Zum Beitrag ‘Das Einfamilienhaus ist eine sexistische Wohnform‘ von Kerstin Bund und Stephan Radomsky in der Süddeutschen Zeitung vom 23.12.2024 nimmt der BDB-HESSENFRANKFURT wie folgt Stellung:
400.000 neue Wohnungen hatte die gescheiterte Ampel versprochen. Für das Jahr 2024 wird die Zahl gebauter Wohnungen deutlich unter 200.000 liegen. Die Baubranche befindet sich in einer schweren Krise, der weitere Rückgang der Zahl der Baugenehmigungen zeigt bereits die Entwicklung für die Zukunft auf.
Mit zuletzt über 6% Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung kommt der Bauwirtschaft eine relevante volkswirtschaftliche Bedeutung zu.
Branchenvertreter beschäftigen sich intensiv damit, die Gründe für den eingebrochenen Wohnungsbau zu analysieren. Lösungsansätze gibt es von vielen Bauverbänden und auch von den Kammern. Diese zu diskutieren, lohnt sich – denn wenn wir einfacher bauen wollen und Anforderungen runterschrauben wollen, dann braucht es dafür gesellschaftlichen Konsens.
Schaut man auf die zurückliegenden Veröffentlichungen der Süddeutschen Zeitung, dann trägt die Süddeutsche Zeitung dazu aber quasi nichts bei. Man genügt sich dort im Wesentlichen mit der Feststellung, daß auch die nächste Regierung die Wohnungskrise nicht lösen wird und die Politik nur wenig Einfluß darauf hat, ob genug gebaut wird. Stattdessen übt man sich in architekturideologischen Betrachtungsweisen von Wohnformen.
„Es ist bezeichnend, dass der oben genannte Beitrag nicht im Feuilleton erschienen ist, sondern in der Rubrik Immobilien und Wohnen des Wirtschaftsteils veröffentlicht wurde,“ sagt Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann, 1. Vorsitzender des BDB-HESSENFRANKFURT. „Wenn die Krise im Wohnungsbau von einer namhaften deutschen Zeitung wie der Süddeutschen Zeitung so interesselos begleitet wird, braucht man sich nicht wundern, daß gesellschaftliche Akzeptanz für tiefgreifende Kurskorrekturen nicht aufgebaut werden kann.“
BDB-HESSENFRANKFURT
BauPraxisCheck | Bauprojekte mit Zukunft: Dialog mit der Politik!
Elke Rühl/ Architekturbüro Rühl, Sascha Querbach/ Instone
Sascha Querbach, Vorstandsmitglied BDB-HESSENFRANKFURT und Martina Feldmayer MdL,Sprecherin der Grünen Fraktion im hessischen Landtag für Umwelt, Klimaschutz, Wohnen und Verbraucherschutz
Im Rahmen unseres „Dialogs mit der Politik“ besuchte Martina Feldmayer, Sprecherin für Umwelt, Klimaschutz, Wohnen und Verbraucherschutz der GRÜNEN-Fraktion im hessischen Landtag, die Büros unserer Mitglieder Elke Rühl/ Architekturbüro Rühl und Sascha Querbach/ Instone-Niederlassung Rhein-Main.
Frau Feldmayer wollte sich ein Bild von der Vielfalt der Bauschaffenden machen und sich über die Arbeitsbedingungen informieren.
Obwohl beide Büros komplett unterschiedliche Schwerpunkte haben, so stellten sich doch auch Gemeinsamkeiten heraus. So schreibt Sascha Querbach/Instone nach dem Besuch von Frau Feldmayer:
Gemeinsam haben wir über die aktuellen Herausforderungen im Wohnungsbau und mögliche Lösungsansätze gesprochen. Bürokratische Hürden, langwierige Genehmigungsverfahren, kostenintensive Vorschriften, steigende Finanzierungskosten und eine unstete Förderpolitik führen im Baugewerbe zu Verunsicherung und letztlich zu einem Rückgang bei Baugenehmigungen und Fertigstellungen. Dies verschärft den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt und verstärkt den bestehenden Mangel an Wohnraum.
Diese Themen sind auch durchaus relevant im Architekturbüro Rühl mit einem Schwerpunkt im „Bauen im Bestand“/Denkmalschutz.
