. Ab 2017 wird wieder die db deutsche bauzeitung (db) – Deutschlands älteste Architekturfachzeitschrift – das Mitgliedermagazin sein, welches Sie im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft im BDB-Frankfurt erhalten.

Darüber hinaus haben wir in Verhandlungen mit dem Konradin Verlag erreicht, daß alle Mitglieder im BDB-Frankfurt zusätzlich die Zeitschrift md Interior Design Architecture erhalten. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit unserem Angebot.

 

Viel Lob von Kollegen in Hessen

 

Im Rahmen der letzten Landesvorstandssitzung des BDB-Hessen haben wir angeregt über die Aktivitäten des BDB in Frankfurt gesprochen. Für unsere engagierte Verbandsarbeit erhalten wir viel Lob von den Kollegen.

Den Kollegen in Hessen wurde sogar seitens des stellv. Landesvorsitzenden des BDB-Hessen, Dipl.-Ing. Udo Raabe, empfohlen, dem BDB Frankfurt Rhein Main in Hessen beizutreten. Über die damit verbundene Anerkennung unserer intensiven berufspolitischen Arbeit freuen wir uns sehr und begrüßen natürlich jedes Neumitglied gerne in unseren Reihen.

 

Wir sind in diesem Sinne für ein gemeinsames Miteinander aller, die in Hessen sich dem baumeisterlichen Gedanken verpflichtet fühlen.

 

 

Mit kollegialem Gruß, Ihr
Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann




Förderpreise für innovative Ideen im Baugewerbe verliehen

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Zum mittlerweile 33. Mal hat der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. (VbUH) seine Förderpreise für die jeweils besten Examensarbeiten in den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen und Bauwirtschaft vergeben. Zur Feierstunde im Haus der Wirtschaft in Frankfurt hatten sich zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingefunden.

 

„Mit dieser Auszeichnung wollen wir Studierende, die in besonderer Weise fachlich begabt sind, mit einem finanziellen Anreiz unterstützen und an die besonderen Anforderungen der Praxis heranführen“, erläuterte VbU-Präsident Frank Dittmar. Kostenbewusstes Planen und Bauen, bei gleichzeitig guter Qualität und anspruchsvoller Architektur seien dabei die Leitthemen der Förderpreise. Die erfolgreichen Absolventen der Hochschulen stellten die Führungskräfte dar, auf deren Fähigkeit zu innovativem Denken und praxisgerechten Lösungen es für die Zukunft des Baugewerbes entscheidend ankommen werde. Als ein Beispiel für praxisgerechte Innovation präsentierte ein Team der TU Dresden ihr mit dem bauma Innovationspreis ausgezeichnetes Projekt „ConPrint3D – 3D-Druck mit Beton wird das Bauverfahren der Zukunft!“.

 

Bei der Preisverleihung wurde mit einem Preisgeld von EUR 1.000,– die Siegerin in der Kategorie Architektur, Isabel Rosenbaum, von der Frankfurt University of Applied Sciences ausgezeichnet. Die Arbeit wurde von Prof. Jean Heemskerk und Dipl.-Ing. Dominik Wirtgen betreut. In ihrer Abschlussarbeit hatte sie Entwurf und Konstruktion eines Bürogebäudes für die Stadtwerke Heidelberg vertieft und verschiedene Bauweisen auf hervorragende Art und Weise verglichen. Platz 2 belegte Dominik Metz von der Hochschule Darmstadt für seine Arbeit eines imposanten Entwurfs zur sinnvollen Vernetzung von „Work und Life“ in einem Bürogebäude. Er erhielt EUR 750,–. Betreuende Professoren waren Lars Uwe Bleher und Alexander Reichel. Den 3. Platz und ein Preisgeld von EUR 500,– sicherte sich Patryk Brandt von der Frankfurt University of Applied Sciences. In seiner Arbeit demonstriert er virtuos, dass es eben nicht reicht, als Architekt eine anspruchsvolle Form zu entwerfen, sondern es in besonderer Weise darauf ankommt, sich mit der konstruktiven Umsetzung zu beschäftigen. Die Arbeit wurde ebenfalls von Prof. Jean Heemskerk und Dipl.-Ing. Dominik Wirtgen betreut.

