Einführung eines Architekten-Parkausweis – Antrag an die AKH Vertreterversammlung
Für die Handwerker in der Region Rhein-Main Region und anderen Regionen in Hessen gibt es einen „Handwerker-Parkausweis“. Für die bauleitenden Architekten gibt es keine vergleichbare Regelung. Gerade bei innerstädtischen Baustellen in Ballungszentren gibt es für den Bauleiter einen großen Zeitverlust, wenn zuerst ein Parkhaus angefahren werden muss damit der PKW ordnungsgemäß geparkt werden kann. Auch hier gilt: Zeit ist Geld! Diese hier verbrauchte Zeit muss natürlich in den Projektkosten erfasst werden. Eine gute Maßnahme zu Kostenreduzierung damit preiswerter gebaut werden kann wäre die Einführung eines „Architekten-Parkausweises“. Der Architekten-Parkausweis für die Region Frankfurt RheinMain sollte in Form einer vereinheitlichten Ausnahmegenehmigung gemäß § 46 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) erteilt werden.
Der Architekten-Parkausweis sollte beispielhaft für das Rhein-Main Gebiet den gleichen Geltungsbereich wie der Handwerker-Parkausweis haben und zwar in den Städten
– Aschaffenburg – Bad Homburg v. d. Höhe – Darmstadt – Frankfurt am Main – Hanau – Mainz – Offenbach am Main – Rüsselsheim – Wiesbaden – Worms
Wir möchten den Vorstand der Architekten- und Stadtplanerkammer bitten, für ganz Hessen mit den zuständigen Genehmigungsbehörden die entsprechenden Verhandlungen aufzunehmen, so dass auch den Architekten eine solche Zeit und damit kostensparende Möglichkeit des Parkens gestattet wird. Durch diese Maßnahme kann ein kleiner Beitrag zur Baukostensenkung geleistet werden.
ARCHITEKT BDB Martin Pletz BDB-HESSENFRANKFURT
auf ein WORT: Sascha Querbach
Damit gute Architektur auch gebaut wird – meine Kandidatur für den Vorstand der Architektenkammer Hessen
Die Rahmenbedingungen für unseren Berufsstand verändern sich rasant. Steigende Anforderungen, zunehmende Komplexität und ein hoher Regulierungsgrad prägen den Alltag über alle Bereiche des Planens und Bauens hinweg. Gleichzeitig entfernen sich viele Vorgaben zunehmend von der praktischen Umsetzbarkeit. Gerade deshalb braucht es in Zeiten vielfältiger Herausforderungen eine Architektenkammer, die Orientierung gibt, Anforderungen in ein tragfähiges Verhältnis zur Baupraxis bringt und klar benennt, wo Regelwerke und Prozesse in der Praxis nicht funktionieren oder unnötig bremsen. Sie muss dabei die unterschiedlichen Interessen der Architektinnen und Architekten umfassend berücksichtigen und ausgleichen.
Mit dem außerplanmäßigen Freiwerden einer Vorstandsfunktion ergibt sich für den BDB-HESSENFRANKFURT die Chance, Verantwortung innerhalb der Architektenkammer Hessen zu übernehmen und die berufsständische Interessenvertretung weiter zu stärken. Als Mitglied des BDB möchte ich diese Möglichkeit nutzen, um die Perspektive der in der Bau- und Planungspraxis tätigen Architektinnen und Architekten stärker einzubringen und aktiv mitzugestalten. Vor diesem Hintergrund kandidiere ich für den Vorstand der Architektenkammer Hessen.
Ich bin seit mehr als 25 Jahren als Architekt tätig und seit 2006 Mitglied der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen. Mein beruflicher Weg führte mich durch verschiedene Stationen in Planung, Asset Management, Corporate Real Estate Management und Projektentwicklung. Heute leite ich die Rhein-Main-Niederlassung eines bundesweit tätigen Immobilienentwicklers. Ergänzend engagiere ich mich im IHK-Ausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft in Frankfurt. Diese Erfahrung an der Schnittstelle von Planung, Wirtschaftlichkeit und Umsetzung möchte ich in die Kammerarbeit einbringen.
