Unsere Probleme sind weit weg von BIM und Weltpolitik

Der BDB-HESSENFRANKFURT ist der Verband für Architekten, Ingenieure und Unternehmer, der im wesentlichen die Interessen der kleinen und mittleren Büro- und Firmengrößen im Blick hat. Es sind insbesondere die kleinen und mittleren Büros, die für den privaten Bauherrn Baumaßnahmen betreuen und es sind die kleinen und mittleren Baufirmen, die diese Baumaßnahmen dann ausführen. Sie machen die Baukultur vor Ort aus. Elke Rühl, Architektin BDB, hat das, was sie bei Ihrer täglichen Arbeit an Erfahrungen macht, abgeglichen mit dem, worauf Schwerpunkte der Architektenkammerarbeit liegen und in einem Gedankenimpuls uns ihre Sicht der Dinge zukommen lassen:

Es ist eine sehr emotionale Zusammenstellung von Themen (ins Unreine geschrieben), die mich und viele Kolleginnen und Kollegen bewegen. Gedacht als Impuls, den Sie gerne aufnehmen, mit Ihren eigenen Erfahrungen abgleichen und mir Ihre Kommentare zukommen lassen können.

Das bewegt mich und viele Kolleginnen und Kollegen:

Die Architektenkammer befasst sich in ihrem aktuellen Programm mit so bezeichneten zukunftsrelevanten Themen des Bauens (Bsp. Taxonomie in der Berufspraxis und BIM-Modellen).
Das sind für unser aller Zukunft und unser Klima sicher äußerst wichtige Themen der Weltpolitik, aber wo bleiben wir Architekten und Architektinnen in unserem täglichen beruflichen Umfeld, ich finde unsere Sorgen und Nöte hier nicht wieder.

Als engagierte Netzwerkerin höre ich mich in meinen unterschiedlichen Netzwerken um und habe hier nur eine kleine Auswahl von Anregungen und Rückmeldungen aufgegriffen und gebe diese sehr vereinfacht wieder:

Ganz vorne stehen:
• die Wahrnehmung / Darstellung unseres Berufsbildes in der Öffentlichkeit. Es wird als eher negativ empfunden (O-Ton Bauherr: wozu braucht man eigentlich Architekten?)
Dazu sollte es einmal eine Aussprache geben – wie kann man unser Berufsbild besser in der Öffentlichkeit darstellen (Bsp. Ärztekammern organisieren Werbekampagnen für ihre Mitglieder).

Aber was lässt uns in unserem Beruf so „alt aussehen“? z.B:
• die erschwerten Arbeitsbedingungen für Architekturbüros -verstärkt durch Corona- seit 2020. (Baustoffmangel/sichere Zeitplanung nur sehr schwer einzuhalten / Baukosten sind „explodiert“) – könnte man noch um einiges ergänzen oder konkretisieren!

• …und ganz wichtig die Bürokratie / die Behörden: Seit Corona funktioniert hier gar nichts mehr (wenige bis keine Termine möglich, wenige, verspätete bis keine Rückmeldungen, schlechte Kommunikation = Planungsunsicherheit) Bauanträge liegen endlos, bis überhaupt eine Rückmeldung kommt. Nachforderungen werden oft an der Grenze zur 3 Monatsfrist gestellt!
Behörden gängeln die Architekten, um ihre eigene Unsicherheit zu überdecken? Immer mehr Sachverständige und weitere Behörden, bis hin zum RP, müssen an kleinsten Bauvorhaben beteiligt werden.
Man sollte sich die Frage stellen, ob die Behörden personell inzwischen zu gut ausgestattet sind?

Selbst erfahrenen Büros (ich erstelle seit ca. 30 Jahren Bauanträge) werden von den Bauämtern durch unklare Vorgaben, unzählige Satzungen und nicht wissende Sachbearbeiter, Steine in den Weg gelegt.
Das lässt uns als Planerinnen und Planer wie Anfänger aussehen. Bauvorhaben werden dadurch unnötig verzögert und Kosten in die Höhe getrieben.
Dagegen stehen die Leistungsphasen 1-4 (und vor allem die Lph 4) in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand für Entwurf und Planung eines genehmigungsfähigen Bauantrags.

• der aus all diesen Punkten resultierende hohe Planungs- und Zeitaufwand, der erhöhte Aufwand für Kommunikation (unzählige Telefonate und Emails) für unsere Büros, bildet sich leider nicht in der Honorarordnung, bzw. generell nicht bei der möglichen Rechnungs¬stellung ab (eher das Gegenteil ist der Fall….es wird bei den Planungskosten gespart) Immer weiter steigende Stundensätze sind schwer zu vermitteln. Bauherrn mischen sich ein, wollen am Honorar sparen, da sie die Architekten in Bezug auf die Bauämter als unzulänglich wahrnehmen. Handwerker werden im Internet „gecastet“ Deren Fehler dürfen wir dann auch noch nachbessern. Auch hier hinkt die HOAI um Längen hinterher! (Stundensätze von unter 40,00€ sind bei der LPH 8 durchaus möglich).