 

In der Kategorie Bauingenieurwesen siegte Kristin Follmann von der Hochschule Darmstadt mit ihrer Arbeit „Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur der Zukunft in der Stadt Neu-Isenburg“. Betreut wurde die Arbeit von den Professoren Dr. Roland Weber und Dr. Klaus Habermehl. 2. Siegerin wurde Mona Wickert von der Universität Kassel, die sich mit dem in der Praxis überaus relevanten Thema der Ertüchtigung veralteter Trinkwasseranlagen befasste. Betreut wurde diese Arbeit von Prof. Dr. Peter Racky und Peter Machner. Den 3. Platz sicherte sich Mareike Stössel von der Technischen Hochschule Mittelhessen. Sie widmet sich in ihrer Arbeit einem der schwierigsten und gleichzeitig wirtschaftlich bedeutsamsten Bereiche der Bauabwicklung – der außergerichtlichen, im Optimal-Fall bauausführungsbegleitenden Streitschlichtung. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Katja Silbe.

 

Die Preise für die Kategorie Wirtschaft wurden in diesem Jahr wieder von der VHV-Versicherung gestiftet. Sieger wurde Henrik Etz von der Hochschule RheinMain, Betreuer der Arbeit war Prof. Dr.-Ing. Bernhard Griebel. Thema seiner Arbeit war eine „Analyse des Soll-Ist-Vergleiches eines Bauvorhabens anhand von Arbeitspaketen. Platz 2 ging an Daniela Di Palo von der Hochschule Darmstadt. Sie hatte sich mit der „Aufbauorganisation und Projektabläufen im mittelständischen Bauunternehmen unter Einbeziehung des technischen Controllings befasst. Die Arbeit wurde von Prof. Dr.-Ing. Axel Poweleit sowie Dipl.-Ing. Kai Uwe Vest-Winkler betreut. Der 3. Platz wurde gleich zweimal vergeben. Jeweils EUR 500,– Preisgeld erhielten Pascal Wurst von der Universität Kassel (Betreuer Univ.-Prof. Dr.-Ing. Peter Racky) und Kai Preußler von der Hochschule RheinMain (Betreuer Prof. Dr.-Ing. Bernhard Griebel).

 

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Alle Gewinner mit Michael Kollings (VHV) und Frank Dittmar (VbUH)

 

Neun Expertinnen und Experten aus Verbänden, Wissenschaft und Praxis bilden die unabhängige Preis-Jury des Wettbewerbs:
• Prof. Dr. Ing. Peter Böttcher, Fachgebiet Baubetrieb und Baumanagement, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Saarbrücken
• Dipl.-Ing. Karlheinz Brömer, Brömer & Sohn GmbH, Wiesbaden
• Dipl.-Ing. Architekt BDB Dietmar Bücher, Schlüsselfertiges Bauen, Idstein
• Prof. Dipl.-Ing. Jean Heemskerk BDA, Professur für Baukonstruktion, Entwerfen und Technischen Ausbau, Frankfurt University of Applied Sciences, Frankfurt am Main
• Dipl.-Ing. Roland Heese, VHV-Versicherungen, VHV Verbands- und Kooperationsmanagement Bau, Hannover
• Prof. Dr.-Ing. Michael Küchler, Professor für Bauschadenslehre, Bauen im Bestand, Hochschule Mainz
• Dipl. Ing. Architektin Petra Klein-Haardt, Teamleitung Bauaufsicht Frankfurt
• Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes und Vizepräsident des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e. V.
• Dipl.-Ing. (FH) Andreas Ostermann, 1. Vorsitzender des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten- und Ingenieure Frankfurt-Rhein-Main e.V.

