auf ein WORT: Sascha Querbach

Damit gute Architektur auch gebaut wird – meine Kandidatur für den Vorstand der Architektenkammer Hessen

Die Rahmenbedingungen für unseren Berufsstand verändern sich rasant. Steigende Anforderungen, zunehmende Komplexität und ein hoher Regulierungsgrad prägen den Alltag über alle Bereiche des Planens und Bauens hinweg. Gleichzeitig entfernen sich viele Vorgaben zunehmend von der praktischen Umsetzbarkeit. Gerade deshalb braucht es in Zeiten vielfältiger Herausforderungen eine Architektenkammer, die Orientierung gibt, Anforderungen in ein tragfähiges Verhältnis zur Baupraxis bringt und klar benennt, wo Regelwerke und Prozesse in der Praxis nicht funktio­nieren oder unnötig bremsen. Sie muss dabei die unterschiedlichen Interessen der Architektinnen und Architekten umfassend berücksichtigen und ausgleichen.

Mit dem außerplanmäßigen Freiwerden einer Vorstandsfunktion ergibt sich für den BDB-HESSENFRANKFURT die Chance, Verantwortung innerhalb der Architektenkammer Hessen zu übernehmen und die berufsständische Interessenvertretung weiter zu stärken. Als Mitglied des BDB möchte ich diese Möglichkeit nutzen, um die Perspektive der in der Bau- und Planungs­praxis tätigen Architektinnen und Architekten stärker einzu­bringen und aktiv mitzugestalten. Vor diesem Hintergrund kandidiere ich für den Vorstand der Architektenkammer Hessen.

Ich bin seit mehr als 25 Jahren als Architekt tätig und seit 2006 Mitglied der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen. Mein beruflicher Weg führte mich durch verschiedene Stationen in Planung, Asset Management, Corporate Real Estate Management und Projektentwicklung. Heute leite ich die Rhein-Main-Niederlassung eines bundesweit tätigen Immobilienentwicklers. Ergänzend engagiere ich mich im IHK-Ausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft in Frankfurt. Diese Erfahrung an der Schnittstelle von Planung, Wirtschaftlichkeit und Umsetzung möchte ich in die Kammerarbeit einbringen.

Meine zentralen Anliegen für die Vorstandsarbeit sind:

Breite Interessenvertretung der Architektenschaft:

Die Kammer sollte ihre Rolle als umfassende Stimme des Berufsstandes gegenüber Politik und Verwaltung ausbauen. Ihre Aufgabe ist es, einen offenen Diskurs zu begleiten, unterschiedliche Interessenlagen abzuwägen und praktikable Lösungen für uns Architektinnen und Architekten zu finden.

Entbürokratisierung und effiziente Genehmigungsprozesse:

Anforderungen müssen auf ein tragfähiges Maß gebracht und Verfahren deutlich verschlankt werden – für schnellere, planbare und realisierbare Prozesse ohne Qualitätsverlust. Dabei müssen auch wirtschaftliche Interessen stärker einbezogen werden.

Wettbewerbsverfahren weiterentwickeln:

Qualität sichern, aber Verfahren effizienter gestalten und den Aufwand für Büros begrenzen. Alternative, praxistaugliche Formate sollten stärker genutzt werden. Dieses Thema bietet auch Ansatzpunkte für verbesserte Öffentlichkeitsarbeit.

Nachhaltigkeit praxisgerecht umsetzen:

Klimaschutz und Ressourceneffizienz müssen integraler Bestandteil des Bauens bleiben, aber realistisch und im großen Maßstab umsetzbar sein, ohne andere wichtige Aspekte wie die Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen.

Versorgungswerk transparent und zukunftssicher gestalten:

Eine verlässliche Sicherung der Altersversorgung und mehr Transparenz sind hierbei zentrale Anliegen für die Mitglieder.

Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, mit meiner Erfahrung aus Planung und Baupraxis einen konstruktiven Beitrag leisten zu können – für eine Kammer, die vermittelt, die Vielfalt der Interessen abwägt und die Rahmenbedingungen des Bauens aktiv und im Sinne aller Mitglieder verbessert.