Diese Liste könnte noch mit vielen Beispielen ergänzt werden, aber das sprengt den Rahmen…

Viele Kollegen und Kolleginnen arbeiten, wie ich mit meinem Büro, am Rande der Belastungsgrenze!
Der Spagat zwischen den Anforderungen an uns Architekten, den vielfältigen Herausforderungen unseres Arbeitsumfelds und letztendlich der nicht mehr auskömmliche Honorierung, wird immer größer und geht an unsere Existenz und letztendlich an die Gesundheit!
Wir müssen darüber reden, damit unser, an sich schöner und anspruchsvoller Beruf, nicht zwischen der ‘Weltpolitik‘ und unseren täglichen Herausforderungen zerrieben wird.

Elke Rühl, Architektin BDB
Mitglied der Vertreterversammlung der Architektenkammer Hessen




auf ein WORT: Carsten R. Kulbe

EINE AKH FÜR UNS

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Frühjahr 2024 ist es wieder soweit: Die Verbände, bzw. freien Wahlgruppierungen stellen sich zur Wahl für eine neue Legislaturperiode der Vertreterversammlung der hessischen Architektenkammer.
Grund genug einmal genauer hinzuschauen:
Zumal bei bis zu 30% rückläufigen Zahlen am Bau und denkbar schlechten politischen, wie ökonomischen Randbedingungen, könnte hier sicher die dringend notwendige Unterstützung des Berufstandes das erste Anliegen der Kammer sein.

Doch liest man das aktuelle „Kammerfenster 5“ sieht man, dass dort ganz andere Dinge thematisiert werden. – Klimaneutralität bis 2045. Es soll ein Beitrag zu einer klima- und sozialgerechten Zukunft geleistet werden.
CO2-Einsparung durch Bauverhinderungspolitik?
Transformation soll gemeinsam gestaltet werden. Man fordert unter anderem eine grüne gerechtere und produktivere Stadt. Aber gleichzeitig müssen wir erkennen das die aktuelle Politik dem Wohnungsbau eher hinderlich wie förderlich ist. Ich frage mich, was bringt mir das politische Engagement in der alltäglichen Berufsausübung? Statt den ganzen berufs­fremden Ballast, den die Politik dem Berufsstand aufzubürden versucht, entgegenzutreten, bietet man sich als Helfershelfer derer an, die schon längste den Blick für die Realität verloren haben.

Sind die aktuellen Themen in der Kammer wirklich die, die uns bei unserer täglichen Arbeit weiterhelfen? Wenn das nichts so ist, dann müssen wir dringend etwas ändern!

Aus der Historie heraus sind die berufsständigen Kammern zunächst die Organisationen, die losgelöst von staatlicher Verwaltung den Berufsstand organisieren. Hier in Hessen nach dem HASG. Hier werden Standards überwacht und auch Verzeichnisse erstellt und geführt. Eine gut funktionierende Mitgliederverwaltung gehört ebenso dazu. Auch soll mit Rat und Tat den Berufsausübenden zur Seite gestanden werden.

Dieses auf den ersten Blick Wenige kann sehr viel sein. Denn die Belange der Mitglieder sind wichtig. In der Breite haben wir in Hessen vorwiegend kleine, mittelständige Büros, deren Hauptaugenmerk auf einfachen, gut strukturierten Baugesetzen, schnellen und einfachen Genehmigungs­verfahren und einer klar abgegrenzten Haftung für das eigen Werk liegt. Einer Überfrachtung an Regeln, und pseudo-ökologischer Auflagen muss hier seitens einer Berufsvertretung entgegen gewirkt werden.
Einen leichteren Alltag, den wünschen wir uns doch alle? – Ganz wichtig sind hierbei ein einheitliches digitales Bauantragsverfahren, sowie zeitgemäße Honorare und eine klare Eingrenzung der Haftungsrisiken für alle Architekten. Das klingt wenig und ist doch viel und es ist vor allem an der Zeit sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu besinnen.

Das gewisse Dinge wie die überhand nehmenden Regulierungen – stellvertretend ist hier die Barrierefreiheit und der Brandschutz zu nennen – , effiziente Förderprogramme, ausreichende zur Verfügungstellung von Bauland usw. auf der politischen Ebene zu betrachten sind, ist klar.
Klar ist aber auch, dass gerade diese Aufgaben besser und unabhängiger klassisch durch die Verbände wahrgenommen werden, die keine Körperschaft öffentlichen Rechtes sind, und nicht der Aufsicht durch das Wirtschaftsministerium unterliegen.

Wir wollen mit einem starken Team weg von jeder politischen Agenda den Blick auf die Themen der Berufsausübung lenken.
Wenn Sie als Architekt im BDB mit uns Ihre Interessen nach vorne bringen wollen, melden Sie sich bei uns in der Geschäftsstelle. Sie sind herzlich eingeladen, mit uns neue Impulse in der Kammerarbeit zu setzen.

Sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und dafür konsequent einzutreten, das ist mein Anliegen an eine hessische Kammer.