 

Bilder ©Frank Kleefeldt

VbUH, Anna Dieckhöfer




Novellierung HBO – Baustandards nicht weiter erhöhen

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Ulrich Caspar, MdL, Verkehrs- und Wohnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im hessischen Landtag (zweiter v.r.), Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann, 1.Vorsitzender BDB Frankfurt Rhein Main e.V. (erster v.r.), Architekt BDB Tobias Rösinger, Referat Baumeister (Projektentw./gewerbl. Arch.) BDB Frankfurt Rhein Main e.V. (zweiter v. l.), Dipl.-Ing. (FH) BDB Carsten Steiner, Referat Ingenieure BDB Frankfurt Rhein Main e.V. (erster v.l.)

 

Das Baurecht vereinfachen, Planungs- und Rechtssicherheit schaffen und die Kosten reduzieren um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen – das sind zentrale Forderungen, die bei der Novellierung der HBO Berücksichtigung finden sollten. Die Baustandards dürfen deshalb nicht weiter erhöht werden.

 

Vertreter des BDB-Frankfurt Rhein Main haben sich mit Ulrich Caspar, Verkehrs- und Wohnungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zu einem Gedankenaustausch getroffen und über die bevorstehende Novellierung der HBO gesprochen.

 

Wichtiger Kritikpunkt ist dabei das umfangreiche Einbeziehen von Technischen Baubestimmungen in das Baurecht der HBO: „Die hessische Bauordnung wird turnusmäßig alle fünf Jahre novelliert. Nur wenige Sachverhalte sind aber so wichtig, dass sie unverzüglich baurechtlich eingeführt werden müssten. Das System der bauaufsichtlich eingeführten Technischen Baubestimmungen macht das Baurecht der HBO unübersichtlich und unstetig. Für Bauherren und Planer sind das Unsicherheiten, die immer schwerer kalkulierbar werden.“ so Dipl.-Ing. Architekt BDB Tobias Rösinger (Referat Baumeister, Projektentwickler/gewerbl. Architekten im BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.)

 

Eine weitere Möglichkeit, Planungs- und Rechts- und Investitionssicherheit – auch gerade im Wohnungsbau – zu erhöhen, ist, die Kriterien für Sonderbauten hochzusetzen. Nicht alles, was nach HBO ein Sonderbau ist, ist wirklich ein besonderer Bau.
„Krankenhäuser, Flughäfen, Hochhäuser sind Sonderbauten – gar keine Frage. Aber Geschosswohnungsbauten mit Tiefgarage sind in Frankfurt mittlerweile die Regel. Solche Gebäude können mit den Vorgaben aus der HBO und ggf. mit ein paar noch zu ergänzenden Festlegungen als Regelbau errichtet werden. Das macht Bauen sicherer und reduziert die Kosten.“ sagt Carsten Steiner (Referat Ingenieure im BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.)

 

Und auch ein wichtiger städtebaulicher Ansatz sollte in die Diskussion um die Novellierung der HBO einfließen: Gerade in Frankfurt sind neue Stadtteile umstritten. Politisch will sich die Stadt nicht auf neu geplantes Wachstum an den Rändern festlegen.
Zudem gibt es in vielen Köpfen von Stadtplanern noch ein negatives Bild von Dichte und Nutzungsmischung.
„Es liegt an uns Architekten und Bauschaffenden, hier herauszustellen, dass Dichte nichts Negatives sein muss, sondern vielmehr Ressourcen schonen hilft und für ein funktionierendes städtisches Gefüge unabdingbar ist.“ sagt Rösinger.

 

Hierfür müssen diverse Regelungen der HBO auf den Prüfstand: Sind die vorgegebenen Abstandsflächenregelungen, insbesondere auf dem eigenen Grundstück, zwingend erforderlich? Muss für einen Dachausbau ein neuer Aufzug gebaut werden? Wer nutzt einen bei Nachverdichtung geforderten Kinderspielplatz wirklich? Bedarf es bei einer Nutzungsmischung innerhalb eines Gebäudes tatsächlich eines separaten Zugangs zu den Wohnungen?