Gerade in unseren Berufen ist die Praxiserfahrung genauso wichtig, wie eine gute Diskussion, daher gab es über die guten Gespräche hinaus, auch die Gelegenheiten, Bauprojekte/Großbaustellen (Instone) sowie Baustellen von Bestandsbauten/Denkmalen (Architekturbüro Rühl) zu besichtigen.
Sascha Querbach besuchte mit Frau Feldmayer eine Auswahl der derzeit im Bau befindlichen Projekte von Instone. Herr Querbach betont, als Entwickler übernehmen wir Verantwortung für die Schaffung von bedarfsgerechtem und lebenswertem Wohnraum. Daher sind wir besonders stolz darauf, dass unsere Projekte einen hohen Anteil an gefördertem Wohnraum bieten. Zudem berücksichtigen wir im Rahmen unserer Klimastrategie alle Emissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und tragen damit aktiv zur CO₂-Reduktion bei.
Einige Highlights: • Bei unserem Projekt „Franky“ im Frankfurter Stadtteil Gallus nutzen wir die Abwärme eines Rechenzentrums, um 1.330 Wohnungen mit Heizung und Warmwasser zu versorgen – und sparen so jährlich rund 600 Tonnen CO₂ ein!
• Ebenso wichtig: Im Schönhof-Viertel in Bockenheim entstehen rund um einen 28.000 Quadratmeter großen Park mehr als 2.000 Wohnungen. Ergänzt wird das Quartier durch fünf Kitas, ein Studierenden-Hostel, Einzelhandel, Gastronomie und eine Hybrid-Grundschule, die auf die Bedürfnisse der künftigen Bewohner abgestimmt sind.
• Nicht zuletzt schaffen wir in unmittelbarer Nähe zum Nordwest-Krankenhaus in Frankfurt-Praunheim an der „Steinbacher Hohl“ mehr als 150 geförderte und preisgedämpfte Wohnungen sowie eine Kita für Mitarbeitende von Krankenhäusern und Pflegeberufen in direkter Nähe zum Arbeitsort.
Frau Rühl/Architekturbüro Rühl stellte Frau Feldmayer 3 Projekte vor, die typisch sind, für das „Bauen im Bestand“ und die Wiederbelebung von Denkmalen in unserer Region. Bei der Fahrt zu den verschiedenen Baustellen und einer kleinen Mittagspause unterwegs, konnten wir in Ruhe über die vorgenannten Punkte sprechen, die ein „kleines Büro“ genauso betreffen, wie einen „großen Projektentwickler“.
• Die Rettung und Nutzungsänderung einer -eigentlich- abbruchreifen historischen Wäscherei in einem Wiesbadener Vorort. Hier entsteht nach Sanierung und Nutzungsänderung, ein kleines aber feines Einfamilienwohnhaus im historischen Kontext. Unterstützt durch eine engagierte Bauherrin und Förderungen für energetische und denkmalgerechte Sanierungen (KfW und das Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
• Eine denkmalgerechte Brandschutzsanierung einer historischen Villa (auch das ist möglich!) und die Wiederherstellung einer historischen Treppenhausausmalung (unterstützt durch eine sehr engagierte Eigentümergemeinschaft)
• Die Aufwertung einer historischen Hofreite in einem lebendigen Vorort. Hier werden in einem- nicht mehr genutzten- bäuerlichen Familienbetrieb, in zwei Bauabschnitten, bis zu 10 Wohneinheiten (5 im Haupthaus und den ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Nebengebäuden) und später 5 weitere Wohneinheiten in der ehemaligen Scheune, entstehen. Geplant ist weiterhin der Abbruch eines nicht mehr genutzten Anbaus und die Entsiegelung dieses Geländes zur Schaffung eines Gemeinschaftsgartens. Hier kann eine lebendige „Wohngemeinschaft“ entstehen. Die Bauherrin, als Nacherbin des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens, hat hier konkrete Vorstellung, auch zur gemeinschaftlichen Nutzung von Verkehrsmitteln, wie z.B. E-Autos.
Diese Vielfalt an Projekten konnten Sascha Querbach und Elke Rühl, der sehr interessierten Politikerin vorstellen, dafür ein herzliches Dankeschön an Martina Feldmayer, für diesen direkten und konstruktiven Austausch!