Dipl.-Ing. Carsten R. Kulbe
Architekt im BDB-HESSENFRANKFURT




BDB-HESSENFRANKFURT startet social media Kampagne zur Mitgliederwerbung

Werden Sie Mitglied im BUND DEUTSCHER BAUMEISTER ARCHITEKTEN UND INGENIEURE HESSENFRANKFURT e.V.!

All unsere Mitglieder profitieren von vielfältigen Benefits:

• BAUMEISTER AKADEMIE: fachspezifischen Themen und kompetente Wissensvermittlung durch erfahrene Referenten – vermittelt durch praxisnahes Bauwissen.

• Community: fachlicher Austausch und vielfältige Kontaktknüpfung von Fachkräften, Studierenden und breitgefächerten Unternehmen aus der Baubranche.

• INITIATIVE ZUKUNFT FACHKRAFT: aktiv für den Nachwuchs am Bau. Unternehmen mit Azubis fördern und jungen Menschen zeigen: es gibt eine Alternative!

• Digital erreichbar: Online-Präsenz auf unserer Website und Social Media Netzwerken wie Facebook, Instagram und LinkedIn.

…und vieles mehr.

Wir freuen uns auf Sie!

BDB-HESSENFRANKFURT




Verbändebündnis appelliert an Landesregierung: Hessische Immobilienwirtschaft unter Druck – Mehr Unterstützung und bessere Rahmenbedingungen nötig

Pressegespräch im Frankfurter PresseClub

In der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau – HESSEN“ haben sich die führenden hessischen Verbände und Institutionen der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammengeschlossen. Sie fordern von der Landesregierung mehr Unterstützung und bessere Rahmenbedingungen, damit die Klimaschutzziele im Bestand erreicht und mehr neue Wohnungen gebaut werden können.

Die Immobilienwirtschaft in Hessen stehe unter erheblichem Druck, so Gerald Lipka, Sprecher der Initiative und Geschäftsführer des BFW Landesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland. „Die Erreichung der Klimaschutzziele ist für bestandshaltende Wohnungsunternehmen eine logistische und finanzielle Herausforderung. Außerdem müssen dringend neue Wohnungen gebaut werden, um die hohe Nachfrage gerade in den Ballungsgebieten zu befriedigen.“ Fehlende Grundstücke, Lieferengpässe und explodierende Energiekosten hätten zu massiven Steigerungen der Baupreise geführt. Der Fachkräftemangel am Bau bleibe weiterhin ein limitierender Faktor.

Unterstützung für junge Familien: Absenkung der Grunderwerbsteuer in Hessen

Finanzierungskosten von rund vier Prozent überforderten immer mehr private und institutionelle Bauherren. „Um private Haushalte zu motivieren, trotz der veränderten konjunkturellen Bedingungen gerade jetzt in den Wohnungsbau zu investieren, sollte die Landesregierung über eine Absenkung der Grunderwerbsteuer nachdenken“, so Lipka. Denkbar sei auch, Ersterwerber von Eigentum ganz von der Grunderwerbsteuer befreien. Dies müsste der Bundesgesetzgeber ermöglichen. „Bei einer Grunderwerbsteuer von 6 Prozent und einem Kaufpreis von 500.000 Euro sind dies 30.000 Euro – viel Geld für junge Familien!“

Klimaschutz: Deutlich bessere finanzielle Unterstützung und steuerliche Anreize für vermietete Wohnungen nötig

Dass die Wohnungswirtschaft vor großen Herausforderungen steht, bestätigt auch Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des VdW südwest und stellvertretender Sprecher der Initiative. „Studien zeigen, dass bei einem frei finanzierten Neubau in Ballungsräumen momentan Mieten von rund 20 Euro pro Quadratmeter aufgerufen werden müssten, um kostendeckend zu bauen. So bleibt das bezahlbare Wohnen auf der Strecke! Was wir bei den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen mehr denn je benötigen, sind Impulse, Wohnraum zu schaffen, insbesondere im bezahlbaren Bereich. Hessen hat kürzlich die Konditionen für den Bau von geförderten Wohnungen verbessert. Ein wichtiger und überfälliger Schritt, den wir begrüßen. Aber: Die Förderung muss in Zukunft häufiger und in kürzeren Abständen angepasst werden, um auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren.“ Beim Klimaschutz sei die Lage noch drängender, so Tausendpfund. „Zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor sind immense Summen nötig. Allein für die vermieteten Wohnungen in Hessen benötigen wir eine Förderung von mindestens einer Milliarde Euro pro Jahr, um den Klimaschutz sozialverträglich umzusetzen. Hier darf sich das Land nicht zurücklehnen und auf den Bund verweisen, denn die Bundesförderung hat sich seit 2022 massiv verschlechtert. Wir brauchen ein eigenständiges Förderprogramm des Landes.“