Meine zentralen Anliegen für die Vorstandsarbeit sind:
Breite Interessenvertretung der Architektenschaft:
Die Kammer sollte ihre Rolle als umfassende Stimme des Berufsstandes gegenüber Politik und Verwaltung ausbauen. Ihre Aufgabe ist es, einen offenen Diskurs zu begleiten, unterschiedliche Interessenlagen abzuwägen und praktikable Lösungen für uns Architektinnen und Architekten zu finden.
Entbürokratisierung und effiziente Genehmigungsprozesse:
Anforderungen müssen auf ein tragfähiges Maß gebracht und Verfahren deutlich verschlankt werden – für schnellere, planbare und realisierbare Prozesse ohne Qualitätsverlust. Dabei müssen auch wirtschaftliche Interessen stärker einbezogen werden.
Wettbewerbsverfahren weiterentwickeln:
Qualität sichern, aber Verfahren effizienter gestalten und den Aufwand für Büros begrenzen. Alternative, praxistaugliche Formate sollten stärker genutzt werden. Dieses Thema bietet auch Ansatzpunkte für verbesserte Öffentlichkeitsarbeit.
Nachhaltigkeit praxisgerecht umsetzen:
Klimaschutz und Ressourceneffizienz müssen integraler Bestandteil des Bauens bleiben, aber realistisch und im großen Maßstab umsetzbar sein, ohne andere wichtige Aspekte wie die Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen.
Versorgungswerk transparent und zukunftssicher gestalten:
Eine verlässliche Sicherung der Altersversorgung und mehr Transparenz sind hierbei zentrale Anliegen für die Mitglieder.
Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, mit meiner Erfahrung aus Planung und Baupraxis einen konstruktiven Beitrag leisten zu können – für eine Kammer, die vermittelt, die Vielfalt der Interessen abwägt und die Rahmenbedingungen des Bauens aktiv und im Sinne aller Mitglieder verbessert.
Sascha Querbach ARCHITEKT BDB 1. Schriftführer BDB-HESSENFRANKFURT
Nachruf auf Hansjoachim Lehmann
Hansjoachim Lehmann (Bild: Uwe Lehmann)
Der BDB-HESSENFRANKFURT trauert um Hansjoachim Lehmann, der am 07.02.2026 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.
Lehmann war Kopf und Herz des über fast 30 Jahre erschienenen Mitgliedermagazins BDB-direkt. Ursprünglich nur für den BDB-Kassel herausgegeben, wuchs mit den Jahren der Umfang. Mehr und mehr Untergliederungen wurden in die Publikation integriert bis dann die BDB-direkt Plattform für alle BDB-Untergliederungen in Hessen und Thüringen war.
Großer Beliebtheit und guter Erinnerung erfreuten sich die sogenannten ‘Hessen-Thüringen-Gipfel‘, die den ehrenamtlich beitragenden Redakteuren als kleines Dankeschön galten und von Lehmann und dem Verleger Thomas Müller an wechselnden Orten in Hessen und Thüringen organisiert und getragen wurden.
Lehmann war Architekt und selbst im Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure e.V. lange ehrenamtlich aktiv. Für den BDB war er Mitglied in der Vertreterversammlung der Architekten und Stadtplanerkammer Hessen. Zuletzt hatte er den BDB-Kassel als Vorsitzender geleitet.
Mit ihm verbunden bleibt sein oft vorgetragenes Zitat von Wilhelm von Humboldt:
Im Grunde genommen sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.
Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seinen Kindern Uta und Uwe und allen Angehörigen. Wir werden Hansjoachim Lehmann ein ehrendes Andenken bewahren.
