Zukunft beginnt jetzt – Exkursion in den Digital Park Fechenheim

auf dem Dach vor den Fassadenmodellen

Wenn wir von Digitalisierung und KI sprechen, dann muß uns auch interessieren, wie die neue Infrastruktur für Datenautobahnen und die neuen Stätten digitalen Workflows aussehen.
Jeder will in den Urlaub fliegen, aber keiner will das Flugzeug über seinem Haus haben. Jeder will schnelles Internet – und was spricht aber eigentlich gegen Digital-Hochhäuser innenstadtnah, wenn wir sie schön machen und wir sie brauchen?

Ein erfreulicher Zufall, dass über eine Veranstaltung in der IHK-Frankfurt am Main der Kontakt zu Volker Ludwig, Managing Director Central Europe, Digital Realty, zustande kam und wir eine exklusive Tour durch den im Bau befindlichen Digital Park Fechenheim in Frankfurt am Main vereinbaren konnten. Das Interesse war groß und die Teilnehmerzahl aus sicherheitsrelevanten Gründen auf genau 10 Personen begrenzt, sodass leider nicht jedem die Teilnahme ermöglicht werden konnte. In der Regel freuen wir uns bei Veranstaltungen auch über interessierte Gäste. Hier mussten wir aber strikt nach Mitgliedstatus und nach Anmeldereihenfolge zusagen. Die zugelassenen Teilnehmer der Veranstaltung konnten während des rund vierstündigen Rundgangs einen tiefen Einblick in das neue Rechenzentrum FRA18 im „Eiermann-Gebäude“ nehmen. Egon Eiermann, einer der bedeutendsten deutschen Architekt der Nachkriegszeit, entwarf das ehemalige Neckermann-Gebäude in Frankfurt am Main in den 1950er Jahren als modernes Verwaltungs- und Versandzentrum für das Versandhaus Neckermann.

Auf dem Weg in das Gebäudeinnere sind verschiedene Sicherheitsschleusen zu durchqueren. Im Inneren des Gebäudes besteht absolutes Rauchverbot. Fotografieren ist dort ebenso untersagt. Die viele Technik beeindruckte. Karl-Christian Kompa (Director Solution Engeneering & Design Central Europe) führte zusammen mit Uwe Erlenwein (Construction Director) durch den Eiermann-Bau, der nur eines der Gebäude auf dem Gelände des Digital Park Fechenheim ist. Nach vollständigem Ausbau soll der Digital Park Fechenheim insgesamt 11 vernetzte Rechenzentren umfassen, mit dem Ziel, insgesamt 200 MW IT-Leistung auf rund 90.000 m² bereitzustellen. Fünf dieser Rechenzentren, darunter das kürzlich eröffnete FRA18, werden im denkmalgeschützten Eiermann-Gebäude untergebracht.

Eiermann-Gebäude im Umbau

Die Fassade und die jeweils hinter den Außenfenstern liegenden Räume bleiben weitgehend ursprünglich erhalten. Jede bauliche Änderung ist mit dem Denkmalamt abzustimmen.
Der innere Bereich, wurde komplett rückgebaut und als Neubau ausgerichtet an den Anforderungen der neuen Nutzung mit neuen Geschosshöhen und neuen Raumabmessungen erstellt. Unterschiedliche Nutzungen der Rechenplätze sind auch an der Ausbauart abzulesen – sie sind oft nochmals gesichert
Die alten Aufbauten auf dem Dach gehörten nicht zum ursprünglichen Eiermann-Entwurf, sondern waren später errichtet worden. Sie wurden daher komplett entfernt. Der Bereich wird für die umfangreiche Kühltechnik gebraucht, die die Wärme aus dem inneren in das Freie bringt. Zur Entscheidung über die auszuführende Fassade wurden verschiedene Fassadenmuster erstellt. Die Entscheidung darüber ist noch nicht in allen Teilen abgeschlossen.

Insgesamt war es ein großartiger Einblick in die digitale Welt, die unser Leben von morgen prägen wird. Der Bedarf formuliert von selbst die Bauaufgaben von morgen. Und Städte müssen erkennen, das eine starke digitale Infrastruktur ein Standortvorteil auch für die herkömmlichen Wirtschaftsbereiche ist. FRA18 ist ein Glücksfall für den Eiermann-Bau, der über viele Jahre keine adäquate Nutzung mehr gefunden hatte. Ein gutes Beispiel für qualitätvolle Umnutzung hin zu einer modernen digitalen Infrastruktur.

Vielen Dank an Karl-Christian Kompa und Uwe Erlenwein für die Führung und an Volker Ludwig, dass er es möglich gemacht hat.

Alle Zahlen, Daten und Fakten zum Objekt können dem FRA18 Factsheet hier entnommen werden.