Matthias Berger spricht für den VdW südwest

Klares Warnsignal: Auftragseingang im Wohnungsbau deutlich zurückgegangen

Auch die Bauindustrie spüre die aktuelle Krise deutlich, erklärt Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.: „Aufgrund der hohen Material- und Energiepreise sowie der gestiegenen Finanzierungszinsen ist die Planungssicherheit für viele Bauherren weg. Besonders auffällig ist der Auftragseingang bis April 2023 beim Wohnungsbau zurückgegangen: Es sind von Januar bis April 2023 Aufträge in Höhe 342,6 Mio. € eingegangen, das waren 32,7 Prozent weniger als in den ersten vier Monaten 2022.“ Eine Besserung sei laut Siebert nicht in Sicht, im Gegenteil: „Die Talfahrt im Wohnungsbau beschleunigt sich dramatisch. Im April 2023 wurden in Hessen Genehmigungen für 352 Wohngebäude und 1.049 Wohnungen erteilt. Das sind -28,9 Prozent bzw. -43,0 Prozent weniger als im April des Vorjahres.“ Eine Trendwende könne nur erreicht werden, wenn Bürokratie abgebaut und Genehmigungsverfahren beschleunigt würden.

Deregulierung: Fehlende Deponiekapazitäten verteuern weiter Abbruch und Erdaushub

Thomas Reimann, Präsident des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., spricht sich für eine konsequente Deregulierung aus. „Die Bauwirtschaft in Hessen steht bereit und ist liefer- und leistungsfähig. Sie kann Wohnraum schaffen, wenn weniger Auflagen und Vorschriften die Genehmigungsprozesse bestimmen und die administrativen Rahmenbedingungen wieder passen. Bauunternehmen und Investoren sehen sich gegenwärtig immer öfter mit einer Vielzahl von Regulierungen und bürokratischen Hürden konfrontiert. Diese führen zu Verzögerungen, höheren Kosten und am Ende wieder zu einer Verschärfung des Wohnraummangels, da die Investition in die Immobilie ausbleibt. Bestes Beispiel ist der Mangel an Deponien beim Umgang mit Abbruch und Erdaushub.“ Dieser müsse teilweise hunderte Kilometer weit transportiert werden. Dabei eigne er sich bautechnisch meist zur Wiederverwendung an anderen Stellen, wie dem Straßen- und Wegebau. „Dies muss stärker von den öffentlichen Auftraggebern unterstützt werden. Wir wollen Kreislaufwirtschaft umsetzen!“ In Hessen brauche es dringend neue Deponien zur notwendigen Entsorgung und Zwischenlager, die diese Aufbereitung zur Wiederverwertung ermöglichen. „Wir müssen mit weniger Auflagen und Vorschriften schneller in die Umsetzung von Wohnungsneubau gelangen.“

Senkung der Baukosten möglich: Bauaufsichtliche Anforderungen reduzieren

Dr. Martin Kraushaar, Hauptgeschäftsführer der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, hält eine Senkung der aktuell hohen Baukosten für möglich. „Erforderlich wäre dafür eine Veränderung im Bereich von bautechnischen Standards. Auch bauordnungsrechtlich besteht Handlungsbedarf. Wenn besonders Aufstockungen, Nachverdichtungen und energetische Sanierungen im Bestand gefordert sind, kann dies nicht bedeuten, dass 50 bis 60 Jahre alte Gebäude bei umfassenderen Sanierungen durchweg auf den Stand der Bautechnik des Jahres 2023 zu bringen sind. Andernfalls wird die aus Klimaschutzgründen nötige Erhöhung der Sanierungsrate unterbleiben. Es bedarf eigener bauordnungsrechtlicher Bestandsschutzregeln und der Privilegierungen von geringfügigen baulichen Änderungen. Die Bauordnungen sind darauf hin zu überprüfen, dass im Gesetzesvollzug die Erreichung der Schutzziele im Vordergrund steht.“

Viel Luft nach oben beim Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Die aktuellen Diskussionen über das Gebäudeenergiegesetz sorgten für eine große Verunsicherung der Menschen, so Christian Holl, Landessekretär des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Hessen. Der einseitige Fokus auf das Thema Wärmepumpe greife zu kurz. Wichtig sei eine ganzheitliche Betrachtung, die Gebäudehülle, Konstruktion und Haustechnik miteinschließe. Das Gebäudeenergiegesetz sollte dahingehend weiterentwickelt werden. Potenziale der Hülle, der Konstruktion und der Gebäudekonzeption, die langfristig wirken, sollten von Förderung flankiert werden. Beim Neubau liegen die wesentlichen Möglichkeiten in Bauweise und Entwurf, Primärenergie einzusparen. „Vorrang der Bemühungen sollte aber der Bestand haben. Ziel muss sein, vor allem im Bestand den Energiebedarf im Gebäudebetrieb zu senken, da damit die Abhängigkeit vom Energieträger gemindert und den damit verbundenen Preisunsicherheiten begegnet werden kann. Damit wird auch ein wesentlicher Schritt hin zu einer verlässlichen Bezahlbarkeit des Wohnens geleistet.“

Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann im Interview mit hr-info