BDB-HESSENFRANKFURT
Architektendialog am Runden Tisch 2025 der Bauaufsicht Wiesbaden
Runder Tisch mit der Bauaufsicht Wiesbaden im Haus der Vereine in Wiesbaden Dotzenheim
Nach der Begrüßung und einem kurzen Bericht zur aktuellen Darstellung und zum Arbeiten des Bauamts, durch die leitende Baudirketorin/Amtsleiterin Frau Matzenauer, war schnell klar, dass ein großes Thema den Dialog dominieren würde…die neue Hessische Bauordnung (seit 14.10.25 rechtsgültig), bzw. der sog. „Bauturbo“.
Daher kurz vorab die Info:
Das Bauamt Wiesbaden ist aktuell sehr gut aufgestellt, die Kundenorientierung zeigt sich in der neuen Beratungsstruktur, den dazu umgestalteten Räumen und der Antragsannahme und vor allem – in der Bearbeitung der Anträge.
Als aktive Architektin in Wiesbaden, die einige – nicht immer einfache- Bauanträge einreicht, kann ich die neue Ausrichtung des Bauamts nur vollständig bestätigen! Die Zusammenarbeit funktioniert wirklich gut, das Bauamt ist erreichbar, Termine sind kurzfristig möglich, Fachbereiche werden zeitnah zu Besprechungen dazu gebeten, z.B. die ebenfalls gut organisierte Untere Denkmalschutzbehörde (Abteilungsleiter Denkmalschutz und Denkmalpflege/ Martin Horsten).
Die anwesenden Architekten und Architektinnen sahen das überwiegend ebenso.
Juliane Fäth, Florian Schrader, Sandra Matzenauer
Frau Fäth (Teamleiterin), berichtete noch zur Antragsannahme und betonte noch einmal, wie wichtig gut strukturierte Bauanträge für eine zügige Bearbeitung sind.
Das noch etwas unklare und unübersichtliche Thema der Genehmigungsgebühren von Abweichungen und Befreiungen wird Thema beim nächsten Dialog sein und wird bis dahin vom Bauamt bearbeitet.
Auch zum digitalem Bauantrag wurde berichtet, dieser wird in Wiesbaden ab dem 01.12.2025 aktiviert!
Größter Tagesordnungspunkt:
Die neue HBO , verkündet am 13.10.2025, Inkraftgetreten am 14.10.2025
Die wichtigsten Änderungen wurden von Florian Schrader /Teamleiter vorgestellt.
Vorab:
Der sog. „Bauturbo“ soll die Schaffung von neuem Wohnraum auch durch Aufstockung oder Nachverdichtung ermöglichen.Dazu wurden Anpassungen in der neuen HBO notwendig, die hier kurz angerissen werden:
§ 6 Die Reduzierung der Mindestabstandsflächen auf 2,50m (bei einer max. Höhe von 6,25)
§ 42 Bei einer Aufstockung von bis zu 2 Geschossen, muss kein Aufzug notwendig werden
§ 50 Abweichend von Satz 1 und 2 ist für rechtmäßig bestehende Gebäuden, die zu Wohnzwecken aufgestockt, um-, ausgebaut oder in ihrer Nutzung geändert werden, eine lichte Raumhöhe von 2,10 m ausreichend.
§51 Wohnungen benötigen Abstellräume nur noch in GK 3-5, für Wohnungen, die durch Dachausbau, Aufstockung oder Umnutzung rechtmäßig bestehender Gebäude entstehen, sind keine Abstellräume mehr erforderlich.
Die Erleichterungen beim Brandschutz – nachträglich aufgestockter Bestandsgebäude -wurden mit Nachweisberechtigten für Brandschutz konstruktiv diskutiert
§ 52 Die Anzahl notwendiger Stellplätze erhöht sich nicht, wenn durch nachträglichen Ausbau von Dach- oder Kellergeschossen, Teilung von Wohnungen, die Errichtung von untergeordneten Anbauten sowie durch Umnutzung und Aufstockung von rechtmäßig bestehenden Gebäuden zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird. (1a) 1Bis zum Ablauf des 31. Dezember 2030 dürfen in den kreisfreien Städten zum 14. Oktober 2025 bei der Errichtung von Wohngebäuden mit bis zu 14 Wohnungen keine Stellplätze und bei der Errichtung von Wohngebäuden mit mehr als 14 Wohnungen nicht mehr als 0,5 Stellplätze je Wohnung gefordert werden.