Frau Feldmayer bedankte sich mit den Worten: „Ich finde es sehr hilfreich, immer mal unterschiedliche Blickwinkel kennenzulernen. Vielen Dank, dass Sie das ermöglicht haben. Das ist sehr wertvoll und hilfreich für mich als Politikerin“
Wir freuen uns darauf, den Dialog fortzusetzen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die den Wohnungsbau voranbringen. Dabei hoffen wir auf eine starke und verlässliche Unterstützung seitens der Politik.
Elke Rühl/ Architekturbüro Rühl Sascha Querbach/ Instone
Dipl.-Ing. Andreas Schramm, Landesvorsitzender BDB-Sachsen, und Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann, 1. Vorsitzender BDB-HESSENFRANKFURT
Nach dem Besuch des BDB-Leipzig in Frankfurt im letzten Jahr trafen sich beim Gegenbesuch in Dresden Dipl.-Ing. Andreas Schramm, Landesvorsitzender BDB-Sachsen, und Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann, 1. Vorsitzender BDB-HESSENFRANKFURT, zum kollegialen Gedankenaustausch.
Andreas Schramm, der mit seinem Projektierungsbüro das gesamte Planungsspektrum anbieten kann und damit den ganzheitlichen Blick, den ‘baumeisterlichen‘ Blick, auf Bauprojekte hat, sieht als Landesvorsitzender 5 wichtige Themen auf der Agenda:
den fast auf Null gefahrenen Wohnungsbau – was für viele Planungsbüros und Baufirmen zunehmend existenzbedrohend wird
den Abbau von Gesetzen, Regelungen und Normen, bzw. deren fachlich basierte Überarbeitung – was trotz namhafter Versprechen bisher ausbleibt
das leider immer noch nicht abgeschaffte GEG – was der nachweislich größte Hemmklotz der Bauwirtschaft ist
die zunehmende Fördermittelabhängigkeit der Bauwirtschaft – was weniger Marktwirtschaft und immer mehr staatliche Planwirtschaft bedeutet
die zu hohen, unplanbaren, nicht verträglichen Energiepreise – was die gesamte Wirtschaft belastet
Im BDB-HESSENFRANKFURT sieht man das ganz ähnlich: „Das Versprechen der Politik, 400.000 neue Wohnungen jährlich bauen zu wollen, ist krachend gescheitert. Es ist aber nicht zu erkennen, daß das Gegenstand einer umfassenden politischen Diskussion ist. Die regierenden Politiker zeigen keine Wege auf, die aus der Misere führen können. Im Interesse unserer Mitglieder müssen wir das aber vehement einfordern“, so Ostermann. Ganz zu schweigen vom politischen Sprengstoff, den fehlender Wohnraum birgt: Auf Bundesebene wurde bereits Anfang 2023 ein tatsächlicher Bedarf von über 700.000 neuen Wohnungen jährlich festgestellt!
Auch beim Bürokratieabbau tut sich wenig. Zwar gibt es Bestrebungen, einen Gebäudetyp E einzuführen, der einfacheres Bauen ermöglichen soll. Aber auch dieser Ansatz baut keine Regelungen ab, sondern schafft wieder nur neue Ausnahmetatbestände.
Nur die Rücknahme des GEG ist mittlerweile gesellschaftlicher Konsens. Die Bürger erwarten von jeder neuen Regierung als einer der ersten Maßnahmen die Abschaffung des GEG.
Konsequenz aus überzogenen, teils unwirtschaftlichen Forderungen, wie sie im GEG formuliert werden, ist ein Füllhorn an Fördermitteln. „Wir sollten als Verband aufhören immer wieder in das allgemein übliche Jammern und letztlich Fordern von Fördermitteln für längst etablierte Technologien ( u.a. Wärmepumpen, Solar, selbst die Dämmmaßnahmen) einzustimmen – das ist Sozialismus 2.0, Steuerverschwendung und hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun. Aktuell hechelt die Baubranche von Fördertopf zu Fördertopf, das bringt uns nicht aus der Krise,“ so Schramm.