Fachkräftemangel bremst den Bau neuer Wohnungen in Hessen

Ein weiterer limitierender Faktor für die Bau- und Wohnungswirtschaft in Hessen sei der Fachkräftemangel, erläutert Andreas Ostermann, Koordinator der Initiative und Vorsitzender des BDB-Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure Hessen Frankfurt. Die Landesregierung müsse die Bildungspolitik deshalb mehr auf eine Berufsausbildung nach der Schule ausrichten und stärker vermitteln, dass der Abschluss einer Ausbildung ein anzustrebendes Fundament für ein späteres, erfolgreiches Berufsleben sei. „2021/2022 blieben fast 70.000 Berufsausbildungsstellen unbesetzt – so viel wie noch nie. Und die Zahl junger Erwachsener in der Altersgruppe 20 bis 34 ohne abgeschlossene Ausbildung stieg zuletzt auf über 2,5 Millionen in Deutschland – so hoch war der Anteil ebenfalls noch nie.“ Erstrebenswert sei eine handwerkliche Interessensbildung bereits ab der Grundschule. „Jugendliche können beispielsweise durch ein Schulfach ‘Werken‘ handwerkliche Begabungen entdecken und für handwerkliche Tätigkeiten begeistert werden.“

Impulse für den Wohnungsbau – HESSEN

Christian Holl (BDA im Lande Hessen), Matthias Berger (VdW südwest), Andreas Ostermann (BDB-HESSENFRANKFURT), Gerald Lipka (BFW), Thomas Reimann (VbUH), Dr. Martin Kraushaar (AKH)



auf ein WORT: Claudius Walis

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen bei der Wahl zum 2. Schriftführer. Hiermit möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei Ihnen vorzustellen.

Mit meiner Frau und unseren 3 gemeinsamen Kindern leben wir weit abgelegen im Grünen mit Pferd, Hund und Hühnern in einer ehemaligen Mühle, erbaut 1801, die wir eigenhändig saniert haben.

Zu meinem Werdegang:

Stellen Sie sich vor: ich habe einen qualifizierten Hauptschulabschluss. Anschließend absolvierte ich den Wehrdienst bei der Luftwaffe und machte eine verkürzte Ausbildung zum Gas-Wasserinstallateur sowie Bauspengler und arbeitete als Angestellter in einer Firma, die überwiegend Komplettsanierungen anbietet. So konnte ich seit Berufsbeginn erfahren, wie wichtig gut organisierte Bauabläufe sind und ebenso kurze Wege bei der Ineinandergreifung der Gewerke beim Arbeiten im Bestand.

Im Jahr 2003 wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit. Zusammen mit einem Zimmermannsmeister spezialisierte ich mich auf die Sanierung und den Ausbau von Dachgeschossen.

Meine Stärke erkannte ich darin, Bauabläufe und Fremdgewerke zu koordinieren und den Bauherren dadurch zu entlasten.
Aus gesundheitlichen Gründen kann ich seit 2013 leider nicht mehr selbst am Bau mit anpacken. Doch meine Erfahrung und mein unkompliziertes Handling mit Bauherren, Planern und Handwerkern der Gewerke wurden geschätzt und so gelangte ich in die Bauleitung für ein mir bekanntes Generalunternehmen.

Trotzdem war es für mich ein Sprung ins kalte Wasser:

Baupolitik! Pläne, die nicht stimmen! Statik! Schallschutz! Wärmeschutz! Brandschutz! TGA-Planer und alle arbeiten mehr gegen als miteinander! Handwerker, die weder mit Maßstab, noch Schnur, geschweige denn Wasserwaage arbeiten konnten! Baurecht! VOB – war da nicht noch was….?

Man wächst mit seinen Aufgaben.

Auf einer Hochschule habe ich nicht studiert, aber im echten Leben.
Ich habe Staub geschluckt, Häuser abgerissen und wieder aufgebaut. Viele Werkzeuge, Baumaschinen und Baumaterialien in den Händen gehabt und damit gearbeitet….. bei jeder Witterung.

Somit durfte ich alle Seiten des Bauens erleben: als Handwerker, als Angestellter, als Selbstständiger, als Bauherr und als Bauleitung/Baukoordinator.

Erfahrung macht uns stärker und ist durch nichts zu ersetzen außer durch Erfahrung.

Ein Team, das ein Ziel gemeinsam verfolgt, ist unschlagbar. Respekt und Ehrlichkeit (auch wenn sie auf dem Bau manchmal recht rau ist) führt zum Ziel und hängt nicht vom Bildungsstand ab.

Bauen bedeutet: Freude etwas Tolles geschaffen zu haben.

Auf gute Zusammenarbeit
Claudius Peter Walis




Mitgliederversammlung 2023

WIR MÜSSEN UNSERE INTERESSEN KLAR BENENNEN

Martin Pletz, ARCHITEKT BDB

Die diesjährige Mitgliederversammlung des BDB-HESSENFRANKFURT stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die Wahl der Vertreterversammlung der Architektenkammer Hessen. Engagiert berichteten Tobias Rösinger, Elke Rühl und Martin Pletz von Ihrer Arbeit in der Kammer.