Hierzu gab es heftige Diskussionen, wie sich dies zukünftig auf den Parkdruck in den Städten auswirken wird.
Weiterer Diskussionsbedarf besteht zu den Änderungen bei Abbrüchen von Gebäuden.
§ 63a Keiner Baugenehmigung bedarf die vollständige oder teilweise Beseitigung von
1. Anlagen im Sinne des § 2 Abs. 1 nach Abschnitt I der Anlage zu § 63,
2. freistehenden Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3,
3. sonstigen Anlagen, die keine Gebäude sind, mit einer Höhe bis zu 10 m
4. Anlagen der öffentlichen Trägerschaft.
Im Übrigen ist die beabsichtigte Beseitigung von Anlagen mindestens einen Monat zuvor der Bauaufsichtsbehörde anzuzeigen.
Anmerkungen von Herr Horsten: Selbstverständlich müssen für den Abbruch denkmalgeschützter Gebäude eine entsprechende denkmalrechtliche Genehmigung eingeholt werden.
Ob sich das bewährt, wird sich erst zeigen- Die Untere Denkmalschutzbehörde ist sehr besorgt und auch ich -als Architektin im Denkmalschutz- sehe diesen Passus sehr kritisch.
§ 64a ist neu dazu gekommen und soll ebenfalls das Bauen „vereinfache“ beschleunigen.
Was bedeutet das letztendlich für uns Planende, hier fasst Herr Schrader (Zitate)
so zusammen:
– Der neue §64aHBO, die Auswirkung des §64 HBO und der Entfall der Genehmigungspflicht bei Abbrüchen/Beseitigungen führen zu einer noch höheren Verantwortung der am Bau Beteiligten, insbesondere der Bauherrschaft und der Entwurfsverfassenden!
– Die präventive Prüfung durch die Bauaufsichtsbehörden wird geschmälert. Hierdurch können zusätzliche baurechtliche Verstöße entstehen, denen die Bauaufsichtsbehörden nur noch repressiv begegnen können.
– Mit dem Entfall, bzw. der massiven Reduzierung von notwendigen Stellplätzen zur Baukostensenkung bei Wohngebäuden wie sich der Parkdruck im öffentlichen Raum massiv erhöhen. Ob ein angemessener und zweckdienlicher Umgang mit dieser Lockerung erfolgt, bleibt abzuwarten…
Es muss sich auch zeigen, ob das „Mehr an Verantwortung“ für uns Architektinnen und Architekten, auch angemessen honoriert wird.
Lassen Sie uns gerne in die Diskussion gehen, damit wir bei der nächsten Vertreterversammlung der Architektenkammer unsere Interessen mit Nachdruck vertreten können!
Dipl.-Ing. ARCHITEKTIN BDB Elke Rühl BDB-HESSENFRANKFURT
Pink Summer im Garten der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen
Referentinnen
PINK SUMMER – Eine Hommage an die Frauen in der Baukultur
Eine Veranstaltung im Rahmen des bundesweiten WIA-Festival 2025 und als Auftakt für den „Tag der Architektur 2025“ (28. und 29. Juni 2025).
Ein rundum gelungener Abend im Garten der AKH!