In der Analyse ist man sich einig – Ostermann empfiehlt aber differenzierter vorzugehen: „Solange von der Politik unwirtschaftliches Bauen gefordert wird, soll auch die Politik der Branche die Gelder dafür bereitstellen. Wir wollen als Verband unserer Branche keine Finanzmittel absprechen, ohne die sicher noch weniger gebaut werden würde.“
Große Einigkeit gibt es beim Thema Energiepreise: Ziegelsteine, Stahl, Dämmung, Glas, … – viele Bauprodukte werden energieintensiv produziert. Die allgemeine Verteuerung der Energiepreise in Deutschland wirkt sich extrem negativ auf die Gesamtbaukosten und damit auf die allgemeine Bautätigkeit aus. Die Bürger müssen die Diskussion zur Versorgungssicherheit mit günstiger Energie von den Bewerbern um den zukünftigen politischen Kurs in Deutschland in den nächsten Wochen erzwingen.
Schramm faßt in klaren Worten die Erfordernis zusammen: „Wir brauchen fachlich fundierte Rahmenbedingungen mit „Augenmaß“, die die aktuellen Forderungen oder Wünsche für ein zukunftsfähiges, nachhaltiges, ökologisches und ökonomisches, als auch für die Nutzer bezahlbares Bauen ermöglichen. Ein „rumdoktern“ bzw. eher ‘verschlimmbessern‘ der vorhandenen Regeln und Gesetze wird uns da nicht weiterbringen.“
Leider wird übereinstimmend wahrgenommen, daß Berufsverbände aber auch berufsständische Kammern sich zu stark mit allgemein gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen und die drängenden branchenspezifische Probleme oft nur zweitrangig behandelt werden.
In den hauptamtlichen Strukturen von berufsständischen Vertretungen gibt es immer weniger Köpfe, die einen relevanten Teil Ihres beruflichen Lebens als projektabwickelnder Architekt oder Ingenieur tätig waren und darüber eine entsprechende pragmatische Denkweise verinnerlicht haben. Zu oft werden akademische Denkansätze implementiert. Das Wesentliche scheint dabei nicht mehr das Wichtige zu sein. Dem gilt es, entgegen zu wirken. Der fruchtbare Austausch soll fortgesetzt werden. Ziel ist es, Lösungskompetenz zu vernetzten und so der fachlichen Diskussion mehr Raum zu geben.
BDB-HESSENFRANKFURT
Mut, zu Bauen – jetzt! sozial! und ökologisch!
Zeigen, was gelingen kann
So soll es einmal aussehen, das Herzensprojekt von Architekt BDB Carsten Kulbe sowie Architektin BDB Katharina Jürgensen: Sie wollen in Schlüchtern sozialen Wohnraum schaffen.
Projekte bleiben in der Schublade oder werden gar nicht mehr angedacht. Laufende Projekte geraten in Schieflage, weil die Zeiten schwierig geworden sind für die, die Projekte entwickeln. In diesen Zeiten dennoch neue Bauprojekte anzugehen braucht Mut.
‘Wir brauchen unbedingt preisgünstiges Wohnen. Nur so können wir vielen Menschen und Familien soziale und gesellschaftliche Teilhabe überhaupt erst ermöglichen‘, sagt Carsten Kulbe. ‘Ich möchte deshalb in meiner Heimatstadt Schlüchtern insgesamt 36 Wohnungen schaffen, nahezu alle barrierefrei, die Planmiete soll bei acht Euro pro Quadratmeter liegen.‘
Architekt BDB Carsten Kulbe und Architektin BDB Katharina Jürgensen möchten dabei den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich halten. Das heißt: ‚Wir wollen möglichst alles von der bestehenden Substanz erhalten, lediglich den Dachstuhl entfernen und aufstocken‘, erläutert Katharina Jürgensen. Eine moderne Heizung sowie PV-Anlagen auf beiden Dächern seien ebenfalls vorgesehen.
Insgesamt geht es um ein Investment in Höhe von knapp acht Millionen Euro. Eine beachtliche Summe. Carsten Kulbe sagt: ‚Um preisgünstiges Wohnen überhaupt zu ermöglichen, sind wir deshalb auf Fördergelder angewiesen.‘ Das Land Hessen stellt diese in Aussicht und vergibt vergünstigte Kredite für das Schaffen von sozialem Wohnraum – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Kommune, in der gebaut werden soll, das Projekt ebenfalls bezuschusst. Dieser Zuschuss kann ein verbilligter Kredit oder eine Bürgschaft sein. Im Gegenzug steht der Stadt laut Förderrichtlinie dann ein Belegungsrecht zu.
Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller steht hinter dem Projekt: ‚Es herrscht faktisch ein großer Mangel an sozialem Wohnraum. Deshalb begrüße ich das Ansinnen von Carsten Kulbe sehr und werde bei den Stadtverordneten und im Magistrat stark dafür werben. Ein solches Projekt hat aus meiner Sicht uneingeschränkten Zuspruch verdient.‘
Sie sind Mitglied im BDB-HESSENFRANKFURT und entwickeln auch ein Wohnungsbauprojekt im Segement des bezahlbaren Wohnen bzw. im sozialen Wohnunungsbau? Dann melden Sie sich bei uns. Wir wollen zeigen, was gelingen kann, wenn wir mutig sind.
BDB-HESSENFRANKFURT
Kurze Info zur Vertreterversammlung der AKH am 10.12.2024
„Gemeinschaftlich bauen“ war das Motto des letzten Architektentags, gemeinschaftlich an der Weiterentwicklung der AKH arbeiten, heißt es für uns in der Vertreterversammlung.
Nachdem in der Rede des Präsidenten, auch einmal ausdrücklich auf die wirtschaftliche Situation der kleineren Architekturbüros hingewiesen wurde, besteht die begründete Hoffnung, dass wir hier in einen konstruktiven Dialog kommen.
Es gab intensive und offene Diskussionen und Abstimmungen zum Haushalt, zur geplanten Genossenschaft für Digitalisierung und zu weiteren wichtigen Themen, wie z.B. die Ankündigung der verstärkten Zusammenarbeit zwischen IHK und AKH. Interessant war auch der Vortrag über Geobasisdaten / Geoinfo durch Herrn Dr. Terlinden.
Besonders intensiv wurde über einen Antrag der „Vertretung der freiwilligen Mitglieder“ zur Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ debattiert. Der Antrag wurde schließlich zurückgezogen und soll noch einmal überarbeitet werden. Hier stellt sich für uns die Frage, ob wir Architekten und Architektinnen diese „Vielfalt“ nicht bereits leben und umsetzen und ob es für uns nicht dringendere Themen, wie z.B. -die Wertschätzung unseres Berufs im Allgemeinen- gibt? Grundsätzlich haben wir das Gefühl, dass in der „Legislatur“ dieser Vertreterversammlung offener und freier diskutiert und verhandelt wird.
Jetzt ist es an uns „Mitglieder des BDB HESSENFRANKFURT“ die für uns wichtigen Themen klar zu definieren und in den nächsten Versammlungen in gut ausgearbeitete Anträge zu fassen.
Wir sind offen für Anregungen und bleiben dran!
ARCHITEKTIN BDB Elke Rühl BDB-HESSENFRANKFURT
Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn zum Ehrenvorsitzenden der FDP Hessen gewählt
Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, Vorstandsmitglied im BDB-HESSENFRANKFURT ist neuer Ehrenvorsitzender der FDP Hessen. Die Delegierten des Landesparteitag der Freien Demokraten in Wetzlar haben den ehemalige Parteivorsitzenden und langjährigen Landtagsabgeordneten Hahn einstimmig zu ihrem Ehrenvorsitzenden gewählt.
Landesvorsitzende Bettina Stark-Watzinger würdigte Hahn: „Jörg-Uwe Hahn ist ein Vollblut-Landespolitiker, dessen Herz für die bürgerliche Mitte schlägt und dessen Verbundenheit mit Hessen charakteristisch ist. Er hat den Föderalismus immer vehement gegen alle Widerstände verteidigt.“ Stark-Watzinger dankte Hahn für seine unermüdliche Arbeit für die Partei und erinnerte daran, wie lange Hahn schon aktiv ist: „Seit mehr als 50 Jahren wirkt er an den Geschicken der hessischen FDP mit.“
Hahn war von April 2005 bis Januar 2014 Landesvorsitzender der hessischen FDP. Er gehörte dem Hessischen Landtag knapp 37 Jahre lang an und schied erst mit Beginn der aktuellen Legislaturperiode im Januar dieses Jahres aus. Zehn Jahre lang, von 1999 bis 2009, war Hahn Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Landtag, ehe er in der schwarz-gelben Koalition von 2009 bis 2014 Justiz- und Europaminister sowie stellvertretender Ministerpräsident war. Als Justizminister war er zudem Hessens erster Integrationsminister. In seiner letzten Wahlperiode im Landtag war Hahn Vizepräsident des Hessischen Landtags. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Hessischen Verdienstordens.