Es wird kritisiert, daß die Architektenkammer sich zu sehr mit der Umsetzung politischer Vorgaben und zu wenig mit den Eigeninteressen der Architektinnen und Architekten befaßt. Als Beispiel wird ein möglicher CO2-Nachweis für Gebäuden angeführt, der insbesondere bei möglichen Umplanungen bzw. Materialwechseln zu erheblichem Aufwand beim Planer führt. Alle Mitglieder sind aufgerufen, sich bei der Kammerwahl einzubringen und die eigenen Interessen zu benennen.

Elke Rühl, ARCHITEKTIN BDB

Bei den Ergänzungswahlen zum Vorstand wurden Sascha Querbach, Niederlassungsleiter Rhein-Main der Instone Real Estate Development GmbH, sowie Claudius Walis von CPW Projekt und Elke Rühl, freie Architektin aus Wiesbaden neu in den Vorstand gewählt. Den aus dem Vorstand ausgeschiedenen Mitgliedern danken wir für die Mitarbeit.

Für jeweils 25-jährige Mitgliedschaft wurden Antje Lohmann-Hütte und Andreas Ostermann geehrt.

Die Mitgliederversammlung klang bei sommerlichem Wetter mit kleinem Buffett und kalten Getränken auf der Terrasse der Wentz Planungsgesellschaft aus.

BDB-HESSENFRANKFURT








Mehr Subsidiarität für Europa

Ist es wirklich realistisch, dass ein spanisches Planungsbüro einen Kindergarten in Mecklenburg-Vorpommern plant? Macht es Sinn, wenn ein Sicherheitskoordinator für eine Umgehungsstraße in Traunstein aus Norwegen kommt? Brauchen wir ein Wettbewerbsrecht, dass auf die Teilnahme eines Bodengutachters aus Irland für eine Baumaßnahme in Lützelbach im Odenwald ausgerichtet ist?…

Auf bauingenieur24 finden Sie den ganzen Beitrag:

Andreas Ostermann (BDB-HESSENFRANKFURT) zur VgV-Änderung: Wir brauchen mehr Subsidiarität für Europa




Planende Berufe erwarten massive Verwerfungen im deutschen Planungsmarkt

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung mehrheitlich einer Verordnung der Bundesregierung zugestimmt, der durch eine Änderung der Vergabeverordnung voraussichtlich dazu führen wird, dass nahezu alle öffentlichen Planungsaufgaben künftig nach den Regeln des EU-Rechts vergeben werden müssen. Insbesondere die Kommunen als größte öffentliche Auftraggeber werden hiermit aufgrund fehlender Kapazitäten oftmals überfordert sein, worauf auch die Kommunalen Spitzenverbände hingewiesen haben.

Die Verfahren werden sowohl für die Auftraggeber – wie für die Auftragnehmerseite – deutlich aufwändiger und werden damit erheblich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die Kammern und Verbände der planenden Berufe befürchten daher, dass es zukünftig vermehrt zu Total- und Generalunternehmervergaben kommen wird. Die Folge wäre eine Existenzgefährdung für die mittelstandsgeprägte Planungswirtschaft in Deutschland.

Der geplanten Änderung der VgV liegt ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission zugrunde, die in der bisher gültigen deutschen Regelung einen Verstoß gegen die europäischen Vergaberichtlinien sieht. Die Planerverbände hatten hingegen geltend gemacht, dass den zu erwartenden negativen Auswirkungen kein erkennbarer Vorteil im Sinne einer Stärkung des europäischen Binnenmarkts gegenüberstehe, und gefordert, dass sich der Europäische Gerichtshof mit dem Thema befassen sollte. Mehrere Bundesländer hatten sich dem angeschlossen, blieben aber bei der heutigen Abstimmung in der Minderheit.

„Wir bedauern es sehr, dass nach dem Bundestag auch der Bundesrat den Weg dafür frei gemacht hat, den gut funktionierenden Planungsmarkt in Deutschland massiv zu gefährden,“ meint Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. „Wir werden jetzt mit der Bundesregierung und den öffentlichen Auftraggebern, insbesondere den Kommunalen Spitzenverbänden, unsere Gespräche weiter fortsetzen und intensivieren, mit welchen Mitteln die negativen Folgewirkungen der Änderung der Vergabeverordnung so gering wie möglich gehalten werden können.“

Auch Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer, befürchtet massive Auswirkungen auf die planenden Berufe und eine Vielzahl dringend benötigter Bauprojekte in Deutschland. „Es ist überaus bedauerlich, dass sich sowohl Bund als auch die Länder gerade in diesen herausfordernden Zeiten nicht schützend vor die kleinen und mittleren Büros stellen. Diese bilden bislang das Rückgrat der deutschen Planungslandschaft und werden vor dem Hintergrund von Bau- und Energiewende dringender denn je benötigt. Eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Leistungserbringung kann jedoch nur unter fairen Rahmenbedingungen gewährleistet werden,“ so der Präsident der Bundesingenieurkammer abschließend.