Bereits zu Beginn der Veranstaltung um 19.00 Uhr präsentiert sich der Garten der Kammer offen und entspannend. Die Vizepräsidentin der AKH, Gabriele Schmücker-Winkelmann eröffnet den Abend im sommerlichen Garten mit einem „Interdisziplinärer Kammerfenster-Talk“ zum Thema „Vielfalt Bauen“. Es sind drei interessante Referentinnen eingeladen, die unter der Moderation von Anna Scheuermann (Architektin/Kuratorin/Autorin, Offenbach am Main) die Zuschauerinnen (und auch einige Zuschauer) begeistern . • Prof. Anke Mensing, Architekt¬in/Büropartnerin, opus Architekten BDA, Darmstadt und Hochschule Darmstadt, www.opus-architekten.de • Prof. Sabine Keggenhoff, Innenarchitektin/Architektin/Büropartnerin, KEGGENHOFF I PARTNER, Arnsberg-Neheim und Hochschule Detmold, www.keggenhoff.de • Prof. Dr. Constanze Petrow, Landschaftsarchitektin, Hochschule Geisenheim, www.hs-geisenheim.de
Ruhige Musik, Sitzinseln und mehrere – schön angerichtete und leckere – Buffets, laden im Anschluss an die Tak-Runde ein, zum entspannten Austausch und Netzwerken. Interessante Menschen, die Anwesenheit der Geschäftsführung der Kammer, aber auch wichtige Gäste, wie die Amtsleiterin des Bauamts Wiesbaden, Frau Matzenauer, runden den Abend ab. Zum Abschluss des sommerlichen Abends, zeigt eine interaktive Lichtshow, das Kammergebäude einmal von einer ganz anderen – bunten – Seite.
Ein großes Dankeschön, geht an das Orga-Team aus Freiwilligen, das mit einer sehr guten Planung und großem Einsatz, maßgeblich zum Gelingen dieses Abends beigetragen hat.
Die Architektenkammer hat überrascht, ein Garten mit Außenwirkung und Potential!
Wenn sich die Kammer in dieser Richtung weiterentwickelt, wäre schon ein Teil unseres Antrags von der letzten Vertreterversammlung erfüllt.
Wir sind gespannt auf mehr!
ARCHITEKTIN BDB Elke Rühl BDB-HESSENFRANKFURT
Bekenntnis zum Handwerk und klarer Kurs bei der Novellierung der HBO
Kaweh Mansoori, Hessischer Wirtschaftsminister
Bereits ein viertel Jahr nach Übernahme der Amtsgeschäfte hat im April letzten Jahres der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori mit der Aufstiegsprämie den Meisterbrief im Handwerk quasi kostenfrei möglich gemacht. Ein großer Schritt in Richtung Gleichstellung der beruflichen Bildung gegenüber der akademischen. Und ein Signal, dem Fachkräftemangel im Handwerk ernsthaft etwas entgegensetzen zu wollen.
Mansoori selbst hatte auf dem Hessischen Handwerkstag festgestellt, daß eine der drängendsten Aufgaben der Zukunft die Sicherung der Fachkräftebasis ist. Er wolle deshalb um die betriebliche Ausbildung werben. Und man nimmt ihm dieses klare Bekenntnis zum Handwerk auch ab.
Mit der Akzeptanz des Wunsches Vieler nach den eigenen vier Wänden und dem Traum vom Eigenheim, auch natürlich als Einfamilienhaus, positioniert er sich jenseits akademischer Diskussionen nah beim Bürger. Mag das Hessengeld auch nicht der entscheidende Faktor für die Finanzierung des Eigenheims sein, so ist es aber doch eine klare Formulierung des politischen Willens für eine höhere Eigentumsquote.
Mit dem Baupaket I gibt es einen klaren Kurs zur Novellierung der HBO und die Bauwirtschaft verbindet damit die begründete Erwartungshaltung, daß der jetzt in die richtige Richtung eingeschlagene Weg mit einem Baupaket II fortgesetzt wird. Nicht wenige sagen, hier ist bisher mehr erreicht worden als in den 10 Jahren des Bestehens der ‘Allianz für Wohnen‘.
In ähnlicher Form wie bei beim Baupaket I soll im Dialog mit der Wirtschaft in einer Kommission die Verwendung von mehr Recyclingmaterial beim Straßenbau und im Erdbau erreicht werden. Ein Thema, das seit Jahren auf der Agenda steht und bisher auf Seite des Gesetzgebers nur überwiegend fruchtlose Absichtserklärungen erzeugt hat. Mansoori will es anpacken.