Licht anfassen – we-ef bei TECHNIKkompakt
‚Werden wir den Anforderungen und Bedürfnissen der Städte von heute und morgen gerecht?‘ – Was als weitreichende Eingangfrage zu Beginn des Referats von Dipl.-Ing. Thomas Müller (we-ef) gestellt wurde, begleitete als Leitgedanke den weiteren Ablauf des als Workshop durchgeführten Seminarabends:
Im Blick waren nachhaltige Lösungen für Außenbeleuchtungen, die sich an fünf Grundsätzen für eine verantwortungsvolle Außenbeleuchtung orientieren: Licht soll sinnvoll eingesetzt werden, also anwendungsorientiert sein und einen klaren Zweck haben. Licht soll gezielt eingesetzt werden und nur dorthin gelenkt werden, wo es gebraucht wird. Licht soll in niedriger Beleuchtungsstärke eingesetz werden – möglichst dimmbar, sodass nur die erforderliche Helligkeit erreicht wird. Licht soll gesteuert werden können, sodaß es nur da ist, wenn es nützlich ist. Licht soll in einer Lichtfarbe so warm wie möglich eingesetzt werden – so kann licht auf lichtempflindliche Lebewesen am jeweiligen Einsatzort abgestimmt werden. All das führt zu maßgeschneidertem Licht, das optimal dort vorhanden sein soll, wo wir es brauchen.
Moderne Leuchten können das leisten – auch wenn deren Platzierung im öffentlichen Straßenraum oder in der Außenanlage oft ganz anderen Zwängen unterlegen ist.
Wichtige gesetzliche Vorgaben zur Beleuchtung im Außenraum finden sich im Bundesnaturschutzgesetz. Im Rahmen des Vortags ist auf die häufigen Fragen zur Berücksichtigung des Bundesnaturschutzgesetzes bei der Planung der Außenbeleuchtung eingegangen worden. Auch auf die Anforderungen nach Arbeitsstättenrichtlinie ist eingegangen worden.
Positiv wahrgenommen wurde der offene Austausch zu allen Fragen rund um das Thema Außenbeleuchtung. Erkennbar war, daß es bei we-ef einen sensiblen Umgang mit den Auswirkungen des eigenen Produkts auf die Umwelt gibt.
Zeichen der Naturverbundenheit war auch ein Glas Honig vom firmeneigenen Bienenvolk, das jeder Teilnehmer mitnehmen durfte.
BDB-HESSENFRANKFURT
HESSEN MUSS ABSPECKEN: VVTB in Hessen so dick wie in keinem anderen Bundesland
Kein anderes Bundesland hat die VVTB mit zusätzlichen Vorschriften so aufgebläht wie Hessen. Das soll sich ändern. Aus dem hessischen Wirtschaftsministerium heißt es, man wolle da rangehen und unnötige Vorschriften streichen.
Das ist gut so.
Die Muster-VV TB (MVV TB) wird beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin unter dem Dach der Bauministerkonferenz erstellt und in Fachgremien bei Beteiligung aller Bundesländer abgestimmt. Sie hat sich im Laufe der Jahre aus der Baustoffliste und dann über die Zusammenführung der Bauregelliste mit den technischen Baubestimmungen entwickelt. In früheren Zeiten wurden diese unter Beteiligung aller Bundesländer erstellten technischen Regelungen von den Ländern jeweils direkt übernommen. Das war sinnvoll und gut.
Vor allem Hessen hat aber in den letzten Jahren viele eigene Vorschriften auf die MVV TB draufgepackt. Die VVTB ist in Hessen so dick, wie in sonst keinem anderen Bundesland.
Die vielen zusätzlichen hessischen Vorschriften müssen weg. Sie werden schlicht nicht gebraucht.
Der BDB-HESSENFRANKFURT empfiehlt die Übernahme der Regelung aus Mecklenburg-Vorpommern, wonach dynamisch auf die MVV TB verwiesen wird.