Unterzeichnende Kammern und Verbände:

Bundesarchitektenkammer
Bundesingenieurkammer
Bund Deutscher Architektinnen und Architekten
Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure
Bund Deutscher Innenarchitekten
Bund Deutscher Landschaftsarchitekten
Bundesverband Freier Berufe
Bundesverband der öffentlich bestellten Vermessungsingenieure
Bundesvereinigung der Prüfingenieure für Bautechnik
DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine
Deutsche Akdademie für Städtebau und Landesplanung
Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung
Förderverein der Bundesstiftung Baukultur
Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung
Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands
Verband Beratender Ingenieure
Verband Deutscher Vermessungsingenieure
Zentralverband der Ingenieurvereine




IMPULSPAPIER zur Wahl zum hessischen Landtag 2023

Mit Blick auf die bevorstehende Wahl zum hessischen Landtag 2023 hat der BDB-HESSENFRANKFURT Positionspunkte formuliert.

Das Impulspapier will anhand fünf exemplarisch ausgewählter Themen Anregungen und Denkanstöße für die Diskussionen zur anstehende Wahl zum Hessischen Landtag 2023 geben:

  • EINFACH BAUEN
  • FACHKRÄFTEMANGEL
  • GRUNDERWERBSTEUER
  • DIGITALER BAUANTRAG
  • WOHNUNGSBAU

EINFACH BAUEN

Seit vielen Jahren bestehen Forderungen, das Bauen einfacher zu machen und die überbordende Fülle gesetzlicher Vorschriften und Regelungen auf ein zwingend notwendiges Maß zurückzuführen. In diese Richtung geht auch die Initiative “Gebäudetyp-e“ der Bayerischen Architektenkammer. Dabei sollen gesetzliche Vorgaben auf den eigentlichen Kern der Schutzziele (Standsicherheit, Brandschutz, gesunde Lebensverhältnisse und Umweltschutz) zurückgeführt und auf darüber hinausgehenden Normen und Standards verzichtet werden. Für Hessen empfehlen wir aber, entsprechende Überlegungen nicht zu einem neuen Gebäudetyp in der Bauordnung führen zu lassen, sondern die gesetzlichen Anforderungen grundsätzlich für alle Bauvorhaben abzusenken.

Hessen braucht eine Überprüfung und Überarbeitung der Hessischen Bauordnung HBO. Die Übernahme von Normen als technische Baubestimmungen in die HBO darf nicht sorglos und automatisch erfolgen. Gesetzliche Vorgaben sollen vom Gesetzgeber und nicht von Normungsinstituten verfasst werden. Die Bauordnung muß einfach Bauen zulassen.

FACHKRÄFTEMANGEL

Nie gab es so viele junge Menschen ohne Berufsabschluß in Deutschland: Über 2,5 Millionen junge Erwachsene in der Altersgruppe 20 bis 34 haben keine abgeschlossene Ausbildung. Und noch nie gab es so viele unbesetzte Berufsausbildungsstellen: Fast 70.000 Berufsausbildungsstellen blieben im Berichtsjahr 2021/2022 unbesetzt, vermeldete die Bundesagentur für Arbeit. Schule und Gesellschaft vermitteln offensichtlich nicht mehr in ausreichendem Maße, daß eine abgeschlossene Berufsausbildung ein anzustrebendes Fundament für das spätere Berufsleben ist. Das muß hessische Bildungspolitik ändern.
Auf hohem Niveau liegt auch die Zahl abgebrochener Ausbildungsverhältnisse. Über 26% aller Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst. Ein nachvollziehbarer Grund ist dabei, wenn auf Seiten des Auszubildenden von falschen Berufsvorstellungen ausgegangen worden ist. Fragt man Betriebe, dann wird dort oft auch mangelnde Integration in das Betriebsgeschehen als Grund für die Auflösung des Ausbildungsverhältnisses genannt.
Ein weiterer Punkt für zu wenige Fachkräfte im bauberuflicher Ausbildung ist, daß handwerkliche Interessensbildung in der Schule zu wenig Raum hat. Das Schulfach ‘Werken‘ kann Begabungen bei handwerklichen Tätigkeiten zu Tage fördern und Jugendliche für handwerkliche Ausbildungsberufe gewinnen.

Bildungspolitik braucht mehr Orientierung und Ausrichtung auf die Berufsausbildung nach der Schule. Defizite beim Schreiben, Lesen und den Grundrechenarten, die von Ausbildungsbetrieben oft auch als Ausbildungshindernis genannt werden, dürfen nicht zum regelmäßigen Mangel schulischer Ausbildung werden. Die Vermittlung von Sekundärtugenden wie Fleiß, Disziplin, Pflichtbewußtsein und Zuverlässigkeit dürfen in die schulische Bildung zurückfinden.

GRUNDERWERBSTEUER

Der Traum der eigenen vier Wände bleibt für viele Deutsche leider unerfüllt. Dabei gewährleistet das Eigenheim Freiheit, ist ein Inflationsschutz und nach wie vor eine gute Altersvorsorge. Es ist daher besonders in diesen Zeiten angebracht, interessierten Eigentumserwerbern keine staatlichen Steine in den Weg zu legen. Die Grunderwerbsteuer bedeutet für viele eine zusätzliche finanzielle Belastung in Höhe der Anschaffungskosten eines Familienwagens. Untersuchungen zeigen dabei deutlich, dass der staatliche Verdienst am Eigenheimtraum nicht nur zu einer niedrigeren Eigentumsquote führt, sondern auch den Staatshaushalt auf Dauer mehr belastet als es einspielt. So ist es auch kein Wunder, dass bei vielen unserer europäischer Nachbarn die eigenen vier Wände die Regel sind, bei uns aber für rund die Hälfte der Eigenheimtraum nicht realisiert wird – mit bekannten gesellschaftlichen Folgen.