 

Einige Regelungen der HBO gehen zudem mittlerweile an der Lebenswirklichkeit vorbei, weiß Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann (1.Vorsitzender des BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.): „Kaum ein größeres Gebäude wird noch komplett im Rohbau erstellt und der Ausbau erst nach der Rohbaufertigstellungsmeldung an die Bauaufsicht begonnen.
Die Gewerke laufen parallel. Das muss auch in der HBO ankommen.“

 

Caspar signalisiert Verständnis, weiß aber dass trotz der intensiven Diskussion um bezahlbaren Wohnraum die Bürger selbst kaum Abstriche bei den Ansprüchen an die Wohnstandards machen wollen. „Hier gilt es, das Mögliche auszutarieren.“ so Caspar.

 

BDB-HessenFrankfurt




Weniger EnEV wagen – Für mehr Baufreiheit für Hessen

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v.l.n.r.: Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann (1. Vorsitzender BDB-Frankfurt), Architekt BDB Carsten R. Kulbe (2. Vorsitzender BDB-Frankfurt), Dr. h.c. Thomas M. Reimann (Referat Unternehmer BDB-Frankfurt), Jürgen Lenders (MdL, stv. Vorsitzender FDP-Fraktion, RA Jürgen H. Conzelmann (Vorsitzender Haus&Grund, Frankfurt), Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn (MdL, Staatsminister a.D.)

 

 

Die Baustandards sind zu hoch. Um die aktuellen Herausforderungen bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum meistern zu können, müssen viele Vorgaben für das Bauen auf den Prüfstand. Wir müssen aktiv Wohnungsbau attraktiver machen und ein investorenfreundliches Klima fördern.

 

Zu einem Arbeitstreffen haben sich Vertreter der Immobilien- und Baubranche in Wiesbaden mit Mitgliedern der FDP-Fraktion im hessischen Landtag getroffen. Jörg-Uwe Hahn, Staatsminister a.D. und Jürgen Lenders, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, nehmen die Anregungen der Branche gerne auf:

 

Jürgen H. Conzelmann, Vorsitzender von Haus&Grund in Frankfurt setzt stark auf private Investoren: „Weniger als 20% des Wohnungsangebotes stellen Wohnungsbaugesellschaften bereit. Die privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer in Hessen verfügen über rund 2,5 Millionen Wohnungen, also über mehr als 85,4 Prozent des gesamten hessischen Wohnungsbestandes.“
Das große Potential für die Schaffung von Wohnraum liegt in der Mobilisierung des privaten Engagements für den Wohnungsbau. „Wir brauchen ein Investorenfreundliches Klima.“ sagt Conzelmann, und rechnet vor: „Wenn ein Wohnungsbauunternehmen 2000 Wohnungen baut, dann ist das gut. Wenn aber 200 private Investoren nur jeweils 20 Wohnungen bauen erreichen wir viel mehr.“

 

Architekt Carsten R. Kulbe, (2. Vorsitzender des BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.) und selbst baugewerblich tätig, sieht Kostenfaktoren vor allem auch im Baurecht und in behördlichen Auflage.

 

„Die jetzige HBO verhindert Wohnen im stark nachgefragten innerstädtischen Bereich. Wer Aufstocken und damit Wohnraum schaffen will, scheitert oft am geforderten Aufzug oder Kinderspielplatz. Das kann an der Zielgruppe vorbeigehen. Die HBO muß hier sich mehr dem aktuellen Bedarf öffnen und Nachverdichtung leichter zulassen.“ stimmt auch Dr. Herbert Hirschler, Staatssekretär a.D. und ehemaliger Wohnungsbaukoordinator der hessischen Landesregierung, zu.

 

„Aktuell erarbeiten wir Empfehlungen für Änderungen der HBO. Wir wollen aus der Praxis Vorschläge für bessere Regelungen in der Bauordnung machen. Wenn Politik und die Verbände da gemeinsam in die gleiche Richtung laufen, erreichen wir die größten Effekte für den Wohnungsbau,“ so Dip.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann (1.Vorsitzender des BDB-Frankfurt Rhein Main e.V.).