Wort und Bild bieten die Möglichkeit, schnell Signale für die eigene Agenda zu setzen, Denkweisen neu auszurichten und Themenfelder in den Fokus zu nehmen. Diesbezüglich hat Mansoori die richtigen Akzente schon setzen können. Jetzt gilt es, dem zurückliegend guten, distanzabbauenden Dialog mit dem Handwerk und den Bauschaffenden, auch weiter handfeste gesetzgeberische Taten folgen zu lassen.
Der Handlungsbedarf ist da und die Erwartungen sind hoch.
auf ein WORT: Benjamin Walis
Zukunft Handwerk – Junge Perspektiven im Handwerk: Mein freiwilliges Praktikum bei CUBIC OUTDOOR LIVING: Warum echte Einblicke für Schüler so wichtig sind:
In den Osterferien 2025 habe ich, Benjamin Walis, 14 Jahre alt und Schüler der 8. Klasse an der Realschule Bad Brückenau, ein freiwilliges Praktikum bei der Firma CUBIC Outdoor Living GmbH in Oberleichtersbach absolviert. Dieses Praktikum war für mich nicht nur ein tiefer Einblick in die Arbeitswelt eines modernen Handwerksbetriebs, sondern auch ein Erlebnis, das mir in mehrfacher Hinsicht die Augen geöffnet hat.
Wichtig dabei: Ich habe das Praktikum komplett freiwillig und aus eigenem Interesse gemacht – nicht im Rahmen eines Pflichtpraktikums, sondern aus echter Begeisterung für das Handwerk. Seit meiner Kindheit bin ich handwerklich aktiv – durch Projekte mit meinem Vater und Großvater – und mein Ziel war es, echte Praxiserfahrung in einem professionellen Betrieb zu sammeln.
CUBIC Outdoor Living, ein Unternehmen für exklusive Outdoor-Küchen und Designmöbel, hat mir genau diese Möglichkeit gegeben – und zwar auf Augenhöhe. Schon am ersten Tag wurde ich offen, respektvoll und herzlich empfangen. Ich durfte nicht nur zusehen, sondern selbst mitarbeiten – auch an großen Maschinen und bei anspruchsvollen Aufgaben, weil man mir viel handwerkliches Verständnis zutraute.
Besonders beeindruckt hat mich das positive, fast familiäre Arbeitsklima. Ich wurde von allen Mitarbeitenden sehr freundlich aufgenommen und direkt integriert – sogar beim gemeinsamen Essen. Es war keine steife Firmenatmosphäre, sondern ein echtes Miteinander, das ich so nicht erwartet hätte.
Natürlich habe ich auch gemerkt, wie viel Organisation und Verantwortung in einem Handwerksbetrieb steckt. Ich hatte gedacht, dass die Arbeit schneller vergeht als in der Schule – aber mir wurde bewusst, dass gute Arbeit Konzentration, Ausdauer und Präzision verlangt. Und trotzdem hat es Spaß gemacht, weil ich wusste, dass ich einen echten Beitrag leiste.
Eine große Motivation war auch das Vertrauen, das man mir entgegenbrachte: Am Ende des Praktika wurde mir in Aussicht gestellt, dass ich dort eine Ausbildung machen könnte, wenn ich das in Zukunft möchte. Das hat mir gezeigt, dass mein Engagement gesehen wurde – und dass es Betriebe gibt, die in junge Menschen investieren wollen.
Mein Fazit nach diesen vier Tagen: Solche freiwilligen Praktika sind wertvoll – für beide Seiten. Für mich war es eine echte Orientierungshilfe für meine berufliche Zukunft. Ich konnte hautnah erleben, wie innovativ, vielseitig und menschlich das moderne Handwerk heute ist.