„Aber auch der statische Verweis auf den letzten Stand der MVV TB ohne zusätzliche hessische Anhänge ist eine wesentliche Vereinfachung und baut den Vorschriftendschungel ab,“ so Dipl.-Ing. (FH) BDB Andreas Ostermann, 1. Vorsitzender des BDB-HESSENFRANKFURT.
„Viel wird über Bürokratieabbau geredet. Wenn jetzt der Praxis vieler anderer Bundesländer gefolgt wird, es im Wesentlichen bei den MVV TB des DIBt zu belassen, dann ist es ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das macht die Vorschriftenlage schlanker und das Bauen leichter.“
Verschiedene VVTB im Bild: Hessen hat die umfangreichsten VVTB in der Republik
BDB-HESSENFRANKFURT
Architektenkammer verabschiedet Brigitte Holz
Am 31. Oktober 2024 wurde die ehemalige Präsidentin der Architektenkammer Hessen, Brigitte Holz, nach zehnjähriger Amtszeit feierlich verabschiedet. Der Festakt fand im eindrucksvollen Konzertsaal des Casals Forums in Kronberg statt, einem von Architekt Volker Staab entworfenen Gebäude.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Planung begleiteten die Veranstaltung. Ein besonderer Höhepunkt war die Ernennung von Brigitte Holz zur Ehrenpräsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH). Für festliche Atmosphäre des Abends sorgten Künstlerinnen und Künstler der Kronberg Academy Stiftung mit musikalischen Beiträgen.
Im Anschluß an den Festakt gab es in lockerer Atmosphäre bei Fingerfood und Drinks Gelegenheit in’s Gespräch zu kommen.
Der BDB-HESSENFRANKFURT wurde durch Melissa von der Sitt, Tobias Rösinger und Sascha Querbach vertreten, die den Verband auch als Mitglieder der Vertreterversammlung und im Vorstand der AKH repräsentieren.
Wir gratulieren Brigitte Holz herzlich zu ihrer Ernennung und sagen: „Auf Wiedersehen und vielen Dank für Ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement!“
Sascha Querbach BDB-HESSENFRANKFURT
32. Hessischer Unternehmertag
Rede Ministerpräsident Boris Rhein
Alle Mitglieder des BDB-HESSENFRANKFURT waren zum Hessischen Unternehmertag nach Wiesbaden eingeladen. Die Teilnehmer erlebten eine gut besuchte Veranstaltung und das Kurhaus war der adäquate Rahmen für das Treffen der Wirtschaft in Hessen:
Der 32. Hessische Unternehmertag versammelte wieder führende Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verbänden und Politik. In diesem Jahr stand die Spitzenveranstaltung der hessischen Wirtschaft unter dem Leitmotiv „Jetzt handeln!“, denn Rezession und rückläufige Investitionen zeigen, unser Standort und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen müssen gestärkt werden. Effiziente Bürokratie, unkomplizierte Genehmigungsverfahren, eine nachhaltige Bildungspolitik und zukunftsorientierte Sozial- und Steuerreformen sind hierfür entscheidend.
Auch die Handelsunternehmen müssen sich in diesem Spannungsfeld bewähren. Hinzu kommt, dass der Einzelhandel dem vorherrschenden hohen Wettbewerbsdruck, auch durch den Onlinehandel, durch stetige Weiterentwicklung und Innovation begegnen muss.
Hessen-Champions 2024
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die Hessen-Champions 2024 verliehen:
Ein international tätiges, forschendes Pharmaunternehmen sowie Markenhersteller in Familienhand, ein Dienstleister für die Instandsetzung infrastrukturell wichtiger Bauten, der die Fachkompetenzen von Polieren, Technikern, Ingenieuren und Kaufleuten bündelt, eine Serviceplattform, die professionellen Anlegern einen Marktplatz für digitale Vermögenswerte in einem sicheren und regulierten Umfeld bietet – das sind die drei „Hessen-Champions 2024“, die am 29. Oktober im Rahmen des 32. Hessischen Unternehmertages in Wiesbaden gekürt wurden: Die Engelhard Arzneimittel GmbH & Co KG aus Niederdorfelden siegte in der Kategorie, „Weltmarktführer“, die T.O.M. Technisches Oberflächen Management GmbH aus Hattersheim am Mainin der Sparte „Jobmotor“ und die Frankfurter tradias GmbH in der Kategorie „Innovation“.