 

Dr. h.c. Thomas M. Reimann, Unternehmervertreter im Vorstand des BDB – Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure Frankfurt Rhein Main e.V. formuliert die Forderungen an die politischen Entscheidungsträger präzise:

– Absenkung von unnötigen Baustandards
– Aussetzung der EnEV
– Reduzierung der Anforderungen an die Barrierefreiheit

 

Die Signale der Branche sind klar: Die in den letzten Jahren immer höher geschraubten Forderungen müssen auf deren wirkliche Notwendigkeit geprüft werden. Dort, wo der tatsächliche Nutzen weit hinter dem wirtschaftlichen Aufwand zurückbleibt, muß das Bauen für den gesunden Menschenversand zurückgewonnen werden. Wir brauchen mehr Baufreiheit in Hessen. Wir sollten geringere Anforderungen an die Barrierefreiheit zulassen, wir müssen weniger EnEV wagen.

 

BDB-HessenFrankfurt

 




POESIE DES WOHNENS – Experimentelle Zonen der Nutzungsmischung

Logo Poesie des Wohnens (web 645x307)

 

19.08.2016 – Opening Night

02.09.2016 – Symposium

 

Poesie des Wohnens sucht die Qualitäten der Nutzungsmischung. Sie entzieht sich dem starren Regelwerk deutscher Bauverordnungen und hinterfragt das Dogma der Stille im alltäglichen Leben und Arbeiten.

Nichts ist für Frankfurt fataler, als ein gern zitiertes Klischee zu bestätigen: „Frankfurt ist halb so groß und doppelt so tot wie der Friedhof von Manhattan“. Die individuellen Bedürfnisse an Wohnen wandeln sich stetig und sind so vielfältig wie unsere Gesellschaft. Allen Menschen gemeinsam ist das Bedürfnis, „Austausch und Rückzug“ selbstbestimmt dosieren zu können. Hierfür müssen neue und innovative Lösungsansätze gesucht werden. Als Folge der Globalisierung leben immer mehr Menschen für immer kürzere Zeiträume in Metropolen, teilweise an mehreren Orten gleichzeitig. Wohnen und Leben der Zukunft sollte daher diesen Menschen, eine individuelle „Heimat“ in urbanem Kontext ermöglichen und die Vorteile von innerstädtischer Vielfalt, Verkehrsanbindung und Rückzugsort miteinander kombinieren. Ideale Zonen experimenteller Nutzungsmischung könnten hierfür innerstädtische Flächenpotentiale im Umfeld von gewerblichen Nutzungen und Verkehrsinfrastrukturen werden, als Wohn- und Lebensort für eine neue kreative Bewohnerschaft. Die Beheimatung dieser kreativen „Stadtnomaden“ birgt eine große Chance für unsere Stadt. Denn tatsächlich besitzt Frankfurt alle Potentiale für eine bunte, lebendige Metropole in Taschenformat.

 

Der BDB-Frankfurt RheinMain unterstützt das Projekt und beteiligt sich am Symposium.

Alle Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Poesie des Wohnens

 




Neuer Flyer BDB-HessenFrankfurt

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Neuer Flyer des BDB-HessenFrankfurt erschienen

Seit mittlerweile über zehn Jahren gibt der BDB-HessenFrankfurt einen eigenen Flyer heraus, der eine Übersicht über das Programm des BDB in Hessen gibt und die Ansprechpartner vorstellt. Dieser wird im Rahmen unserer Veranstaltungen verteilt und von uns auch zur Mitgliederwerbung in Frankfurt eingesetzt.

 

 

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16_06 Flyer 'wir stellen uns vor', innen (web 600x94)_BDB-Frankfurt

 

Flyer ‚wir stellen uns vor’_BDB-HessenFrankfurt

 

BDB-HessenFrankfurt