Für uns ist klar: Es braucht ein klares Bekenntnis zum Eigenheim und eine wirkliche Förderung dessen. Keine Grunderwerbsteuer für die erste selbstgenutzte Immobilie privater Bauherren, bessere Abschreibemöglichkeiten und eine spürbare Entlastung bei behördlichen Vorgaben.

DIGITALER BAUANTRAG

Mit dem Onlinezugangsgesetz von 2017 hat der Bund sich auf den Weg gemacht, Verwaltungsvorgänge digital anzubieten. Folgerichtig ist, daß auch das Bauantragsverfahren davon nicht ausgenommen bleibt. Die Ergebnisse dazu sind bisher aber noch überschaubar und insbesondere in Hessen ein Flickenteppich mit Insellösungen. Die Digitalisierung des Bauantrags wurde vom Land zwar gefördert, aber nicht wirklich koordiniert. So haben sich in den hessischen Kommunen unterschiedliche Ansätze entwickelt. Für Architekten und bauantragseinreichende Ingenieure und Unternehmer ist das jetzt die denkbar schlechteste Entwicklung. Neben dem herkömmlichen Verfahren über Papierakten, das in vielen Kommunen immer noch die Regel ist, muß jetzt in anderen Kommune ein jeweils eigenes, dort eingeführtes, digitales Abgabeverfahren berücksichtigt werden. Digitalisierung bringt so nicht die für den Kunden gewünschte Vereinfachung der Verwaltungsvorgänge, sondern einen deutlichen Mehraufwand mit sich. Und auch für Mitarbeiter der Verwaltung, die von einer Kommune in eine andere wechseln, ist es komplizierter statt einfacher geworden.

Ausgehend von dem Onlinezugangsgesetz des Bundes hat Mecklenburg-Vorpommern federführend ein digitales Bauantragsverfahen entwickelt, das nach dem “Einer für Alle“-Prinzip von den anderen Bundesländern übernommen werden kann. Zehn Bundesländer wollen das tun und orientieren sich daran. Hessen tut das nicht.
Das muß auch nicht sein: Bauen ist Ländersache. Aber:

Hessen braucht ein einheitliches digitales Bauantragsverfahren. Die Antragsangaben und Antragsunterlagen müssen über leicht verständliche und leicht zu bedienenden digitale Verfahren den Bauaufsichten zugehen können. Abläufe des Verfahrens müssen inhaltich im digitalen Prozess erfasst sein. Der Anspruch der Digitalisierung von Verwaltungsabläufen darf sich nicht darin genügen, Papierunterlagen einzuscannen. Digitalisierung muß den Beteiligten nutzen und Verwaltungsprozesse beschleunigen, vereinfachen und transparenter machen.

WOHNUNGSBAU

Niedrige Zinsen und ein darauf basierendes gutes Investitionsklima haben dazu geführt, die originär bei öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften liegende Aufgabe der Schaffung von Sozialwohnungen über die Schaffung von „Sozialquoten“ privaten Bauträgern aufzubürden. Durch Quersubventionierung hat der normale Eigenheimerwerber dabei die Sozialwohnungen mitfinanziert. Das ist in Zeiten hoher Zinsen und eines insgesamt schwierigeren Marktumfeldes nicht mehr möglich.

Wir brauchen eine klare Ausrichtung der öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften auf den sozialen Wohnungsbau. Die Verantwortung, der Gesellschaft Sozialwohnungen für einkommensschwache Bevölkerungsschichten zu Verfügung zu stellen, muß gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Hauptaufgabe öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften sein.

Frankfurt am Main, im Juni 2023

Download Impulspapier zur Wahl zum Hessischen Landtag 2023

BDB-HESSENFRANKFURT




Weltkongress Gebäudegrün – Berlin 27.-29.06.2023

Endlich ist es soweit: der Weltkongress Gebäudegrün findet wieder in Berlin statt! Es werden rund 600 bis 800 Teilnehmende vor Ort erwartet.

An zwei Fachkongresstagen sprechen über 100 Referierende aus 29 Ländern bei über 90 Vorträgen in fünf parallel verlaufenden Vortragsreihen. Am Folgetag finden Exkursion zu tollen begrünten Berliner Objekten statt.

Neugierig geworden und Lust das persönliche Netzwerk zu erweitern?
Seien auch Sie dabei beim Weltkongress Gebäudegrün vom 27. bis 29.06.2023!
Hier geht es zur Anmeldung: https://bugg-congress2023.com/de/anmeldung.html
Das Kongressprogramm finden Sie hier: https://bugg-congress2023.com/de/kongress-programm.html

Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)