Deshalb wünsche ich mir, dass noch mehr Unternehmen solche Chancen bieten. Nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie damit junge Talente entdecken können – und Jugendlichen wie mir die Möglichkeit geben, ihren Weg zu finden. Das ist echte Investition in die Zukunft des Handwerks.
Benjamin Walis
BAUMEISTER in spe
Claudius Walis, Vorstand BDB-HESSENFRANKFURT, und Benjamin Walis, Michael Müller CUBIC OUTDOOR LIVING
WERTSCHÄTZUNG ERHÖHEN – gemeinsamer Antrag an die AKH-Vertreterversammlung
Wir alle wissen, was es bedeutet, eine Architektin oder ein Architekt zu sein. Das jahrelange, herausfordernde Studium absolviert und anschließend die Berufspraxis kennengelernt zu haben. Sich entschlossen zu haben, ein Mitglied der Kammer zu werden und die Eintragungsvoraussetzungen dafür zu erfüllen. Um letztlich diesen -unseren- Beruf vollends ausüben zu können. Ein Beruf, der viel Verantwortung mit sich bringt. Wir Architektinnen und Architekten sind Universalisten und Netzwerker:
• verhandeln gekonnt und immer im Sinne der Bauherrschaften mit Behörden, mit Firmen und Fachplanern. • begleiten die Menschen die ihr „großes Lebensprojekt Bauen“ starten, kompetent und mit psychologischem Feingefühl • stellen Teams (aus Statikern/Energieberatern/Brandschützern und weiteren Fachplanern) zusammen, die gut und reibungslos im Projekt zusammenarbeiten können. • halten die ständig steigenden Baukosten und Zeitpläne im Blick und versuchen Lösungen zu finden • Überwachen die Firmen bei den Bauarbeiten mit vielen Unwägbarkeiten und unzähligen DINs und Vorschriften, die ständig angepasst und erweitert werden. • Sind letztendlich Manager mit einem umfangreichen und komplexen Aufgabenfeld Auch die Tatsache, dass Wettbewerbe, die Architekturbüros auffordern Leistungen ohne finanzielle Gegenleistung zu erbringen, ist nicht gerade hilfreich, um die Anerkennung unsere Arbeit auch finanziell wertzuschätzen.
Dass Architekten- wie früher- die Rolle eines Baumeisters inne hatten, was alle Bauleistungen inklusive Fachplanungen umfasste, hat unserem Beruf seinerzeit ein hohes Ansehen verschafft. Natürlich ist dies heutzutage kaum mehr möglich, sei es durch die Komplexität der Aufgabenstellungen oder weil man sich bewusst für eine Spezialisierung entschieden hat. Ohne Fachplanerinnen oder Fachplaner ist ein Bauvorhaben sowieso undenkbar und wir sind dankbar für verlässliche und kompetente Partner.
Dass Bauen immer komplizierter wird und dass wir uns stets neuen Herausforderungen stellen müssen, müssen wir in dieser Runde nicht weiter erläutern. Doch wie sieht es außerhalb unserer Reihen aus? Wie ist die Wahrnehmung unseres Berufsstandes? Nur leider ist das Bild von Architekturschaffenden in den Hintergrund gerückt und nicht mehr direkt mit Bauaufgaben verknüpft. Bei gesundheitlichen Beschwerden gehen wir zur Ärztin oder zum Arzt. Wenn wir eine Rechtsberatung benötigen, suchen wir eine Anwaltskanzlei auf.
Wieso denkt man bei uns, trotz Kammerberuf, anders?
Wir müssen wieder präsenter werden.
Wir möchten die Architektenkammer Hessen (unsere berufsständische Vereinigung) dazu anregen, eine Imagekampagne für uns Architektinnen und Architekten zu initiieren.
• mehr Öffentlichkeitsarbeit, zur Sichtbarkeit unseres Berufs, aber vor allem stellen Sie dar, wie wichtig unsere Arbeit für die Gesellschaft ist. • Stellen Sie Vielfalt der Planerinnen und Planer, der Architekturbüros dar • Z.B. mit Imagefilmen oder einer Kampagne, ähnlich der des Handwerks oder der Kampagnen, die die Ärzte- und Apothekerkammern initiiert haben?
Wir müssen aus unserer Bubble heraustreten, um mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir müssen darüber aufklären, wie unser Berufsbild aussieht und was es bedeutet, eine Architektin oder einen Architekten zu engagieren. Je mehr Aufmerksamkeit wir erhalten, desto größer wird schließlich auch unser Einfluss auf die Politik. Unsere Umwelt ist in großen Teilen eine gebaute Umwelt und dahinter stehen Menschen, die mit Ihrem Elan und Engagement an unserer Umwelt bauen, machen Sie diese Menschen (uns alle) sichtbarer! Lassen Sie uns gemeinsam einen Weg finden, wie dies am besten angehen können!
BDB-HESSENFRANKFURT und VFA-Hessen wollen das ändern und beantragen gemeinsam, die AKH-Vertreterversammlung möge beschließen:
Die Architektenkammer Hessen soll eine Imagekampagne für Architekten und Architektinnen, initiieren – für mehr Wertschätzung unseres Berufstandes, für die Menschen „hinter den Gebäuden“.
BDB-HESSENFRANKFURT VFA-Hessen
Nachruf auf Hans Georg Wagner | 1938 – 2025
Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure trauert um Hans Georg Wagner, der am 15. Mai 2025 im Alter von 86 Jahren verstorben ist.
Mit ihm verlieren wir einen der prägendsten Persönlichkeiten in der Geschichte unseres Verbandes. Als langjähriger Präsident (1999–2019) und späterer Ehrenpräsident hat Hans Georg Wagner den BDB über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgestaltet. Sein Einsatz für die planenden Berufe, seine Fähigkeit zum Dialog mit Politik und Gesellschaft sowie sein unermüdliches Engagement bleiben unvergessen.
Hans Georg Wagner war seit 1963 Mitglied im BDB, von 1981 bis 2001 Vorsitzender des Landesverbandes Saarland, danach Vizepräsident und schließlich Präsident des Bundesverbandes. Seine Präsidentschaft war geprägt von Weitsicht, Standhaftigkeit und der festen Überzeugung, dass Architektinnen, Ingenieure und Baumeister eine starke, gemeinsame Stimme brauchen.
Auch über den Verband hinaus war Hans Georg Wagner eine bedeutende Figur des öffentlichen Lebens. Nach dem Architekturstudium und seiner Tätigkeit im staatlichen Hochbau des Saarlandes war er von 1975 bis 1991 Abgeordneter im saarländischen Landtag, anschließend bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. In den Jahren 2002 bis 2005 bekleidete er das Amt des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium der Verteidigung.
Für sein Wirken wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der Großen Goldenen Bundesnadel des BDB.
Der BDB verliert mit Hans Georg Wagner nicht nur einen herausragenden Vertreter seines Berufsstandes, sondern auch einen verlässlichen Wegbegleiter, klugen Ratgeber und für viele ein persönliches Vorbild. Noch bis zuletzt hatte er vor, am diesjährigen Baumeistertag in Potsdam teilzunehmen. Sein Tod erfüllt uns mit großer Trauer.
Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Ehefrau Ursula, seinem Sohn und allen Angehörigen. Wir werden Hans Georg Wagner ein ehrendes Andenken bewahren.
Präsidium und Vorstand BDB Bundesverbandes
neuer Flyer BDB-HESSENFRANKFURT
Neuer Flyer des BDB-HESSENFRANKFURT erschienen
Seit mittlerweile fast zwanzig Jahren gibt der BDB-HESSENFRANKFURT einen eigenen Flyer heraus, der eine Übersicht über das Programm des BDB in Hessen gibt und die Ansprechpartner vorstellt. Dieser wird im Rahmen unserer Veranstaltungen verteilt und von uns auch zur Mitgliederwerbung in Frankfurt eingesetzt.